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Mercedes-Benz pausiert EQE und EQS für den US-Markt ab 1.9.2025

Mercedes-Benz wird zum 1. September 2025 die Produktion aller Varianten der Elektro-Baureihen EQE und EQS für den US-Markt vorübergehend pausieren. Die Dauer dieses Produktionsstopps ist derzeit nicht bekannt, ebenso wenig die konkreten Gründe für die Entscheidung.

Wie InsideEV erfahren haben will, sollen EQE und EQS, auch als SUV, auf dem US-Markt ab 1.9. vorübergehend "pausieren". | Foto: Mercedes-Benz
Wie InsideEV erfahren haben will, sollen EQE und EQS, auch als SUV, auf dem US-Markt ab 1.9. vorübergehend "pausieren". | Foto: Mercedes-Benz

Wie unsere Kollegen von InsideEVs vermeldet haben, sollen die Bestellbücher für die Limousinen- und SUV-Varianten von EQE und EQS in den USA ab 1.9. vorübergehend geschlossen wurden. Fahrzeuge, deren Produktion noch vor dem 1. September geplant ist, werden weiterhin gefertigt. Die Maßnahme betrifft ausschließlich US-Bestellungen; die Produktion für andere Märkte, darunter Europa, läuft uneingeschränkt weiter.

Unser Besuch der US-Webseite am 22.7.2025 ergab: Derzeit sind die betroffenen Fahrzeuge noch im US-Konfigurator gelistet – darunter auch der in Ungarn gebaute EQB SUV. Mit dem EQS SUV dürfte auch die Maybach-Version vorübergehend entfallen. Zum EQB liegen bislang keine konkreten Informationen vor.

Insgesamt sind drei Werke betroffen: Die SUV-Versionen des EQE und EQS werden im US-Werk in Tuscaloosa (Alabama) produziert, während die Limousinen in Bremen (EQE) und Sindelfingen (EQS) gefertigt und anschließend in die USA exportiert werden, was die Auslastung aller Werke verschlechtert.

Am 30.9. enden die Steuergutschriften für EVs in den USA

Ein möglicher Zusammenhang mit dem Ende der US-Steuergutschriften für Elektrofahrzeuge zum 30. September liegt nahe, wurde von Mercedes jedoch nicht bestätigt. EQE und EQS erfüllten bisher ohnehin nicht die Förderkriterien – es sei denn, sie wurden geleast.

Mercedes verweist auf seine „Local-for-Local“-Strategie und betont, dass das weltweite Produktionsnetzwerk regelmäßig angepasst werde, um flexibel auf veränderte Marktbedingungen zu reagieren. Eine konkrete Erläuterung, welche Marktveränderungen die aktuelle Entscheidung beeinflusst haben, blieb allerdings aus. Man kann zudem spekulieren, dass die Entscheidung auch auf die bisher verhaltene Nachfrage nach den EQ-Modellen in den USA zurückzuführen ist. Kritik gab es unter anderem am Design, der Materialanmutung im Innenraum, den Ladezeiten sowie an der Reichweite im Vergleich zur Konkurrenz. Mit dem Wegfall der Steuergutschrift rechnen Marktbeobachter zudem mit einem generellen Rückgang der E-Auto-Nachfrage in den USA – was die Situation für bereits schwächer performende Modelle weiter erschweren dürfte.

Mercedes hofft auf die neuen Kompaktstromer

Künftige Elektro-Modelle wie der vollelektrische CLA oder der kommende E-GLC sollen von der Maßnahme nicht betroffen sein. Mercedes setzt hier auf vertrautere Designs und bekannte Modellbezeichnungen – mit der Hoffnung, so in den USA auch elektrisch „unter Strom“ bleiben zu können.

Was bedeutet das?

Ein bisschen beschleicht einen das Gefühl, dass Mercedes-Benz mit EQE und EQS bereits abgeschlossen hat. Wobei das nicht die Schuld der Stuttgarter allein ist: Denn die USA erwiesen sich einst mit dem Aufstieg Teslas als DER EV-Zukunftsmarkt und die Marke mit dem Stern war gesetzt. Doch die Zeiten haben sich rasch geändert und Mercedes-Benz zieht den Stecker. Wobei die „Local-for-local-Strategie“ dann eigentlich bedingen müsste, EQE und EQS-SUV nach Europa zu holen?