PKW

Elatec: Einfacher Ladezugang per Chip

Auch wenn man nicht bewusst gesehen haben – die Multitechnologie-Leser von Elatec sind überall – auch in Ladeinfrastruktur und ermöglichen dort digitale Zugänge.

Alles mit einer App oder einem Chip: Elatec gehört zu den Hidden Champions in Sachen Zugangskontrolle - auch für Ladeinfrastruktur. | Foto: Elatec
Alles mit einer App oder einem Chip: Elatec gehört zu den Hidden Champions in Sachen Zugangskontrolle - auch für Ladeinfrastruktur. | Foto: Elatec

Bei Elatec treffen wir auf der Smarter E Anna Vanessa Evertz, Senior Marketing Managerin, die uns gleich zu ihrer „Fabrik“ führt, die virtuell am Screen „aufgebaut“ wurde. „Um zu zeigen, wo unsere Zugangstechnik respektive unsere Chips überall verbaut sind“, erklärt sie. Der Idealfall wäre ein Chipset, über das verschiedenste Zugänge geregelt werden können, denn oft gibt es für Mitarbeitende ja verschiedene Berechtigungen, wie uns Evetz erklärt.

Das kann auch bei der Ladeinfrastruktur funktionieren, wie Alfredo Neumann, Head of Aerea und New-Business-Sales von Elatec erklärt. Mittlerweile setzen intelligente Büros und Fabriken solche Systeme für den physischen Zugang, PC-Single-Sign-On und das Flottenmanagement ein. Die Hardware von Elatec, kombiniert mit dem Software Development Kit und dem umfassenden Service, hilft Unternehmen dabei, isolierte Systeme mithilfe von RFID, NFC und BLE – in Karten, Schlüsselanhängern und Smartphones – zu vereinheitlichen. Womit wir bei Evertz`Vision von DEM EINEN Zugangschip respektive DER EINEN Zugangsapp wären, die einem alle nötigen Türen und in unserem Fall – Lademöglichkeiten öffnet.

Die Multitechnologie-Leser von Elatec finden sich häufig an Türen, Toren und Aufzügen. Darüber hinaus sind sie Bestandteil von Sicherheitslösungen in Smart Offices und unterstützen sicheres Drucken sowie Single Sign-On. Das Drucken war laut Evertz übrigens der erste Anwendungsbereich der Firma. Dazu Hinzu kommen Mitarbeiterschließfächer, Maschinen-Authentifizierung  und eben Ladesysteme für Elektrofahrzeuge und.

Bei der Vielzahl an zu verwaltenden Systemen hilft Elatec, isolierte Zugangskontrollen aufzubrechen – mit Unterstützung für RFID, NFC (Near Field Communication) und sogar BLE (Bluetooth Low Energy). Natürlich werden auch Smartphones unterstützt, sodass Zugangsdaten bequem auf diesen allgegenwärtigen Geräten mitgeführt werden können. Und wie sieht das nun konkret aus? Dafür gibt es ein konkretes Beispiel: Enovates musste seine Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge modernisieren, um neue AFIR-Vorschriften zu erfüllen – und das in sehr kurzer Zeit. Elatec hat eine neuartige Firmware-Anwendung entwickelt, die Ad-hoc-Ladevorgänge an den Ladestationen des Unternehmens über eine sichere Zahlungsmethode ohne Displays oder dynamische QR-Codes ermöglicht. Per Remote-Update kann Enovates seinen Kunden rückwirkend mit minimalem Aufwand und nahezu ohne Betriebsunterbrechung eine AFIR-konforme Lösung zur Verfügung stellen.

Enovates musste AFIR schnell umsetzen

Enovates bietet intelligente Ladesysteme für B2B/B2G-Kunden, die öffentliche oder halböffentliche Ladestationen für Elektrofahrzeuge betreiben. Die E-Mobilitätslösungen von Enovates umfassen Wallboxen, Ladestationen und -säulen sowie Managementsoftware für Ladestationsbetreiber und EV-Lösungsanbieter.

Die im April 2024 in Kraft getretene Verordnung über den Aufbau der Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (Alternative Fuel Infrastructure Regulation, AFIR) enthält neue Anforderungen für Betreiber öffentlicher und halböffentlicher Ladestationen in der EU. Ladestationen müssen nun transparente und wettbewerbsneutrale Tarife für Nutzer ohne Abo anbieten.

Neu errichtete Ladestationen mit einer Ladeleistung ab 50 kW müssen mit Kartenterminals ausgestattet sein. Für Ladestationen mit einer Ladeleistung von weniger als 50 kW ist die Einführung eines sicheren Ad-hoc-Zahlungsverfahrens vorgeschrieben. Das hat nun erhebliche Folgen für die Betreiber öffentlicher und halböffentlicher Ladestationen für Elektrofahrzeuge, bei denen die Bezahlung bisher häufig über statische QR-Codes abgewickelt wurde.

Die Sache mit den QR-Codes für den Zugang zum Laden: Da steckt der Teufel im Detail

Als mögliche Lösung für Ladestationen mit einer Ladeleistung von weniger als 50 kW wurden dynamische QR-Codes vorgeschlagen, die aus Sicherheitsgründen für jede Transaktion eigens generiert werden. Diese Lösung ist aber nur bei E-Ladestationen mit integriertem Display realisierbar, auf dem der dynamische Code angezeigt werden kann. Ladestationen ohne Display könnten daher in Zukunft nicht mehr genutzt werden.

