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Spatenstich für neues Bayer-Lager in Bergkamen

In der klimaneutral betriebenen neuen Anlage sollen ab dem ersten Quartal 2026 Rohstoffe für die Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe sowie die Zwischen- und Endprodukte selber gelagert werden.

Beim Spatenstich für das neue Kombinierte Lager Bergkamen: v.l. Markus Voss (DHL Supply Chain), Thomas Wessa (Bayer), Bergkamens Bürgermeister Bernd Schäfer und Achim Schuster (Goldbeck). (Foto: Bayer AG)
Beim Spatenstich für das neue Kombinierte Lager Bergkamen: v.l. Markus Voss (DHL Supply Chain), Thomas Wessa (Bayer), Bergkamens Bürgermeister Bernd Schäfer und Achim Schuster (Goldbeck). (Foto: Bayer AG)

Bayer lässt am Standort Bergkamen ein mit moderner Technik ausgestattetes und klimaneutral betriebenes Lager für Rohstoffe pharmazeutische Wirkstoffe bauen. Das eine Fläche von drei Fußballfeldern umfassende „Kombinierte Lager Bergkamen“ soll im ersten Quartal 2026 in Betrieb gehen und wird außer vom lokalen Standort auch vom Bayer-Werk Wuppertal genutzt werden. Moderne Logistiktechnik wie automatische Shuttle-Regale und teilautonome Flurförderzeuge sollen ein effizientes und sicheres Arbeiten ermöglichen.

Thomas Wessa, Leiter Supply Center Bergkamen, sagte anlässlich des Spatenstichs: „Durch die gemeinsame Nutzung mit unserem Partnerstandort Wuppertal haben wir eine effiziente Lösung für unser Produktionsnetzwerk gewählt.“

Moderne Logistiktechnik und Nachhaltigkeit

Auf einer Fläche von rund 15.100 m2 sollen auf fast 25.000 Paletten feste und flüssige Rohstoffe gelagert werden, die die Standorte Bergkamen und Wuppertal für die jeweilige Herstellung pharmazeutischer Wirkstoffe benötigen. Zudem werden vom Bergkamener Werk dort ebenfalls Zwischenprodukte und die Wirkstoffe selbst gelagert, für die besondere behördliche Anforderungen gelten.

Für die Errichtung des neuen Lagers arbeitet Bayer mit DHL Supply Chain zusammen. Im Rahmen eines Leasingmodells wird Bayer das Lager nach dessen Fertigstellung mit eigenen Mitarbeitenden betreiben. Den Bau wird Goldbeck vornehmen, eines der führenden Bau- und Dienstleistungsunternehmen Europas.

Klimaneutrales Lager

Das Expertenteam von DHL Supply Chain, die Real Estate Solutions, hat das neue Lager unter Nachhaltigkeitskriterien entwickelt, die nach Angabe von Bayer die Anforderungen für nachhaltiges Bauen erfüllen.

„Der Klimawandel verlangt von uns allen, flexibel und innovativ zu sein. Bei DHL Supply Chain sind wir uns dieser Herausforderung bewusst und setzen auch bei unseren eigenen Immobilienentwicklungen alles daran, nachhaltige Lösungen zu entwickeln, die sowohl ökologisch als auch ökonomisch sinnvoll sind“, erläutert Markus Voss, Globaler Chief Development Officer der DHL Supply Chain.

Das Lager wird klimaneutral betrieben werden. Hierfür wird auf dem Dach eine Photovoltaikanlage installiert werden, die den Strom fürs Heizen und Kühlen des Gebäudes mittels Wärmepumpen liefert. In den sonnenarmen Zeiten soll extern bezogener, grüner Strom eingesetzt werden.

Der Bayer-Industriepark Bergkamen

Der Standort von Bayer in Bergkamen ist ein Industriepark für die chemisch- pharmazeutische Produktion. Er ist das größte Werk von Bayer für pharmazeutische Wirkstoffe. Im Supply Center Bergkamen, zu dem auch ein Mikronisierbetrieb in Berlin gehört, in dem die Wirkstoffe zermahlen und aufbereitet werden, sowie den Bereichen der Infrastrukturdienstleistungen und des Standortmanagements sind insgesamt circa 1.700 Mitarbeiter tätig.

Weltweit bekannt und führend ist der Standort seit mehr als sechs Jahrzehnten für die Herstellung von hormonellen Wirkstoffen für Produkte der Empfängnisverhütung und der Frauengesundheit sowie für die Produktion von Kontrastmitteln. Das erste Kontrastmittel der Welt für die Magnetresonanztomografie wurde 1988 in Bergkamen produziert. Im Jahr 2023 investierte das Unternehmen rund 50 Millionen Euro in den Standort Bergkamen.

Im Bayer-Industriepark Bergkamen produziert zudem die Lanxess Organometallics GmbH mit rund 200 Mitarbeitern verschiedene metallorganische Verbindungen. Sie ermöglichen die gezielte Herstellung von Kunststoffen, Feinchemikalien und Pharmaka. Zudem sind sie essentiell bei der Herstellung von Halbleitern und Photovoltaikmodulen sowie bei Anti-Korrosionsbeschichtungen im Automobilbau und bei der Beschichtung von Glas.

Ebenfalls ansässig ist die Huntsman Advanced Materials (Deutschland) GmbH. Rund 65 Mitarbeitende stellen Härter für Epoxidharze, Druckfarbenharze und Schmelzklebstoffe her. Diese finden in den Bereichen Transport, Flugzeug- und Automobilbau, Energieerzeugung, Elektronik sowie Korrosions- und Bautenschutz Anwendung.