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Münchner Logistikmarkt: Vermietungsumsatz steigt, Gesamtumsatz sinkt

Der Münchner Markt für Industrie- und Logistikimmobilien zeigt im ersten Halbjahr 2025 ein gemischtes Bild. Während die Vermietung zulegt, bleibt der Gesamtflächenumsatz hinter dem Durchschnitt zurück. Kleinteilige Abschlüsse dominieren, großvolumige Deals stehen kurz bevor. Der Leerstand bleibt niedrig.

Blick auf ein Industrie- und Logistikareal im Großraum München – die Nachfrage nach Flächen bleibt trotz begrenztem Angebot stabil. | Foto: DALL-e
Blick auf ein Industrie- und Logistikareal im Großraum München – die Nachfrage nach Flächen bleibt trotz begrenztem Angebot stabil. | Foto: DALL-e

Der Münchner Markt für Industrie- und Logistikimmobilien verzeichnete im ersten Halbjahr 2025 einen Vermietungsumsatz von rund 56.200 Quadratmetern. Das geht aus einer Pressemitteilung von Colliers hervor. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspreche dies einem Anstieg von 26 Prozent im Bereich der Vermietungen, teilt der Immobilienberater mit. Da es im betrachteten Zeitraum keine relevanten Eigennutzertransaktionen gegeben habe, sei der gesamte Flächenumsatz im Vergleich zum Vorjahr jedoch um 46 Prozent gefallen. Das Ergebnis liege somit rund 59 Prozent unter dem Fünfjahresdurchschnitt.

Kleinteilige Abschlüsse dominieren das Marktgeschehen

Die Nachfrage konzentrierte sich erneut auf das kleinteilige Flächensegment bis 3.000 Quadratmeter. Rund 88 Prozent aller Abschlüsse entfielen auf diesen Bereich, der die Hälfte des gesamten Flächenumsatzes ausmachte. Die übrigen 50 Prozent wurden durch Abschlüsse im Segment zwischen 5.000 und 10.000 Quadratmetern erzielt. Der größte Einzelabschluss erfolgte im zweiten Quartal in Kirchheim bei München, wo ein Lebensmitteleinzelhändler rund 10.000 Quadratmeter in einer Bestandsimmobilie anmietete. Zusammen mit zwei weiteren größeren Anmietungen aus dem ersten Quartal sicherte sich der Teilmarkt Umland Nord-Ost einen dominanten Anteil von 80 Prozent am gesamten Flächenumsatz.

Logistik bleibt stärkste Nutzergruppe

Logistikdienstleister stellten mit 32 Prozent die stärkste Nutzergruppe dar, gefolgt von sonstigen Nutzern (31 Prozent), Handelsunternehmen (25 Prozent) und dem Produzierenden Gewerbe (12 Prozent). Letzteres zeichnete sich jedoch für 27 Prozent der Anzahl der Abschlüsse verantwortlich und war vor allem im kleinteiligen Segment aktiv. Abschlüsse aus dem Automotive-Sektor blieben aus, während Nachfrage aus den Bereichen Defense, Pharma und Tech registriert wurde.

„Unternehmen aus dem Produzierenden Gewerbe haben zwar den geringsten Anteil am Flächenumsatz, waren jedoch für 27 Prozent der Abschlüsse in München verantwortlich und haben eher im kleinteiligen Flächensegment angemietet. Hier machen sich auch die fehlenden Abschlüsse im Automotive Sektor bemerkbar, der sich weiterhin in einer Transformation befindet. Nachfrage sehen wir jedoch sowohl im Defense- als auch Pharma- und Tech-Bereich. Die Leerstandsquote in München ist zwar in den letzten Monaten leicht gestiegen, mit 1,2 Prozent ist sie jedoch weiterhin sehr niedrig, sodass es kaum verfügbare moderne Flächen am Markt gibt“, fügt Kah hinzu.

Leerstand weiterhin auf niedrigem Niveau

Die Leerstandsquote ist in München leicht gestiegen, liegt jedoch mit 1,2 Prozent weiterhin auf sehr niedrigem Niveau. Der Markt weist daher kaum verfügbare moderne Flächen auf.

Mietpreise steigen weiter

Die Spitzenmiete für Logistikflächen über 3.000 Quadratmetern stieg gegenüber dem Vorjahr um 5 Prozent auf 9,80 Euro pro Quadratmeter. Die Durchschnittsmiete legte um 6 Prozent auf 8,90 Euro zu. Im Light-Industrial-Segment blieben die Mieten stabil: 15,80 Euro in der Spitze und 11,80 Euro im Durchschnitt. Trotz des knappen Angebots hat sich der Markt zu einem Mietermarkt entwickelt. Incentive-Pakete werden vermehrt angeboten, fallen in München jedoch geringer aus als in anderen Regionen.

Ausblick: Zunehmende Angebotsausweitung erwartet

Für die kommenden Monate wird ein Zuwachs an verfügbaren Flächen erwartet. Dazu zählen unter anderem der „Unternehmer Park“ von Aurelis mit über 20.000 Quadratmetern sowie zusätzliche Untermietflächen. Vor diesem Hintergrund wird davon ausgegangen, dass der Flächenumsatz am Münchner Industrie- und Logistikimmobilienmarkt im Jahresverlauf den Fünfjahresdurchschnitt von rund 200.000 Quadratmetern erreichen könnte.

Philipp Hunger, Consultant Industrial & Logistics bei Colliers in München: „Die Nachfrage auf dem Münchner Logistikmarkt trifft stetig auf ein sehr geringes Angebot. Nichtsdestotrotz hat sich der Markt zu einem Mietermarkt entwickelt und es werden immer mehr Incentive-Pakete angeboten, die durch den Flächenmangel in der Region jedoch niedriger ausfallen als in anderen Regionen. Im Laufe des Jahres auf den Markt kommende Neubauflächen, wie die Projektentwicklung ‚Unternehmer Park‘ von Aurelis mit über 20.000 Quadratmetern, sowie auf den Markt kommende Untermietflächen werden für mehr Produkt auf der Angebotsseite sorgen. Daher gehen wir davon aus, dass der Flächenumsatz am Münchner Industrie- und Logistikmarkt im Laufe des Jahres den Fünfjahresdurchschnitt von 200.000 Quadratmetern erreichen wird.”

(av)