LKW

Lkw-Markt: Auftragseingang bei Traton wächst trotz Absatzrückgang

Zwar verzeichnet die Traton Group im ersten Halbjahr 2025 mehr Bestellungen für Lkw und Transporter, muss dafür allerdings bei Auslieferungen und Umsatz Rückgänge hinnehmen.

Der Nutzfahrzeughersteller Traton steigert seine Bestellungen im ersten Halbjahr, kämpft jedoch mit schwächerem Absatz und sinkendem Umsatz. (Foto: Traton Group)
Der Nutzfahrzeughersteller Traton steigert seine Bestellungen im ersten Halbjahr, kämpft jedoch mit schwächerem Absatz und sinkendem Umsatz. (Foto: Traton Group)

Im ersten Halbjahr 2025 erhielt die Traton Group mehr Bestellungen für Nutzfahrzeuge, lieferte aber gleichzeitig weniger Fahrzeuge aus und erzielte geringere Umsätze. Wie das Unternehmen mitteilt, stieg der Auftragseingang um elf Prozent auf 139.599 Fahrzeuge. Das entspricht einem Anstieg um elf Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Besonders deutlich fiel das Plus bei den Lkw-Bestellungen aus. Hier registrierte das Unternehmen einen Zuwachs um 14 Prozent auf 111.391 Fahrzeuge. Der Auftragseingang beim leichten Nutzfahrzeug MAN TGE stieg im Zuge eines Modellwechsels um 25 Prozent auf 14.201 Einheiten. Die Nachfrage nach Bussen ging hingegen um zwölf Prozent auf 14.007 Fahrzeuge zurück.

Im selben Zeitraum verringerte sich der Absatz, also die tatsächlichen Auslieferungen von Fahrzeugen, um vier Prozent auf 153.086 Fahrzeuge. Der Rückgang im Lkw-Segment fiel mit acht Prozent auf 121.308 Einheiten besonders deutlich aus. Im Gegensatz dazu stieg der Absatz im Busgeschäft um 28 Prozent auf 16.718 Fahrzeuge. Der MAN TGE erreichte mit 15.060 ausgelieferten Fahrzeugen einen leichten Zuwachs von zwei Prozent.

Die Traton Group führt für den Anstieg beim Auftragseingang unter anderem einen erhöhten Ersatzbedarf im Markt der EU27+3-Staaten zurück. In Nordamerika hingegen sei die Nachfrage aufgrund der Unsicherheiten rund um die US-Zollpolitik rückläufig. Auch in Brasilien beobachtet das Unternehmen eine abnehmende Dynamik im schweren Lkw-Segment, bedingt durch ein schwieriges wirtschaftliches Umfeld.

Umsatz geht deutlich zurück

Trotz der gestiegenen Bestellungen sank der Umsatz im ersten Halbjahr 2025 deutlich. Die Traton Group weist einen Rückgang um sechs Prozent auf 21,9 Milliarden Euro aus. Das Unternehmen führt diesen Einbruch auf den gesunkenen Absatz und eine geringere Auslastung in der Lkw-Produktion zurück. Zusätzlich wirkten sich Währungseffekte negativ aus, insbesondere durch die Aufwertung der schwedischen Krone.

Produktionsanpassungen in mehreren Märkten

Angesichts der rückläufigen Auslieferungszahlen und der schwankenden Nachfrage hat die Traton Group ihre Produktion an mehreren Standorten angepasst. Scania drosselte seine globalen Produktionskapazitäten. Als Gründe nennt das Unternehmen neben geringeren Absatzzahlen auch Wechselkursverluste sowie zusätzliche Aufwendungen für den Aufbau eines neuen Werks in China.

International Motors verzichtet im mexikanischen Werk, in dem Fahrzeuge der Klasse 8 produziert werden, derzeit auf eine zweite Schicht. Das Unternehmen begründet diesen Schritt mit einem ungünstigen Produktmix, schwächerem Absatzvolumen und rückläufigen Umsätzen im Bereich Fahrzeugservices und sonstigen Geschäftsfeldern.

Auch MAN Truck & Bus verzeichnete einen Umsatzrückgang, konnte diesen jedoch teilweise durch Fixkostensenkungen kompensieren. Nach Angaben des Unternehmens verbesserte sich die operative Entwicklung im Verlauf des ersten Halbjahres. Dahingegen steigerte Volkswagen Truck & Bus in Brasilien trotz geringerer Umsätze seine operative Marge auf 13,0 Prozent. Ein moderater Anstieg beim Absatz wurde allerdings durch gestiegene Produktkosten und negative Währungseffekte belastet.

Technologische Zusammenarbeit und Elektromobilität

Zum 1. Juli 2025 hat die Traton Group eine gruppenweite Forschungs- und Entwicklungsstruktur eingeführt. Die Marken sollen ihr technisches Know-how künftig gemeinsam nutzen. Ziel sei es, Entwicklungsressourcen zu bündeln und technologische Lösungen schneller in marktfähige Produkte zu überführen, so die Mitteilung.

Im Bereich Elektromobilität meldete das Unternehmen eine Verdopplung der ausgelieferten vollelektrischen Fahrzeuge im Vergleich zum Vorjahr. Genaue Stückzahlen wurden nicht genannt.

Prognose gesenkt

Als Reaktion auf die aktuelle Marktlage hat die Traton Group ihre Prognose für das Geschäftsjahr 2025 angepasst. Das Unternehmen rechnet nun mit einem Absatz- und Umsatzrückgang zwischen null und zehn Prozent. Die operative Rendite soll sich im Korridor zwischen sechs und sieben Prozent bewegen. Ursprünglich hatte Traton einen Anstieg von bis zu fünf Prozent erwartet. Als zusätzlichen Unsicherheitsfaktor nennt das Unternehmen mögliche Auswirkungen der US-Handelspolitik.

Die Unternehmensgruppe kündigt an, auch im weiteren Jahresverlauf Maßnahmen zur Kostensicherung und Produktionssteuerung zu ergreifen. Ziel sei es, flexibel auf Nachfrageveränderungen zu reagieren und die operative Stabilität zu sichern.