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Wemolo übernimmt insolvente Avrio und will Parkhäuser digitalisieren

Nach der Übernahme des insolventen Konkurrenten will der Anbieter seine schrankenlose KI-Technologie statt konventioneller Systeme etablieren. Das Versprechen an Betreiber: Steigerung der Kurzparker-Umsätze um 50 Prozent bei 25 Prozent weniger Betriebskosten.

Statt Schranken kommen bei dem System KI-gestützte Kamerasysteme zum Einsatz. | Foto: Wemolo
Statt Schranken kommen bei dem System KI-gestützte Kamerasysteme zum Einsatz. | Foto: Wemolo

Wemolo, nach eigenen Angaben Europas führender Anbieter für volldigitale Parkraumlösungen, hat sich durch die Übernahme des insolventen Konkurrenten Avrio zwei Parkstandorte in Hamburg-Winterhude und Hamburg-Altona gesichert und digital ausgerüstet: ein Parkhaus mit 300 Stellplätzen in Hamburg-Winterhude und eine weitere Parkfläche in Hamburg-Altona - beide an Einzelhandelsstandorten. Nach der Insolvenz der DPG Deutsche Parken Gesellschaft GmbH (Marke: Avrio), die auf Schranken- und Ticketsysteme setzte, hat Wemolo seine KI-basierte Kennzeichenerfassung implementiert und neue Geschäftsmodelle erschlossen.

Die dem Vernehmen nach erfolgreiche Transformation der ehemals unwirtschaftlich betriebenen Standorte zu rentablen Assets basiert laut Anbieter auf zwei Kernstrategien: Die Umstellung auf ein schrankenloses Parksystem basierend auf Kameratechnik minimiert Systemausfälle und kommt ohne Personal vor Ort aus. Zudem ermögliche die Wemolo-Plattform, dass die Parkflächen in den Abend- und Nachtstunden für Anwohner verfügbar gemacht werden – hier entstehen zusätzliche Erlösströme, während auch die Schlüssel- und Vertragsverwaltung vollständig digitalisiert ist, wirbt man weiter.

"Mit der Übernahme der Avrio-Parkhäuser zeigen wir, dass unser digitales Parkraummanagement nicht nur kundenfreundlicher, sondern auch wirtschaftlich deutlich erfolgreicher ist als herkömmliche Schrankenlösungen”, erklärt Jakob Bodenmüller, Co-CEO und Mitgründer von Wemolo. “Nach der Umstellung konnten wir die Betriebskosten um bis zu 25 Prozent reduzieren und gleichzeitig die Kurzparker-Parkeinnahmen um 50 Prozent steigern, während die wartungsintensive Hardware komplett wegfällt.”

Von Schranken zu KI: Transformation analoger Systeme

Avrio setzte in seinen neun Marktjahren auf konventionelle Systeme mit physischen Schranken und Tickets, die sich als unwirtschaftlich erwiesen hätten. Die Anlagen wurden durch sein KI-gestütztes System zur Kennzeichenerfassung ersetzt. Der Standort in Winterhude profitiert von der vollständigen Modernisierung der bereits vorhandenen digitalen Grundausstattung, die nun in Wemolos fortschrittliche KI-Infrastruktur integriert wurde. Der Standort in Altona - in unmittelbarer Nähe zum Bahnhof und damit in einer hochfrequentierten Innenstadtlage - bietet durch die schrankenlose Zufahrt einen reibungslosen Verkehrsfluss ohne Rückstaus.

“Die KI-basierte Kennzeichenerkennung erfasst Parkvorgänge vollautomatisch und ermöglicht reibungslose Abläufe. Nutzer zahlen online über jedes gängige Smartphone oder am Kassenautomaten – ohne Rückstau, Papiertickets oder Wartezeiten", wirbt Bastian Pieper, CPTO und Mitgründer von Wemolo.

Datenbasierte Umsatzoptimierung durch Echtzeit-Analytics

Das Wemolo-System soll neben der verbesserten Nutzerfreundlichkeit wertvolle Echtzeit-Daten für Immobilieneigentümer bieten: Auslastungsprofile, Verweildauer, Frequenzspitzen und Zahlungsbereitschaft werden automatisch erfasst und können beispielsweise für eine dynamische Preisgestaltung genutzt werden.

“Unsere Analytics-Plattform ermöglicht es, das Nutzerverhalten zu analysieren und Preismodelle entsprechend anzupassen”, erklärt Yukio Iwamoto, Co-CEO und Mitgründer von Wemolo. “So steigern wir die Flächenrendite nachhaltig, ohne die User Experience zu beeinträchtigen. Das Ergebnis sind profitabel betriebene Parking-Assets mit minimalen Betriebskosten.”

Zusatzerlöse durch Sharing-Modell für Anwohner

Das bereits an den Standorten vorhandene Sharing-Modell für Anwohner hat Wemolo durch seine bewährte Plattform-Technologie deutlich optimiert. Anwohner können freie Stellplätze außerhalb der Retailer-Öffnungszeiten flexibel buchen - als Tages-, Wochen- oder Monatsabo. “Dieses Modell maximiert die Asset-Auslastung und generiert Zusatzerlöse in sonst ungenutzten Zeitfenstern”, erklärt Bodenmüller. Besonders in urbanen Hochpreislagen wie Hamburg-Winterhude und Altona mit extremem Parkdruck erweist sich dieses hybride Nutzungskonzept als wertvoller Beitrag zur Renditeoptimierung. Die Buchungsplattform ermöglicht eine effiziente Auslastung in den Abend- und Nachtstunden - Zeiträume, in denen konventionelle Parkflächen oft komplett ungenutzt bleiben, beschreibt der Anbieter weiter.

Fokus auf urbane Premiumlagen mit multimodaler Verkehrsanbindung

Das Unternehmen fokussiert dabei gezielt auf Standorte mit hohem Parkdruck und starkem Verkehrsaufkommen, wo veraltete Legacy-Systeme ineffizient arbeiten. “Beide Hamburger Objekte zeigen typische Probleme traditioneller Parksysteme: hohe Auslastung trifft auf störanfällige Technik”, erläutert Sarina Decker, Director Commercial bei Wemolo. “Die exzellente ÖPNV-Anbindung - in Winterhude zwei Buslinien, in Altona direkte Nähe zum Fernbahnhof - macht diese Standorte zusätzlich attraktiv für verschiedene Immobilieneigentümer.” Für Asset Manager eröffnet dies konkrete neue Möglichkeiten: “Durch exakte Frequenzanalysen können wir den Immobilienwert präziser bewerten”, erklärt Decker. “Die Daten zu Fahrzeugmodellen und Verweildauer geben zudem Rückschlüsse auf die Kaufkraft der Nutzer - wertvolle Insights für Standortbewertungen und Mietpreisgestaltung.”

Die Übernahme markiert einen strategischen Expansionsschritt für das Unternehmen. Neben organischem Wachstum will man auch durch gezielte Akquisitionen expandieren. Mit rund 3.000 Standorten und mehr als zwei Millionen täglich verarbeiteten Parkvorgängen hat Wemolo seine Technologie bereits in unterschiedlichen Immobilienklassen etabliert, so das Unternehmen.