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Formel E: Porsche – Zwei weitere Titel!

32 Podestplätze, 13 Rennsiege, 4 WM-Titel – und ein ganz besonderes Datum im Rückspiegel: Am 28. Juli 2017 ging Porsche im Monoposte wieder auf Titeljage – in der Formel E. Acht Jahre später, auf den Tag genau, kann man in Zuffenhausen selbstbewusst sagen: Wir sind oben angekommen. Ganz oben.

Bis auf den Fahrertitel ginge alle Formel-e-Titel 2025 an Porsche. | Foto: Porsche
Bis auf den Fahrertitel ginge alle Formel-e-Titel 2025 an Porsche. | Foto: Porsche

Beim Saisonfinale 2025 in London wurde die Trophäensammlung vollendet – und das stilecht dort, wo Porsche bereits zweimal den Fahrertitel geholt hatte. Dieses Mal ging der Doppelsieg nach Weissach: Bester Hersteller und bestes Team – die zwei Pokale, die noch gefehlt hatten, stehen jetzt auch im Regal.

Kunden mit Strom im Blut

256 Punkte sammelte das Werksteam TAG Heuer Porsche in der gerade abgeschlossenen elften Formel-E-Saison ein. Eine reife Leistung – aber nicht allein erbracht. Denn die Porsche-Familie wuchs: Andretti Formula E und Cupra Kiro – zwei Kundenteams mit reichlich Energie im Gepäck – trugen kräftig zum Hersteller-Titel bei. Dreimal Pole, ein Sieg, zehn Podestplätze fürs Werksteam – darunter auch drei Doppelpodien. Andretti? Ebenfalls vorne dabei mit Pole und zwei Podiums. Kiro? Krönte sich mit einem Sieg, einem zweiten Platz und ebenfalls einer Pole.

In der Formel E können Werk- und Kundenteams im gleichen Rennen Punkte für dieselbe WM-Wertung einfahren. Ein Novum! Früher ging das höchstens in den wilden Tagen der Gruppe C – da, wo Schnurrbärte noch aerodynamisch waren.

Vom Le-Mans-Marathon zum 45-Minuten-Sprint

Als Porsche 2017 von Langstrecke auch auf Sprint wechselte, war das ein bisschen so, als würde man einem Marathonläufer Spikes anziehen und ihn auf die 100 Meter schicken. Der Umstieg: sportlich. Die Lernkurve: steil. Aber der Wille? Ungebrochen.

Schon beim Debüt 2019 in Diriyya gabs überraschend das erste Podium – obwohl die Konkurrenz mit den sogenannten GEN2-Fahrzeugen schon ein Jahr Vorsprung hatte. Doch Porsche wäre nicht Porsche, wenn man sich davon hätte bremsen lassen.

Formel-E-Projektleiter Florian Modlinger, seit 2022 an Bord, brachte das Sprint-Gen aus DTM und Audi-Zeiten mit:

„Wir mussten lernen, dass es in der Formel E nicht reicht, schnell zu sein – man muss auch schnell vorne starten. 2024 war unser Qualifying das Zünglein an der Waage.“

Zwei Fahrer – ein Ziel: Weltmeister

Mit den neuen GEN3-Fahrzeugen begann 2023 die Porsche-Erfolgsära so richtig zu glühen. Zwar schnappte sich damals Jake Dennis vom Kundenteam Andretti den Fahrertitel – mit Porsche-Power unter der Haube. Aber 2024 schlug die Stunde von Pascal Wehrlein: Sieben Saisonsiege, Top-Qualifyer, Champion – Punkt.

Kollege António Félix da Costa holte sogar einen Sieg mehr, aber ließ im Qualifying zu viele Punkte liegen. Und auch wenn man mal unverschuldet abhebt wie Wehrlein in São Paulo oder im Safety Car festhängt – das gehört zum Spiel. Entscheidend ist: Porsche hatte immer zwei heiße Eisen im Feuer. Und deshalb den Teamtitel redlich verdient.

Mehr als nur Rennglanz – Technik mit Straßenzulassung

Was in der Formel E entwickelt wird, bleibt nicht auf der Strecke: Ladeleistung, Software, Antrieb – alles fließt zurück in die Serie. Prominentestes Beispiel: die „Pit-Boost“-Ladeboxen, bei denen der Porsche 99X Electric mit 600 kW in 30 Sekunden 10 % Saft tankt. CCS-Schnittstelle? Gleich wie beim Taycan.

Apropos Taycan: Der Turbo GT kam 2024 nicht nur mit Attack Mode (ganz wie im Rennwagen), sondern auch in den Farben der Saison daher: Purplesky und Shadegreen – lila und grün also. Ein Farbtupfer mit Botschaft: Straße trifft Strecke.

Porsche-Motorsportchef Thomas Laudenbach bringt’s auf den Punkt: „Unsere Renn- und Serien-Ingenieure sitzen in Weissach Tür an Tür. Know-how fließt – in beide Richtungen. Der Attack Mode im Straßenwagen ist hübsch, aber das eigentliche Gold liegt in der täglichen Zusammenarbeit.“

Was bedeutet das?

Porsche ist nicht einfach mitgefahren – Porsche hat in der Formel E mittlerweile Geschichte geschrieben. In sechs Jahren Formel E wurde das Projekt vom Neuling zum Vorreiter, vom Herausforderer zum Taktgeber. Mit vier WM-Titeln in der Tasche, zwei Kundenteams an der Seite und einem Technologietransfer, der sich gewaschen hat. In Weissach glühen schon die nächsten Testreifen. Man bleibt dran!