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Lkw-Stellplätze: ACE warnt vor Sicherheitsrisiko

Ehrenamtliche des ACE haben die Lkw-Belegung von 132 Autobahn-Rastplätzen in ganz Deutschland untersucht. Festgestellt wurde ein extremer Mangel an Lkw-Stellplätzen - mit Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit. Der Automobilclub fordert Bund und Autobahn GmbH zum Handeln auf.

Wohin zum Parken? Oft seien Lkw-Fahrer gezwungen, an ungeeigneten Stellen zu halten, warnt Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender des ACE. (Symbolbild: Pixabay)
Wohin zum Parken? Oft seien Lkw-Fahrer gezwungen, an ungeeigneten Stellen zu halten, warnt Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender des ACE. (Symbolbild: Pixabay)

Der ACE Auto Club Europa nahm den vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) ausgerufenen Tag der Verkehrssicherheit am 21. Juni 2025 zum Anlass, um die Lkw-Belegung auf Rastplätzen an deutschen Autobahnen unter die Lupe zu nehmen.

Das Motto der Aktion, bei der Ehrenamtliche zwischen dem 15. April und dem 3. Juni 2025 die Belegung von 132 Autobahn-Rastplätzen in ganz Deutschland erfassten, lautete „Kein Platz, kein Halt? Parkplatzmangel als Verkehrsrisiko!“. 

Ergebnisse

An 76 Prozent der geprüften Rastanlagen wurden verkehrsgefährdende Situationen dokumentiert, die durchschnittliche Überbelegung lag bei 51 Prozent, so das Fazit.

Es erfolgte eine systematische Dokumentation der tatsächlichen Belegung. Die Ergebnisse:

  •  5.088 reguläre Lkw-Stellplätze standen zur Verfügung. 7.664 Lkw parkten tatsächlich – was einer durchschnittlichen Überbelegung von 51 Prozent (2.576 zusätzliche Lkw) entspricht. In den schlimmsten Fällen reichte die Überbelegung sogar bis weit über 200 oder sogar 300 Prozent. Lediglich an 16 Prozent der Rastanlagen waren überhaupt noch freie Lkw-Stellplätze verfügbar, so der ACE.
  • An 100 von 132 Anlagen (76 Prozent) wurde mindestens eine verkehrsgefährdende Parksituation dokumentiert. Insgesamt 455 Lkw stellten eine akute Verkehrsgefährdung dar, zum Beispiel in Ein- oder Ausfahrten oder auf Standstreifen.
  • An 59 Prozent der Rastanlagen parkten Lkw in den Ein- oder Ausfahrten.
  • Bei rund 15 Prozent der Rastanlagen wurde der Standstreifen zweckentfremdet. Dies stelle ein erhebliches Risiko für alle Verkehrsteilnehmenden dar.
  • 526 Lkw blockierten Pkw-Stellplätze – an 22 Anlagen (17 Prozent) sei kein sicheres Parken für Pkw mehr möglich gewesen.

Als besonders prekär beschreibt der Automobilclub die Lage auf den stark befahrenen Ost-West-Transitachsen, im Großraum Berlin, rund um Frankfurt am Main sowie auf der A3 in Bayern und der A5 zwischen Frankfurt und Karlsruhe.

 „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Wer heute als Lkw-Fahrer oder -Fahrerin einen Parkplatz sucht, ist oft gezwungen, an ungeeigneten Stellen zu halten“, warnt Sven-Peter Rudolph, Vorsitzender des ACE. Er ergänzt: „Wir haben in den vergangenen Wochen regelmäßig überfüllte Rastplätze, blockierte Zufahrten oder parkende Lkw auf dem Standstreifen beobachtet. Der Stellplatzmangel beeinträchtigt erheblich die nötige Ruhezeit der Fahrerinnen und Fahrer und gefährdet gleichzeitig die Sicherheit für den Pkw-Verkehr. Hier besteht dringender politischer Handlungsbedarf.“

 Zur genauen Methodik

Die Erhebung ist im Rahmen einer bundesweiten Ehrenamtsaktion des ACE durchgeführt worden unter Verwendung eines einheitlichen Erhebungsbogens.

Die Ehrenamtlichen dokumentierten im Zeitraum von Montag bis Freitag ab 20.30 Uhr an 132 Rastanlagen in 13 Bundesländern (Stadtstaaten wurden nicht berücksichtigt) die Anzahl der offiziellen Lkw-Stellplätze, die Anzahl der tatsächlich geparkten Lkw, verkehrsgefährdende Parksituationen  – darunter: Nutzung von Ein-/Ausfahrten oder Seitenstreifen als Ersatzparkflächen – sowie Blockierungen von Pkw-Stellplätzen.

Forderungen

Die Ergebnisse seien dem Automobilclub zufolge alarmierend. Der ACE fordert daher vom Bund und der Autobahn GmbH:

  •  Ausbau der Lkw-Stellplatzkapazitäten: Der Bedarf sei klar dokumentiert. Es würden deutschlandweit zehntausende Lkw-Stellplätze fehlen. Nur durch zusätzliche Kapazitäten könne die Sicherheit auf Rastanlagen langfristig gewährleistet werden.
  • Bessere Nutzung bestehender Infrastruktur: Durch optimierte Flächenaufteilung, bauliche Umrüstungen und Erweiterungen sowie bedarfsgerechte Umgestaltungen könnten laut ACE bestehende Anlagen effizienter genutzt werden. Zudem sollten besonders gefährliche Bereiche baulich so verändert werden, dass sie nicht mehr zum Ausweichparken einladen.
  • Digitale Parkraumbewirtschaftung ausweiten: Der ACE begrüßte die bereits gestarteten Pilotprojekte zur digitalen Stellplatzanzeige mit Echtzeitinformationen. Diese sollten flächendeckend ausgerollt werden, um die Suche nach freien Parkplätzen zu erleichtern und unnötige Fahrten zu vermeiden.

 „Sichere Ruhezeiten sind nicht verhandelbar – weder aus Sicht des Arbeitsschutzes noch der Verkehrssicherheit“, so der ACE-Vorsitzende Sven-Peter Rudolph. „Nur wenn die Infrastruktur verbessert wird, schaffen wir die Bedingungen, unter denen Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer sicher und regelkonform arbeiten können – im Interesse aller Verkehrsteilnehmenden auf unseren Autobahnen.“