PKW

Milence eröffnet neuen Ladepark für E-Trucks in Recklinghausen

Das Joint Venture von Daimler Truck, der Traton Group und der Volvo Group dehnt sein E-Lkw-Ladenetz in Deutschland aus und launcht drei neue Ladeparks, darunter den ersten im Ruhrgebiet.

Die neuen Milence-Standorte sollen den emissionsfreien Straßengüterverkehr entlang wichtiger TEN-T-Korridore unterstützen und das wachsende europäische Ladenetz von Milence stärken. Foto: Milence
Die neuen Milence-Standorte sollen den emissionsfreien Straßengüterverkehr entlang wichtiger TEN-T-Korridore unterstützen und das wachsende europäische Ladenetz von Milence stärken. Foto: Milence

Damit ist Recklinghausen der fünfte Ladepark des Unternehmens in Deutschland. Der strategisch günstig gelegene Ladepark am nördlichen Rand des Ruhrgebiets soll eine wichtige Anlaufstelle für schwere Elektrofahrzeuge entlang des transeuropäischen Verkehrsnetzes (TEN-T) in Westdeutschland bilden. Er verfügt über sechs CCS-Ladestationen (Combined Charging System) mit bis zu 400 kW. Dabei soll die Ladeleistung in der zweiten Phase durch die Einführung eines Megawatt Charging Systems (MCS) erhöht werden, heißt es. Für weiteren Komfort und Erholung der Fahrer sorgten Toiletten, Duschen und Verkaufsautomaten.

Fahrer können markenunabhängig mit einer Vielzahl gängiger Ladekarten bezahlen. Auch Direktzahlung per Terminal oder mit der Milence Card ist möglich. Der Standardtarif liegt bei 0,399 Euro/kWh (zzgl. MwSt.). Anja van Niersen, CEO von Milence:

„Deutschland ist das Herzstück und zentrale Drehscheibe des europäischen Straßengüterverkehrs. Die heutige Eröffnung unseres Ladeparks in Recklinghausen ist ein wichtiger Lückenschluss für die Elektrifizierung des Güterverkehrs im Westen Deutschlands. Mit dieser Erweiterung steht nun eine noch robustere Ladeinfrastruktur im Ruhrgebiet zur Verfügung, die Flottenbetreibern den Umstieg auf Elektro-Lkw erleichtert und ihnen die nötige Planungssicherheit für ihre Routen gibt. Emissionsfreier Transport ist nicht nur machbar, er wird auch langsam wirtschaftlich tragfähig und bietet klare wirtschaftliche Vorteile. Milence ist stolz darauf, diesen Wandel in Deutschland aktiv mitzugestalten und die Weichen für eine nachhaltige Zukunft zu stellen.“

Die drei neuen Ladeparks
Alle neuen Ladeparks befinden sich an vielbefahrenen Verkehrsknotenpunkten und ermöglichen den elektrischen Gütertransport entlang der TEN-T-Kernnetz-Korridore Rhein-Alpen und Skandinavien-Mittelmeer:

  • Recklinghausen (A2, 6 CCS-Ladepunkte) verbindet die Nordseehäfen Rotterdam und Antwerpen mit Hannover bzw. Berlin und Polen
  • Koblenz (nahe A61, 8 CCS-Ladepunkte) verbindet die Regionen Köln und Frankfurt
  • Kirchberg an der Jagst (A6, 8 CCS-Ladepunkte) liegt an der A6 und verbindet Süddeutschland mit der französischen Grenze sowie die Metropolregionen Rhein-Neckar und Nürnberg

 

Aufbau von Ladeinfrastruktur
Mit einem der höchsten Marktanteile an batterieelektrischen Langstrecken-Lkw in Europa und seiner zentralen Lage im kontinentalen Logistiknetz, sei Deutschland ein besonders relevanter Markt für die Elektrifizierung des Straßengüterverkehrs, heißt es aus dem Unternehmen. Mit der Eröffnung der neuen Ladeparks verdreifache man die eigene Zahl der deutschen Ladepunkte und wolle den Ausbau eines flächendeckenden Ladenetzes für E-Lkw weiter vorantreiben.

Bis Ende 2025 soll Deutschland mit insgesamt acht operativen Ladeparks einer der größten Märkte im Milence-Netzwerk sein. NRW-Wirtschafts- und Klimaschutzministerin Mona Neubaur:

„Mit dem ersten Ladepark für E-Lkw in NRW machen wir einen großen Schritt in Richtung klimafreundlicher Lieferverkehr. Hier können elektrische Lastwagen mit sauberem Strom geladen werden – das schont die Umwelt und senkt den Lärm, in unseren Städten und Gemeinden. Klar ist: Die Zukunft der Logistik ist elektrisch. Deshalb unterstützen wir diesen Wandel aktiv – für besseren Klimaschutz, für eine starke, wettbewerbsfähige Wirtschaft und für ein zukunftsfähiges Nordrhein-Westfalen.“

 

Planungssicherheit für Logistiker
In Europa formierten sich elektrische Güterverkehrskorridore, darunter Langstrecken wie Barcelona-Lyon, Paris-Hannover und Antwerpen-Stockholm als erster Korridor mit Megawattladestationen (MCS). Die eigenen Ladeparks seien dabei wichtige Anlaufstellen auf diesen Routen und bildeten die Grundlage für die ersten europäischen Elektrokorridore.

Bis Ende 2025 will Milence nach eigenen Angaben über 30 Ladeparks in neun Märkten betreiben. Im Einklang mit der EU-Förderinitiative für alternative Kraftstoffinfrastrukturen (AFIF) sollen bis 2027 284 MCS-Ladepunkte an 71 Standorten in zehn EU-Mitgliedstaaten installiert werden. Zukünftig soll ein Buchungstool die Planung von Ladevorgängen erleichtern und die Effizienz für Flottenbetreiber weiter steigern, heißt es aus dem Unternehmen.