Zeitreise im Chiemsee-Alpenland: Kultur, Technik und Geschichte entdecken
Noch bis zum 21. September 2025 bringt die Chiemsee-Bahn Besucher vom Bahnhof Prien a.Chiemsee zum Hafen Prien/Stock. Am Wochenende verkehrt auf der 1,8 Kilometer langen Strecke eine historische Dampf-Straßenbahn aus dem Jahr 1887. Unter der Woche übernimmt eine Diesellok den Betrieb. Die Weiterfahrt zu den Chiemsee-Inseln erfolgt per Schiff, wobei auch heute noch der Schaufelraddampfer „Ludwig Fessler“ eingesetzt wird – ein Relikt aus der Geschichte der Chiemsee-Schifffahrt, die seit 175 Jahren existiert.
UNESCO-Weltkulturerbe auf der Herreninsel
Auf der Herreninsel stehen bedeutende geschichtliche Bauwerke zur Besichtigung offen. Neben dem sogenannten Verfassungszimmer im Alten Schloss, in dem 1948 das Grundgesetz vorbereitet wurde, gehört das Neue Schloss Herrenchiemsee zu den Hauptattraktionen. Das letzte große Bauprojekt König Ludwigs II., auch bekannt als „Bayerisches Versailles“, ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Anlässlich des 180. Geburtstags von Ludwig II. findet am 25. August 2025 ein König-Ludwig-Abend im Schloss statt.
Klostergeschichte auf der Fraueninsel
Auf der Fraueninsel lässt sich ein weiteres Kapitel der bayerischen Geschichte nachvollziehen. Das dortige Nonnenkloster wurde nach Überlieferung im Jahr 782 von Herzog Tassilo III. gegründet und mit Gütern ausgestattet. Die Karolingische Torhalle, ein zweigeschossiges Bauwerk, ist als baugeschichtliche Besonderheit bis heute erhalten. Die heutige Abtei Frauenwörth wird weiterhin von Benediktinerinnen bewohnt, die auch Seminare vor Ort anbieten.
Geologische Zeitreise am Wendelstein
Einblicke in die Erdgeschichte bietet der Geologie-Rundweg am Wendelstein. Die Anreise erfolgt ab Brannenburg mit der Wendelstein-Zahnradbahn, die zwischen 1910 und 1912 errichtet wurde und als erste Hochgebirgs-Zahnradbahn Deutschlands gilt. Eine Ausstellung im Untergeschoss des Wendelsteinhauses dokumentiert mit historischen Fotos, Zeichnungen, Werkzeugen und einem Film die Baugeschichte der Bahn.
Spuren der Römer in Rosenheim
Die römische Vergangenheit der Region ist in Rosenheim Thema der Stadtführung „Findet den Römerschatz!“. Kinder im lesefähigen Alter und ihre Eltern entdecken dabei Spuren aus der Zeit, als der bayerische Süden Teil des römischen Imperiums war. Zudem kündigt der Lokschuppen Rosenheim eine neue Ausstellung an: „Römer – Gesichter eines Weltreiches“ wird vom 20. März 2026 bis zum 1. August 2027 gezeigt.
Weitere historische Lernorte in der Region
Stadtführungen in Wasserburg am Inn ermöglichen einen Einblick in das mittelalterliche Stadtbild. Im Freilichtmuseum Amerang können Besucher historische landwirtschaftliche Bauten besichtigen. Ebenfalls in Amerang befindet sich die Ausstellung „EFA Mobile Zeiten“, die sich mit der Geschichte des Automobils beschäftigt.
Zeugen früher Besiedlung und Ortsgeschichte
In Högling (Gemeinde Bruckmühl) steht eine über 1000 Jahre alte Dorflinde, die früher als Gerichtsstätte diente. Weitere Orte mit langer Geschichte sind Bad Aibling (über 1200 Jahre), Bad Endorf (2024: 1100 Jahre) und Eggstätt (2025: 1100 Jahre). In Bruckmühl weisen Bodenfunde auf eine Besiedlung bereits in der Jungsteinzeit um 3000 v. Chr. hin.