Also bat Enovates Elatec im Januar 2024 um Unterstützung, den die Zeit drückte: Das Unternehmen wollte seine Ladestationen mit einer Leistung von weniger als 50 kW noch vor Ablauf der Frist im April 2024 umrüsten, um die neuen Anforderungen zu erfüllen. Enovates benötigte eine alternative Lösung für die bestehenden Wallboxen und Ladestationen, um die AFIR-Anforderungen für Ad-hoc-Ladevorgänge zu erfüllen. Die Lösung musste auch für Ladestationen ohne Display geeignet sein. Außerdem sollte sie sich leicht bei bestehenden Kunden einrichten lassen, ohne dass ein kostspieliger Austausch der installierten Lesegeräte oder der Einsatz von Technikern vor Ort zur Aktualisierung erforderlich ist.

Um die Einhaltung der AFIR-Anforderungen zu gewährleisten, konzipierte Elatec in enger Zusammenarbeit mit Enovates eine neuartige Lösung, die die Bedürfnisse des Unternehmens auf möglichst einfache und kostengünstige Weise erfüllen sollte. Das Ingenieurteam entwickelte eine NFC-basierte dynamische Zahlungsverbindung, bei der das Ladegerät über seinen Leser eine Zahlungswebsite auf dem Mobiltelefon des Nutzers öffnet.

 

Die Leser müssen viele Anforderungen erfüllen

Elatec arbeitet seit 2018 mit Enovates zusammen und ist einer der Exklusivlieferanten des Unternehmens. Dieses setzt seit 2022 in seinen Wallboxen den TWN4 MultiTech HF Mini von Elatec ein, der als kleiner, stromsparender, kostengünstiger und flexibler Leser alle Anforderungen in idealer Weise erfüllt. Er lässt sich problemlos in die Hauptplatine der Ladegeräte integrieren und unterstützt alle HF RFID (Radio-Frequency Identification)- oder NFC (Near-Field Communication)-Transpondertechnologien.

Darüber hinaus kann das Unternehmen mithilfe des leistungsfähigen Software-Development-Kits seine eigene Firmware schreiben und den Leser gezielt an seine Bedürfnisse anpassen. Die Flexibilität des Software-Development-Kits war ausschlaggebend für die neue Ad-hoc-Zahlungslösung. Die Firmware des Lesers wurde aktualisiert, sodass dieser einen NFC-Tag emulieren und ein Signal an das Smartphone des Nutzers senden kann, um die Zahlungswebsite zu öffnen.

Ladende wollen weder extra Ladekarten noch spezielle Apps herunterladen

Der Nutzer benötigt weder eine besondere App auf seinem Mobiltelefon noch ein Abonnement für die Ladestation. Der Zugang ist mit jedem NFC-fähigen Smartphone möglich, das in den Empfangsbereich des Lesers gehalten wird. Auf dessen Display erscheint eine sichere Website mit den aktuellen Ladepreisen und weiteren Anweisungen, über die auch die Zahlung selbst abgewickelt wird.

Diese Lösung erfüllt alle AFIR-Anforderungen für Ad-hoc-Ladevorgänge und Preistransparenz, ohne dass die Ladestationen mit teuren LCD-Displays nachgerüstet werden müssen. Außerdem ist sie wesentlich sicherer als ein QR-Code. Entscheidend ist, dass die Lösung für alle Kunden von Enovates per Remote-Update ohne Einsatz eines Technikers vor Ort bereitgestellt werden kann. Elatec automatisiert die Bereitstellung, um den Aufwand und die Betriebsunterbrechung bei der Implementierung der AFIR-konformen Lösung für Enovates und seine Kunden zu minimieren.

 „Die Ladestationen von Enovates sind so konzipiert, dass sie hervorragende Lademöglichkeiten bieten und gleichzeitig die Einhaltung der AFIR (Alternative Fuels Infrastructure Regulation) gewährleisten“, erklärt Steve Vancompernolle, Produktmanager bei Enovates und ergänzt:

„Dank integrierter RFID-Leser ermöglichen sie eine sichere und effiziente Benutzerauthentifizierung sowie die von der AFIR geforderte Ad-hoc-Bezahlung an öffentlichen Ladestationen. Dies gewährleistet eine reibungslose Nutzung und Bezahlung der Ladedienste und bietet allen Besitzern von Elektrofahrzeugen mehr Komfort und einen einfacheren Zugang.“

Enovates setzt den TWN4 MultiTech HF Mini nun in allen Wallboxen und Ladesäulen ein. Das flexible Software-Development-Kit und die Remote-Upgrade-Funktionen ermöglichen eine kontinuierliche Weiterentwicklung, sodass auch neue gesetzliche Anforderungen jederzeit eingehalten werden können.

Was bedeutet das?

Ein kluger Reader, klug programmiert: Dank der Hardware, Software und Services von Elatec verfügt Enovates über eine zukunftssichere Lösung, die die Bedürfnisse der Ladestationsbetreiber auch langfristig erfüllen wird – auch wenn man es optisch gar nicht wahrnimmt!