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E-Trucks als Treiber: Klimaplan Straßengüterverkehr empfiehlt Elektrifizierung

Erste Empfehlungen ans Bundesverkehrsministerium für seinen Beitrag zum Klimaschutzprogramm: Das EKMI E-Mobilität stellt die Elektrifzierung in den Mittelpunkt der Verkehrswende im Gütersektor und plädiert für den raschen Ausbau von Ladeinfrastruktur und gezielte Förderung emissionsfreier Lkw.

Laden statt tanken: Die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugsektors erfordert leistungsfähige Ladeinfrastruktur entlang der Logistikketten. (Foto: Daimler Truck)
Laden statt tanken: Die Elektrifizierung des Nutzfahrzeugsektors erfordert leistungsfähige Ladeinfrastruktur entlang der Logistikketten. (Foto: Daimler Truck)

Nach fünf Wochen intensiver Arbeit hat das vom Bundesministerium für Verkehr (BMV) einberufene Expertenforum klimafreundliche Mobilität und Infrastruktur (EKMI) seinen Abschlussbericht vorgelegt. Nach fünf Wochen intensiver Beratung hat das „Expertenforum klimafreundliche Mobilität und Infrastruktur“ (EKMI) dem Bundesministerium für Verkehr (BMV) seine Arbeitsergebnisse übergeben. Im Juni 2025 war das Forum auf Initiative von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder ins Leben gerufen worden.

Ziel sei es gewesen, konkrete Handlungsempfehlungen für den Beitrag des Verkehrssektors zum Klimaschutzprogramm der Bundesregierung zu entwickeln, teilt das Ministerium mit.

Fokus auf Maßnahmen für den Verkehrssektor

Das EKMI setzt sich aus 27 unabhängigen Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis zusammen. Unter der Leitung von Staatssekretärin Dr. Claudia Elif Stutz analysierte das Gremium ein Portfolio von 33 Maßnahmen, das auf dem Koalitionsvertrag der 21. Legislaturperiode basiert. Die Maßnahmen wurden unter ökologischen, ökonomischen und sozialen Gesichtspunkten diskutiert und bewertet.

Die Empfehlungen sollen nun in den Ressortbeitrag des BMV einfließen, den das Ministerium bis Mitte September 2025 an das Bundesumweltministerium übermitteln muss. Die Bundesregierung ist verpflichtet, bis spätestens März 2026 ein neues Klimaschutzprogramm vorzulegen.

Dekarbonisierung des Straßengüterverkehrs im Mittelpunkt

Ein zentrales Thema des Berichts ist die Dekarbonisierung des schweren Straßengüterverkehrs. Wie im Abschlussbericht zu lesen ist, ist der Sektor für rund ein Drittel der CO2-Emissionen im Straßenverkehr verantwortlich. Der Bericht gibt daher das Ziel aus, bis 2030 etwa ein Drittel der Fahrleistung elektrisch oder mithilfe strombasierter Kraftstoffe zu erbringen.

Das Forum empfiehlt daher eine gezielte Förderung von Investitionen in emissionsfreie Nutzfahrzeuge, Ladeinfrastruktur und alternative Kraftstoffe. Dabei müsse die Förderstruktur insbesondere auf die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen abgestimmt sein. Für sie sei, so steht es im Bericht, die Umstellung mit hohen Investitionskosten verbunden, die oft nicht unmittelbar an Kunden weitergegeben werden könnten.

Infrastruktur und Maut: Empfehlungen mit Konfliktpotenzial

Das EKMI spricht sich für eine Verlängerung der Mautbefreiung für emissionsfreie Lkw bis mindestens 2032 aus. Damit soll Investitionssicherheit geschaffen werden. Uneinigkeit besteht innerhalb des Forums bei der Frage, ob auch Fahrzeuge mit erneuerbaren Kraftstoffen von der Maut befreit werden sollten. Ein Teil der Mitglieder lehnt dies aus Gründen der Nachweisbarkeit ab, während andere eine technologieoffene Gestaltung fordern.

Ein weiterer Streitpunkt betrifft die Verwendung der Einnahmen aus der CO2-basierten Lkw-Maut. Während einige Mitglieder eine zweckgebundene Rückführung in den Straßengüterverkehr fordern, plädieren andere für eine stärkere Unterstützung des Schienen- und Wasserstraßenverkehrs. Ein Konsens konnte hierzu im EKMI nicht erzielt werden.

Lade- und Tankinfrastruktur für den Schwerlastverkehr

Der Aufbau von Ladeinfrastruktur für E-Lkw wird vom Forum als zentrale Voraussetzung für die Umstellung des Verkehrssektors genannt. Empfohlen werden Maßnahmen sowohl für Betriebsgelände als auch für öffentliche Ladepunkte an Autobahnen und Autohöfen. Zusätzlich spricht sich das EKMI für die gezielte Förderung von Wasserstofftankstellen entlang des TEN-T-Korridors aus. Auch hier soll eine technologieoffene Umsetzung erfolgen, die sowohl gasförmigen als auch flüssigen Wasserstoff berücksichtigt.

Darüber hinaus schlägt das Forum vor, Transportbetriebe bei der Strompreisgestaltung zu entlasten. Ein reduzierter Strompreis analog zum Industriestrompreis könne helfen, die Betriebskosten für Unternehmen im Logistiksektor zu senken.

Regelungsbedarf bei Technik und Finanzierung

Das Forum diskutiert aaußerdem Anpassungen am europäischen Rechtsrahmen. Es regt unter anderem eine Überarbeitung der EU-Richtlinie 96/53/EG an, um Mehrgewichte batterieelektrischer Lkw besser abzubilden. Uneinigkeit herrscht dabei über die Ausgestaltung – pauschal oder degressiv nach technischem Mehrgewicht. Auch die Einführung eines E-Kennzeichens für Nutzfahrzeuge wird empfohlen, um elektrisch betriebene Fahrzeuge sichtbar zu machen.

Insgesamt stellt das EKMI fest, dass die Umsetzung der Maßnahmen erhebliche finanzielle Mittel erfordert. Das Gremium betont die Notwendigkeit eines tragfähigen Finanzierungskonzepts, um die Transformation des Verkehrssektors langfristig zu sichern. Das bislang eingesetzte Sondervermögen könne nur eine Übergangslösung darstellen.

Auswirkungen auf Unternehmen und Personal

Aus sozialer Sicht warnt das EKMI vor einer möglichen Marktverdrängung kleiner Anbieter, falls Fördermaßnahmen nicht zielgerichtet ausgestaltet werden. Zudem müsse die Ladeinfrastruktur auch ruhezeitenkonforme Aufenthaltsmöglichkeiten für Fahrpersonal berücksichtigen. Der elektrische Antrieb könne die Arbeitsbedingungen verbessern, zum Beispiel durch weniger Lärm und Vibrationen im Fahrzeug.

Bedeutung für die Krisenvorsorge

Abschließend unterstreicht das EKMI die Bedeutung eines funktionierenden Straßengüterverkehrs für die Versorgungssicherheit. In Krisensituationen wie Pandemien oder Naturkatastrophen bleibe der Straßentransport unverzichtbar. Eine robuste, emissionsarme Logistik sei daher nicht nur eine klimapolitische, sondern auch eine strategische Aufgabe.