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Renault 5 Turbo 3E: Bumm!!!!

Als erstes vollelektrisches „Mini-Supercar“ bezeichnet Renault den 5Turbo 3E. Er ist auf 1.980 Exemplare limitiert und so durchgeknallt wie der Ur-Turbo von 1980…

Verkappter Supersportwagen: Der neue R5 Turbo 3E baut nur 1,38 Meter flach, aber 2,03 Meter breit!
Verkappter Supersportwagen: Der neue R5 Turbo 3E baut nur 1,38 Meter flach, aber 2,03 Meter breit!

Renault hat aus der Geschichte gelernt: Es braucht Ikonen, um eine starke Marke zu haben – und die werden jetzt peu a peu wiederbelebt! Wie der Urahn hat der Turbo 3E praktisch NIX mit dem elektrischen R5 gemeinsam: Auch der Renault 5 Turbo 3E steht auf einer eigenen, speziell entwickelten Plattform, die hier die Hinterhufe befeuert. Der Entwicklungsauftrag soll gelautet haben, ein „echtes Biest von einem Auto“ zu schaffen – gebaut für Rallyesport, Drift und Rennstrecke, aber angepasst für die Straße. Er soll laut Renault nicht weniger, als eine neue Fahrzeugklasse ins Leben rufen: Die der Mini-Supercars.

Im Vergleich zum Renault 5 E-Tech Electric (3,92 m Länge und 2,54 m Radstand) wurde die Windschutzscheibe nach hinten versetzt und der Radstand auf 2,57 m verlängert. Deshalb misste der Turbo 3E 4,08 m in der Länge, 2,03 m in der Breite und 1,38 m in der Höhe. Er ist so lang wie ein Stadtauto und so breit wie ein Supersportwagen. Das Verhältnis von Länge zu Breite beträgt nur 2,01:1! Vom aktuellen Renault 5 E-Tech Electric übernommen wurde nicht all zu viel, konkret nennt Renault nur Rückleuchten und die Außenspiegel. Auch das war beim R5 Turbo von 1980 ähnlich…

800 Volt für ein Halleluja!

Der Turbo 3E nutzt Radnabenmotoren und eine 800-Volt-Architektur um 540 PS zu mobilisieren. Und in weniger als 3,5 Sekunden auf 100 km/h geschossen werden können. Die 800-Volt-Architektur garantiert auch ultraschnelles Laden. Bei einer HPC-Ladeleistung von 350 kW soll die Batterie in nur 15 Minuten von 15 auf 80 Prozent aufgeladen werden. Mit im Spiel sind weitere elektrisierende Kräfte: die Elektrosparte Ampere für die Entwicklung von Software und elektronischer Architektur sowie Mobilize für das bidirektionale Laden (V2L) und weitere Dienstleistungen, die das elektrische Fahren erleichtern: Mobilize Charge Pass und Plug & Charge.  Weitere Partner haben ihr Fachwissen und Know-how für Schlüsselkomponenten wie die Radnabenmotoren und die Carbonfaser-Konstruktion bereitgestellt.

An der Front behält der Renault 5 Turbo 3E Layout und Charakteristika seiner Vorgänger bei: quadratische Scheinwerfer – jetzt mit LED-Technik –, die mit dem Motorhaubenrand verschmelzen, ein schmales Band mit drei mittleren Abschnitten und zwei zusätzlichen quadratischen Leuchten, die seinerzeit als Fernlicht dienten und jetzt durch LED-Tagfahrleuchten ersetzt wurden.

Viel Feingefeile an der Aerodynamik - und dem Abtrieb!

Der aerodynamische Splitter, der um den vorderen Stoßfänger herumläuft, und der große Luftauslass auf der Motorhaube tragen zur Optimierung des Abtriebs und zu einem perfekten Gleichgewicht zwischen Front und Heck bei. Die oberen seitlichen Lufteinlässe am vorderen Stoßfänger und an den hinteren Kotflügeln sorgen für einen möglichst effizienten Luftstrom; die unteren kühlen die Bremsen. Hinter der linken Hutze verbirgt sich zudem die Ladeklappe.

Das Dach erhält wieder einen umlaufenden Rand - wie das Urmodell

Um die A-Säulen und die Dachlinie verläuft eine spezielle Einfassung, die in den Heckspoiler übergeht – eine Anspielung auf den ersten Renault 5 Turbo und Turbo 2. Ein aerodynamischer Splitter verläuft zwischen den beiden Rückleuchten. Unterhalb des Stoßfängers befindet sich ein Diffusor, der sich auf beiden Seiten nach außen erstreckt. All das soll den Luftstrom UND den Abtrieb optimieren.

Im Gegensatz zum Standard R5 e-Tech kommt der Turbo3E wie das Original nur als Zweitürer und Zweisitzer - mit viel Platz für Gepäck. Wo einst der 1,4-Liter-Turbo kauerte und dicke Backen machte, gibt es jetzt Kofferraum satt. Auch dank der speziellen Architektur mit Elektromotoren in den hinteren 20-Zoll-Rädern, einer dazwischen angeordneten Leistungselektronik und einer unter dem Fahrzeugboden untergebrachten Batterie. Ein Layout, das zugleich den Schwerpunkt senkt.

Leichtbau und Abstimmung gab man an Alpine, deren Ingenieure mit der A110 E-ternity, der A290 und der A390 eine besondere Kompetenz für elektrische Sportwagen entwickelt haben. Alpine entwickelte eine spezielle Aluminiumplattform, die jede Architektur aufnehmen kann. Beim Antrieb entschieden sich die Ingenieure für Radnabenmotoren in den Hinterrädern.

Das Leergewicht: Nur 1.450 Kilogramm!

