LKW

Schweiz: 250 neue LSVA-Standorte für LKW-Maut geplant

Die Schweiz modernisiert ihre LSVA-Mautkontrolle: Kapsch TrafficCom errichtet bis 2025 über 250 stationäre und mobile Erfassungseinheiten für den LKW-Schwerverkehr. Ziel ist eine flächendeckende, digitale Kontrolle der Maut – mit Bilddokumentation, Rechenzentrum und präziser Abrechnung für transalpine Transporte.

Moderne Erfassungstechnik ermöglicht eine lückenlose Dokumentation des Schwerverkehrs an Grenzübergängen und auf Schweizer Straßen. | Foto: Kapsch TrafficCom
Moderne Erfassungstechnik ermöglicht eine lückenlose Dokumentation des Schwerverkehrs an Grenzübergängen und auf Schweizer Straßen. | Foto: Kapsch TrafficCom

Kapsch TrafficCom hat mit der Umsetzung des neuen schweizerischen Erfassungssystems Straße (ESTR) zur Kontrolle der leistungsabhängigen Schwerverkehrsabgabe (LSVA) begonnen. Wie das Unternehmen bekannt gegeben hat, liefert es dafür sowohl physische als auch digitale Infrastruktur sowie moderne Videosensorik für stationäre und mobile Erfassungsanlagen. Ziel sei eine lückenlose, orts- und zeitpunktgenaue Erfassung des abgabepflichtigen Schwerverkehrs auf Schweizer Straßen sicherzustellen.

Projektlaufzeit und Volumen

Der Vertrag wurde im April 2024 unterzeichnet. Die Design- und Bauphase erstreckt sich über zwei Jahre und soll Ende 2025 mit einem Pilotbetrieb abgeschlossen sein. Daran schließt sich eine achtjährige Betriebs- und Wartungsphase bis Ende 2033 an. Eine Verlängerungsoption um weitere zwei Jahre bis Ende 2035 ist Bestandteil des Vertrags. Das Gesamtvolumen des Projekts beläuft sich auf 74,5 Millionen Euro.

Carolin Treichl, EVP EMEA bei Kapsch TrafficCom, kommentiert das Projekt: „Wir sind sehr erfreut über die erfolgreiche Zusammenarbeit mit den Schweizer Behörden.  Dadurch kann die Schweiz, durch die immerhin ein Drittel aller transalpinen Güterlieferungen verkehren, die Abgabe lückenlos einheben.“

Technische Ausstattung und Abdeckung

Das neue System deckt mehr als 80 Grenzübergänge sowie zahlreiche Haupt- und Nebenstraßen ab. An 169 stationären Standorten werden Fahrzeuge anhand von Ort, Zeit, Kennzeichen und Fahrzeugtyp erfasst. Der Erfassungsvorgang wird jeweils mit Bildmaterial dokumentiert. An 83 dieser Standorte wird neue Tragwerk-Infrastruktur zur Befestigung der Sensorik errichtet.

Zusätzlich zur stationären Erfassung wird das System durch 34 mobile Erfassungsfahrzeuge ergänzt, die flexibel im gesamten Schweizer Staatsgebiet eingesetzt werden können.

Zentrales Rechenzentrum für Datenverarbeitung

Zur sicheren Verarbeitung der erfassten Daten wird am Standort des Bundesamts für Informatik (BIT) ein eigenes Rechenzentrum eingerichtet. Ziel ist eine zuverlässige und nachvollziehbare Berechnung der LSVA für alle abgabepflichtigen Transportunternehmen.

Mit der Einführung des neuen Systems sollen Transparenz und Effizienz bei der Erhebung der LSVA erhöht werden – insbesondere vor dem Hintergrund des hohen Schwerverkehrsaufkommens durch die Schweiz im transalpinen Güterverkehr. (av)