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Polestar senkt CO₂-Fußabdruck pro Auto um fast 25 % – und bleibt auf Kurs

Im neuen, 164 Seiten starken Nachhaltigkeitsbericht 2024 zeigt Polestar, wie ernst es der Marke mit Klimaschutz ist. Im vierten Jahr in Folge liefert der schwedische Elektroautohersteller handfeste Fortschritte. Im Mittelpunkt: weniger Emissionen, mehr Transparenz, bessere Materialien.

Am Heck ohne Heckscheibe erkennt man den Polestar 4. Auch er wird immer nachhaltiger hergestellt. | Foto: Polestar
Am Heck ohne Heckscheibe erkennt man den Polestar 4. Auch er wird immer nachhaltiger hergestellt. | Foto: Polestar

Hoher Besuch in München: Im Polestar Space zu Gast war Frederika Klarén, bei Polestar zuständig für das Thema Nachhaltigkeit - und das umfasst nicht nur den CO₂-Fußabdruck, den man seit Jahren senkt. Was nicht immer ganz so einfach ist, wie man zwischen den Zeilen und im Bericht selbst vernehmen kann, zumal Klarén und ihr Team hier diverse faktoren im Blick haben, bis hin zum Pay-Gap zwischen weiblichen und männlichen Mitarbeitern. Und ja, auch den gilt es zu "beobachten", denn er schließt sich nicht einfach so, sondern droht teils sogar, sich wieder zu vergrößern. 

100% Strom aus Erneuerbaren

Aber das ist nur eine von vielen Baustellen. Polestars Erfolg: Seit 2020 hat die Marke den CO₂-Fußabdruck pro verkauftem Fahrzeug um 24,7 % gesenkt. Möglich machen das viele Stellschrauben – vor allem der Einsatz von CO₂-armem Aluminium in allen Modellen. Auch die Batterieproduktion wurde effizienter. In der Fahrzeugfertigung nutzt Polestar heute 100 % Strom aus erneuerbaren Quellen. Dazu kommt eine optimierte Logistik mit einem steigenden Anteil von Biokraftstoffen auf Seerouten. CEO Michael Lohscheller bringt es auf den Punkt:


„Wir entkoppeln Wachstum von Emissionen. Während vieles weltweit aus dem Ruder läuft, halten wir Kurs – und verschärfen unsere Klimaziele.“

Ein Highlight im Bericht: Fortschritte beim Polestar 0 Projekt. Seit 2021 arbeitet das Unternehmen an der Entwicklung eines vollständig klimaneutralen Autos – ohne Kompensation. Das hohe Ziel: bis 2040 komplett klimaneutral sein. Gemeinsam mit Partnern hat Polestar bereits Lösungen gefunden, die den CO₂-Fußabdruck eines Polestar 2 um bis zu 10 Tonnen senken könnten – von 26 auf 16 Tonnen (Cradle-to-Gate).

Riesiges Potenzial bei den "Klassikern" Alu und Stahl

Besonders viel Potenzial steckt laut Klarén nach wie vor in der Aluminium- und Stahlherstellung. Diese beiden Bereiche verursachen aktuell rund 45 % der Emissionen des Polestar 2. Deshalb geht das Projekt jetzt in die nächste Phase.

Zentrale Forschungsbereiche fließen künftig in das neue Mission 0 House ein – ein von Polestar initiiertes Forschungszentrum in Göteborg. Hier arbeiten Industrie und Wissenschaft gemeinsam an emissionsfreien Materialien, Produkten und Prozessen. Ziel ist die Kommerzialisierung dieser Innovationen für künftige Modelle.

Auch Themen wie Transparenz, Kreislaufwirtschaft und soziale Verantwortung bleiben Kernbestandteile der Strategie. Polestar ist der Initiative for Responsible Mining Assurance (IRMA) beigetreten und weitet seine Audit-Aktivitäten in Hochrisikoregionen weiter aus. Die Rückverfolgbarkeit kritischer Rohstoffe wurde auf Mangan ausgedehnt.

Im aktuellen Produktportfolio zeigt sich der Wandel bereits: Der neue Polestar 4 besteht zu 10 % aus recyceltem Material. Polestar will den Recyclinganteil in seinen Baureihen und Updates künftig weiter erhöhen. Gleichzeitig soll die Datenverfügbarkeit rund um Emissionen und Materialien wachsen.

Der vollständige Nachhaltigkeitsbericht steht auf der Polestar-Website zum Download bereit – und liefert viele spannende Details für Flottenmanager, Beschaffungsteams und alle, die ESG ernst nehmen.

Was bedeutet das?

Es war ein spannender Besuch: Man kann den CO₂-Fußabdruck pro verkauftem Fahrzeug merklich senken. Aber: Die anfangs großen Schritte werden zwangsläufig kleiner und wir durften von Frederika Klarén und dem 164-seitigen Bericht lernen: Nachhaltigkeit ist SO viel mehr als der CO₂-Fußabdruck.