Maritime Energiewende: Bundesmittel für Landstrom, E-Fuels und Grüne Korridore
Die Bundesregierung hat ein Förderpaket in Höhe von 400 Millionen Euro für die Modernisierung der Schifffahrt und der Hafeninfrastruktur beschlossen. Ziel ist es, die Transformation hin zu einer klimafreundlichen maritimen Wirtschaft zu unterstützen. Insbesondere sollen der Ausbau von Landstromanlagen, der Einsatz synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) und die Einrichtung sogenannter ‚Grüner Korridore‘ gefördert werden.
Insbesondere sollen der Ausbau von Landstromanlagen, der Einsatz synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) und die Einrichtung sogenannter ‚Grüner Korridore‘ gefördert werden. Dabei handelt es sich um Schifffahrtsrouten, die vollständig mit klimaneutral betriebenen Schiffen bedient werden.
Es sei erschreckend zu sehen, dass Schiffe in den meisten Häfen noch lange klima- und gesundheitsschädlichen Treibstoffe zur Energieversorgung nutzen müssen, kritisiert NABU-Schifffahrtsexperte Sönke Diesener und führt weiter aus:
„Wir begrüßen die Unterstützung dieser zentralen Vorhaben des ‚Nationalen Aktionsplans Klimafreundliche Schifffahrt‘ und der ‚Nationalen Hafenstrategie‘, bei deren Erstellung der NABU aktiv mitgewirkt hat, ausdrücklich. Landstrom und E-Fuels sind essenziell für die Erreichung der Klimaneutralität auf dem Wasser und für saubere Luft in Hafenstädten. Es ist noch ein langer Weg bis dahin, aber insbesondere für die deutsche Wirtschaft bringt diese Transformation neben einigen Herausforderungen vor allem riesige Chancen.“
Landstromausbau weiterhin unzureichend
Laut einer aktuellen Analyse der Umweltorganisation Transport & Environment sind europäische Häfen bisher nicht ausreichend mit Landstromanschlüssen ausgestattet, um die gesetzlich vorgeschriebene Landstrompflicht für Container- und Kreuzfahrtschiffe ab spätestens 2030 erfüllen zu können. Die Studie belegt, dass derzeit kein Hafen in der EU über genügend Kapazitäten verfügt, um alle liegenden Schiffe emissionsfrei mit Strom zu versorgen.
Besonders deutlich wird der Rückstand in Städten wie Bremen, wo nur 4 von 22 Liegeplätzen über Landstromanschlüsse verfügen – das entspricht einem Anteil von 18 Prozent. Hamburg hingegen hat bereits 13 Anlagen in Planung oder Umsetzung und gilt gemeinsam mit mehreren Ostseehäfen als positives Beispiel.
NABU fordert gezielte Investitionen
Der NABU hat sich im Rahmen der Erstellung des „Nationalen Aktionsplans Klimafreundliche Schifffahrt“ und der „Nationalen Hafenstrategie“ aktiv für eine Pflicht zur Bereitstellung sowie den konsequenten Ausbau von Landstrom eingesetzt. Auch die Einrichtung Grüner Korridore und die Förderung der E-Fuel-Infrastruktur zählt zu den vom Verband geforderten Maßnahmen.
Landstrom wird von Umweltorganisationen als besonders effektive Maßnahme zur Emissionsreduktion im Hafenbereich eingestuft, da er während der Liegezeiten nahezu alle Schadstoffemissionen vermeidet. Auch die Förderung der E-Fuel-Infrastruktur sowie die Etablierung Grüner Korridore sieht der NABU als notwendige Schritte zur Umsetzung der im „Nationalen Aktionsplan Klimafreundliche Schifffahrt“ und der „Nationalen Hafenstrategie“ formulierten Klimaziele.
Weitere regulatorische Maßnahmen gefordert
Neben der finanziellen Unterstützung betont der NABU die Notwendigkeit klarer regulatorischer Rahmenbedingungen, um die Transformation im maritimen Sektor planungssicher voranzutreiben. Der Verband war in die Erarbeitung der nationalen Strategiepapiere eingebunden und fordert nun eine zügige und konsequente Umsetzung der geplanten Maßnahmen. (av)