Carsharing & Bike: RKW Bremen fährt effizient bei betrieblicher Mobilität
Mobilität ist für Unternehmen essenziell. Kundentermine, Messen oder Veranstaltungen erfordern flexible und wirtschaftliche Mobilitätslösungen. Ein eigener Fuhrpark ist dabei nicht immer die beste Wahl. Die Unternehmensberatung RKW Bremen zeigt, dass es auch anders geht: Sie berät jährlich hunderte Unternehmen, ohne selbst einen einzigen Dienstwagen zu besitzen. Stattdessen setzt sie konsequent auf eine Kombination aus Fahrradnutzung und Carsharing.
Effiziente Mobilitätsstrategie ohne eigenen Fuhrpark
Mit rund 35 Mitarbeitenden berät das RKW Bremen Unternehmen in verschiedenen Bereichen, darunter Nachhaltigkeit, Fachkräftesicherung und Diversity Management. Für die tägliche Arbeit verfolgt die Beratung einen klaren Mobilitätsansatz: Geschäftliche Fahrten werden entweder mit betriebseigenen Fahrrädern oder über den lokalen Carsharing-Anbieter cambio abgewickelt. Etwa 20 Mitarbeitende sind bei dem Anbieter registriert und nutzen dessen Fahrzeuge regelmäßig.
Kürzere Strecken bis zu fünf Kilometern legen die Mitarbeitenden mit dem Fahrrad zurück. Genau dafür stehen betriebliche Fahrräder im Haus bereit. Sobald längere Strecken anstehen, nutzt das Bremer Unternehmen Carsharing-Fahrzeuge. So gestaltet es bereits seit über 20 Jahren seine Mobilität – und fährt damit nach eigener Einschätzung genau richtig. Martin Schulze leitet die Geschäftsstelle Umwelt Unternehmen im RKW. Er ist vom Carsharing-Prinzip überzeugt und sieht darin nur Vorteile.
Acht Vorteile von Carsharing:
- Kosteneffizienz: Carsharing reduziere Fixkosten. "Wir zahlen nur, wenn wir tatsächlich fahren", erklärt Schulze. Leasingraten, Versicherungen und Reparaturen entfallen, was insbesondere für kleinere Unternehmen mit schwankendem Mobilitätsbedarf attraktiv sei.
- Kein Parkplatzproblem: Gerade in Innenstädten ist Parkraum knapp und teuer. "Eigene Fahrzeuge würden Stellplätze benötigen. Beim stationsbasierten Carsharing hat jedes Fahrzeug einen reservierten Platz", betont Schulze.
- Minimierter Verwaltungsaufwand: Eigene Firmenwagen erfordern Verwaltungsaufwand für Leasing, Wartung und Reinigung. Beim Carsharing werden all diese Aufgaben vom Anbieter übernommen, sodass sich Unternehmen voll auf ihr Kerngeschäft konzentrieren können. "Wir können unsere Fahrberechtigungen selbst verwalten und die Autos sind immer in einwandfreiem Zustand. Wir steigen nur ein und fahren los", berichtet Schulze.
- Hohe Flexibilität: Fahrzeuge werden nach Bedarf gebucht. Kleinwagen für kurze Fahrten, Transporter für große Events – das RKW wählt stets das passende Fahrzeug für ihren Bedarf. Gerade die Zuverlässigkeit des Angebots schätzt das Unternehmen sehr: "Ich musste mir noch nie Sorgen machen, dass kein Auto verfügbar ist", so Schulze. Sollte eine Station ausgebucht sein, liegt die nächste meist nur wenige Gehminuten entfernt.
- Viele Stationen: Wer im Home-Office arbeitet, profitiert ebenfalls von Carsharing: die Stationen sind meist über das Stadtgebiet verteilt. So liegt die nächste Station oft sehr viel näher am Zuhause als der Arbeitsplatz. Mitarbeitende können zu Terminen direkt aus dem Home-Office von der nächstgelegenen Station aus losfahren.
- Einfache Nutzung: Alle Fahrberechtigten buchen selbstständig per App. Das Öffnen und Schließen der Fahrzeuge funktioniert ebenfalls mit dem Smartphone. Eine aufwändige Schlüsselübergabe, wie sie bei klassischen Mietwagen notwendig ist, entfällt komplett.
- Kostentransparenz: Jede Fahrt wird nach gebuchter Zeit und gefahrenen Kilometern abgerechnet. Das ermöglicht eine einfache Zuordnung jeder Fahrt und schafft damit volle Kostenkontrolle.
- Nachhaltigkeit
Geteilte Fahrzeuge bedeuten insgesamt weniger Autos auf den Straßen und einen reduzierten Ressourcenverbrauch. "Wir schreiben betrieblichen Umweltschutz groß. Bei cambio können wir für jede Fahrt die verursachten CO2-Emissionen ausgeben lassen. Das erleichtert unser Nachhaltigkeitsmanagement enorm", sagt Schulze.
Carsharing als Erfolgsmodell für andere Unternehmen
Martin Schulze sieht in seiner Mobilitätsgestaltung große Potenziale für Unternehmen, insbesondere in Beratung und Dienstleistung. "Unsere weiteste Fahrt geht nach Bremerhaven – das sind etwa 65 Kilometer. Solche Strecken sind für viele Unternehmen typisch. Ich kann diesen Unternehmen Carsharing als Lösung nur empfehlen."
Bevor das Unternehmen auf Carsharing gesetzt hatte wurden private Fahrzeuge für dienstliche Fahrten genutzt. Seit mittlerweile mehr als 20 Jahren setzt das RKW Bremen konsequent auf Carsharing. