PKW

Lexus RZ: Mehr Reichweite, Performance, Ladeleistung - und Steer by Wire

Neue Antriebsoptionen mit 100 Kilometer mehr Reichweite und bis zu 300 kW/408 PS sollen das BEV-SUV am Markt voranbringen. Erstmals gibt es Steer-by-Wire und in der Sportversion ein virtuelles Schaltgetriebe, das einen Verbrenner simuliert. Effizientere E-Achse und 22-kW-AC-Lader.

Scharfmacher: Der RZ will mittels ausgefeilter Fahrwerkstechnologie für eine innige Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer sorgen. | Foto: Lexus
Scharfmacher: Der RZ will mittels ausgefeilter Fahrwerkstechnologie für eine innige Verbindung zwischen Fahrzeug und Fahrer sorgen. | Foto: Lexus

Weltpremiere für den neuen Lexus RZ: Die Premium-Marke hat in Brüssel ihr weiterentwickeltes batterieelektrisches SUV vorgestellt. Die gründliche Überarbeitung soll für mehr Leistung und intensiveres Fahrerlebnis sorgen, so das Versprechen. Vor allem die Effizienz wurde verbesser: Je nach Modell erwartet die Toyota-Edel-Marke eine Steigerung der Reichweite um bis zu 100 Kilometer, was dann an die 600-Kilometer-Schallmauer reichen dürfte. Das batterieelektrische System wurde komplett überarbeitet, was Alltagstauglichkeit und Fahrspaß erhöhen soll. Zu den wichtigsten Änderungen gehören die Einführung einer neuen E-Achse mit verbesserter Motorleistung, gesteigerter Effizienz des Inverters und einer deutlichen Reduzierung der Energieverluste sowie die Einführung einer neuen Lithium-Ionen-Batterie, deren Kapazität auf 77,0 kWh erhöht wurde, mittels einer höheren Anzahl der Batteriezellen. 

Dadurch wiederum war es möglich, die Leistung des Elektromotors der e-Achsen zu erhöhen. Das soll in besserer Beschleunigung und Höchstgeschwindigkeit und dynamischerem Fahrverhalten münden. Die neue Wasserkühlung für Batterie und BEV-System unterstützt die hohe Leistung, so der Hersteller. Generell stieg dadurch auch die Zahl der Leistungsoptionen: Der neue RZ ist als RZ 350e mit 165 kW/224 PS, als RZ 500e mit 280 kW/380 PS und als RZ 550e F SPORT mit 300 kW/408 PS erhältlich. Darüber hinaus verdoppelt sich die Anhängelast des allradgetriebenen Modells, der nun bis zu 1.500 kg ziehen kann. 

Erhöhte Reichweite um bis zu 100 Kilometer

Die Optimierungen am Antrieb sorgen auch für eine höhere Reichweite, insbesondere durch die Reduzierung der Leistungsverluste in der e-Achse, die höhere Batteriekapazität und die Optimierung der Steuerungssysteme. Bis zu 100 Kilometer mehr sollen drin sein. Die Ladeleistung wurde ebenfalls verbessert und ein neuer 22-kW-AC-Onboard-Charger integriert. Die Batterievorkonditionierung verbessert das Laden bei niedrigen Temperaturen. Im Ergebnis werden die Ladezeiten auf etwa 30 Minuten verkürzt. 

Erstes Modell mit Steer-by-Wire

Der neue RZ ist das erste Modell der Marke mit dem neuen Steer-by-Wire-System. Es soll für ein intuitives Fahrerlebnis sorgen. Zudem ist das Lenkrad nicht mehr komplett rund, sondern hat eine beinahe rechteckige Form mit geschwungenen Griffen auf der linken und rechten Seite. Auch der Ein- und Ausstieg wird so erleichtert. Das System arbeitet in einem Bereich von etwa 200 Grad vom linken bis zum rechten Anschlag. Dies sorgt für eine präzise Kontrolle und eine einfache Bedienung. Die Lenkübersetzung ist geschwindigkeitsabhängig. Dadurch verbessern sich die Manövrierfähigkeit bei niedrigen Geschwindigkeiten, die Agilität auf kurvenreichen Straßen und die Stabilität bei hohen Geschwindigkeiten auf der Autobahn. Obwohl es keine physische Verbindung zwischen dem Lenkrad und den Achsen gibt, erhält der Fahrer eine Rückmeldung durch elektrische Signale. Vibrationen werden dabei vermieden. 

Weiterentwickelte Lexus DIRECT4 Antriebssteuerung

Überarbeitet wurde auch die DIRECT4 Antriebssteuerung: Beim Anfahren und beim Beschleunigen auf der Geraden wird die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse im Bereich zwischen 60:40 und 0:100 geregelt, um Nickbewegungen zu unterdrücken und ein direktes Beschleunigungsgefühl zu erzeugen. Bei Kurvenfahrten erfolgt die Verteilung je nach Geschwindigkeit und Lenkwinkel im Bereich zwischen 80:20 und 0:100. Beim Einlenken wird mehr Antriebskraft an die Vorderachse geleitet, um ein sanftes Lenkverhalten zu erreichen. Beim Verlassen der Kurve erfolgt die Drehmomentverteilung entsprechend der Belastung der einzelnen Räder, um die Fahrzeugbalance zu erhalten und eine sanfte Beschleunigung zu ermöglichen. Das Ergebnis soll ein angenehmes Fahrgefühl in der Kurve und eine präzise Linienführung sein. Optimiert wurde auch das Fahrwerk: Die Feinabstimmung der vorderen und hinteren Dämpfer und Federn verbessert Fahrdynamik, Stabilität und Fahrkomfort. 

Der Lexus soll leiser geworden sein

Beim der Neuauflage gehen zusätzliche Maßnahmen zur Schalldämmung und -absorption einher. Dazu gehören etwa eine neue Dämmung im Boden unter den Rücksitzen und neue Dämmmaterialien für Kofferraumabdeckung, die hintere Türverkleidung und Laderaum, die das Eindringen von Fahrbahn- und Windgeräuschen in den Innenraum verhindern. Zudem werden Vibrationen weiter unterdrückt. 

Innen kommen erstmals neue Verkleidungen mit laserbearbeiteten Grafiken zum Einsatz. Die Türverkleidungen bestehen zu 30 Prozent aus nachhaltigen, pflanzlichen Materialien und verleihen dem Interieur einen neuen Ausdruck von Luxus. Eine neue Verdunkelungsfunktion für das Panoramadach steigert den Innenraumkomfort bei Sonnenschein. Durch die Reduzierung von Reflexionen ist es möglich, die Verdunkelungsfunktion und den digitalen Rückspiegel gleichzeitig zu nutzen. 

Der RZ 550e F SPORT simuliert den Gangwechsel

Erstmals wird das Modell auch als F SPORT Variante angeboten. Es bietet neben dynamischem Styling und sportlicherem Ambiente mit 300 kW/408 PS auch mehr Leistung. Veränderte Dämpfer- und Federeinstellungen sorgen für angemessene Umsetzung. Die Sportversion verfügt über das erste interaktive manuelle Schaltgetriebe von Lexus. Mit dem sogenannten Interactive Manual Drive kann der Fahrer wie bei einem manuellen Getriebe die Gangwechsel mit Schaltwippen steuern. Echtzeit-Feedback über das Gaspedal sowie Geräusche und visuelle Eindrücke begleiten die Bedienung. Das System ist als eine virtuelle Achtgang-Schaltung programmiert. Das Drehmoment wird in Abhängigkeit von der Gaspedalstellung und der Fahrzeuggeschwindigkeit berechnet und dann mit der Übersetzung des gewählten virtuellen Gangs multipliziert. Um das Fahrerlebnis weiter zu verbessern, haben die Ingenieure die Motorgeräusche nachgebildet. Zudem arbeitet das System mit einem Drehzahlbegrenzer, damit der Fahrer ein Gefühl für das Timing der Schaltvorgänge bekommt. Zur Perfektionierung des Schaltzeitpunkts gibt es eine Schaltanzeige im Instrumentendisplay. 

Aerodynamische Funktionen übernehmen der untere Stoßfänger vorne, Front- und Heckspoiler sowie der hintere Stoßfänger. Die 20-Zoll-Leichtmetallräder besitzen aerodynamische Kunststoffabdeckungen, die nicht nur den Luftstrom glätten und damit die Energieeffizienz verbessern, sondern auch Gewicht einsparen.