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Re-Breath: Brembo-System senkt Feinstaub durch Bremsabrieb im Nahverkehr

Ein neu entwickeltes Bremssystem reduziert den Bremsabrieb im Linienverkehr deutlich. Tests in Bergamo (Italien) und Bratislava (Slowakei) zeigen, wie Technik und Umweltmaßnahmen zusammenwirken, um die Luftqualität an stark belasteten Haltestellen nachhaltig zu verbessern.

Bremsscheibe aus Spezialgusseisen und kupferfreie Bremsbeläge: Das im RE-BREATH-Projekt entwickelte Bremssystem von Brembo reduziert Partikelemissionen im öffentlichen Nahverkehr deutlich. | Foto: Brembo
Bremsscheibe aus Spezialgusseisen und kupferfreie Bremsbeläge: Das im RE-BREATH-Projekt entwickelte Bremssystem von Brembo reduziert Partikelemissionen im öffentlichen Nahverkehr deutlich. | Foto: Brembo

Nach drei Jahren Laufzeit ist das europäische Projekt Re-Breath (Reduction of Brake Wear Emissions in the Transport Sector) abgeschlossen. Ziel der vom EU-Life-Programm geförderten Initiative war es, Emissionen durch Bremsabrieb im öffentlichen Nahverkehr zu erfassen, deren Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit zu bewerten und technische sowie infrastrukturelle Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Praxisnahe Tests in belasteten Städten

Im Zentrum des Projekts standen Langzeittests in den Städten Bergamo (Italien) und Bratislava (Slowakei), die laut Europäischer Umweltagentur zu den Städten mit den höchsten PM10-Werten in Europa zählen. Die Erprobung vor Ort dauerte 16 Monate und bezog Forschungseinrichtungen, Industriepartner sowie kommunale Behörden ein.

Neues Bremssystem mit reduzierten Emissionen

Ein wesentliches Projektergebnis ist die Entwicklung eines neuartigen Bremssystems durch den Hersteller Brembo. Es umfasst Bremsscheiben aus speziellem, verschleißarmem Gusseisen sowie neu konzipierte, kupferfreie Bremsbeläge für schwere Nutzfahrzeuge. Die Markteinführung der Beläge ist für Ende 2025 vorgesehen. Die Kombination soll die Feinstaubemissionen im Vergleich zu konventionellen Bremssystemen deutlich senken, ohne die Bremsleistung zu beeinträchtigen.

Messbare Effekte bei Emissionen und Bauteilverschleiß

Die Tests zeigten eine signifikant längere Lebensdauer der neuen Bremsscheiben: +50 Prozent im Vergleich zu Originalteilen (OE) und +100 Prozent gegenüber Aftermarket-Komponenten (AM). Zudem wurde eine Reduktion der PM10-Emissionen um zehn Prozent gemessen – berechnet nach den Standards der Europäischen Umweltagentur.

Grünbarrieren senken Feinstaub an Haltestellen

Parallel zum technischen Teil wurden an Bus-Haltestellen sogenannte grüne Barrieren installiert. Diese trugen dazu bei, die lokale PM10-Konzentration um bis zu 70 Prozent zu senken. Die Maßnahmen wurden durch die Stadt Bergamo koordiniert und vom italienischen Nationalen Forschungsrat (CNR) wissenschaftlich begleitet.

Übertragbarkeit und Vorbereitung auf Euro 7

Die im Projekt gewonnenen Daten wurden an die UNECE Task Force 5 (PMP group) übermittelt und sollen in die Entwicklung künftiger Emissionsgrenzwerte einfließen. Die Re-Breath-Lösungen werden bereits auf Flotten der Arriva-Gruppe in Italien (Bergamo und Rom) und in Slowenien übertragen. Damit leisten sie einen Beitrag zur Umsetzung der ab 2026 geltenden Euro-7-Norm.

Zusammenarbeit als Erfolgsfaktor

Das Projekt zeigt, dass durch enge Kooperation zwischen Industrie, Forschung und Kommunen praktikable Lösungen zur Emissionsminderung im Verkehrssektor entwickelt und umgesetzt werden können. Das entwickelte Modell gilt als übertragbare Grundlage für weitere Anwendungen im Bereich nachhaltiger urbaner Mobilität.