Und sie hatten Erfolg: Der Renault 5 Turbo 3E wiegt einschließlich der 70 kWh-Batterie nur rund 1.450 Kilogramm. Die Antriebsleistung beträgt 540 PS (2 x 200 kW) und sorgt für ein Leistungsgewicht von 2,7 kg/PS, das auf dem Niveau von Supersportwagen liegt. Die erwartete Beschleunigung von null auf 100 km/h liegt bei unter 3,5 Sekunden und die Reichweite beträgt laut Renault vorrausichtlich mehr als 400 Kilometer nach WLTP. Wer den Turbo3E tritt und die 270 km/h Topspeed nutzt, dürfte allerdings keine 200 schaffen…

Turboboost ohne Turboloch

Gewaltig ist das Drehmoment von 4.800 Nm an den Rädern. Die Radnabenmotoren sorgen für eine noch stärkere sofortige Kraftentfaltung als bei einem konventionellen Elektromotor – mit einem Effekt, der den Turbos von früher nicht unähnlich ist, aber ohne das berüchtigte Turboloch.

Es gibt einen Riesen Handbremshebel – zum Driften!

Die Anordnung der Batterie unter dem Boden senkt nicht nur den Fahrzeugschwerpunkt, sondern ermöglichte es den Fahrwerksingenieuren von Alpine auch, ihre Ideen für maximale Agilität, Leistung und spektakuläre Driftfähigkeiten – mit Drift-Assist-Funktion und einer vertikalen Handbremse im Rallye-Stil – in die Tat umzusetzen. Aus diesem Grund besteht die Fahrzeugstruktur aus Carbon.

Auf der Rennstrecke soll der Renault 5 Turbo 3E mehrere Runden mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 270 km/h absolvieren können, bevor die Batterie dank der 800-Volt-Architektur an einer DC-Schnellladestation mit bis zu 350 kW Leistung aufgeladen werden kann. Das Aufladen von 15 auf 80 Prozent dauert nur 15 Minuten. Eingebaut ist zudem ein 11-kW-Bordladegerät; die AC-Ladezeit von null auf 100 Prozent beträgt etwa acht Stunden. Einen 22-kW-Lader sparte man sich.

Eine Taste am Lenkrad sorgt bei Überholvorgängen für einen vorübergehenden Leistungsschub. Über eine weitere Taste lässt sich die regenerative Bremswirkung in vier Stufen einstellen. Zudem stehen vier Multi-Sense-Fahrmodi zur Verfügung: Snow, Regular, Sport und Race, zu dem auch die Drift-Assist-Funktion gehört.

Sechspunkt- statt Dreipunktgurte innen

Der Innenraum verkörpert mit Schalensitzen und Sechspunktgurten, Carbonteilen zur Gewichtsreduzierung und hochwertigen Materialien wie Alcantara für Sitze und Armaturentafel Sportlichkeit. Einen besonderen Akzent setzt sicher der erwähnte vertikale Handbremsprügel im Rallye-Stil.

Fahr-, Navigations- und Multimedia-Informationen werden auf zwei 10,1-Zoll- und 10,25-Zoll-Displays dargestellt. Die Anzeigen sind vom Armaturenbrett des originalen Renault 5 Turbo und Turbo 2 inspiriert – beide hatten auch ein vogelwildes Interieur. „Basic“ dagegen das OpenR link Multimediasystem mit integriertem Google, das bereits im Renault 5 E-Tech Electric und Renault 4 E-Tech Electric zum Einsatz kommt. Es bietet Zugang zu einer Vielzahl von Google Services, die im Laufe der Zeit kontinuierlich aktualisiert werden. Fast schon spießig: Die Routenplanung mit Google Maps berücksichtigt auch Ladestopps.

Die Farben? Viel erinnert an die Urmodelle von 1980

Für den Renault 5 Turbo 3E legt Renault verschiedene Außen- und Innenfarben auf, die zum Teil an die historische Lackierung des Renault 5 Turbo und Turbo 2 erinnern, wie z. B. das Rouge Grenade der Serienmodelle oder die gelb-weiß-schwarze Rennlackierung des Rallye-Modells „Tour de Corse 1982“.

Bei der Individualisierung legt Renault noch eine Schippe drauf

Darüber hinaus gibt es eine große Auswahl an Personalisierungsmöglichkeiten, die von der Außenlackierung bis zur Innenausstattung (Sitze, Armaturenbrett, Türverkleidungen, Mittelkonsole usw.) reichen. Kundinnen und Kunden können Varianten nach eigenem Wunsch kombinieren, um ihr eigenes, einzigartiges Fahrzeug zu kreieren. Von den 1.980 geplanten Exemplaren dürften keine zwei genau gleich sein.

Der Renault 5 Turbo 3E wird in mehreren Schlüsselmärkten wie Europa, dem Nahen Osten, Japan und Australien in einer Auflage von 1.980 Exemplaren erhältlich sein – eine Hommage an das Jahr, in dem der erste Renault 5 Turbo auf den Markt kam. Jedes Exemplar ist nummeriert, Kundinnen und Kunden können bei der Bestellung ihre Wunschnummer wählen. Die Bestellbücher werden in den kommenden Wochen geöffnet, die ersten Auslieferungen erfolgen in der ersten Jahreshälfte 2027.

Was bedeutet das?

Renault wird immer mutiger! Mit dem 5 Turbo 3E legt man auch den R5 Turbo neu auf – ebenso extrem wie damals, als man ein Mittelmotorgerät für Rallyes schuf, das nur optische Ähnlichkeiten mit dem R5 hatte. So ist es auch jetzt, denn der Turbo 3E teilt sich nur Kleinigkeiten mit dem elektrischen Standard-R5. In Wahrheit ist er ein Carbon-Supersportler in Kompaktwagenoptik. Bäääämmm!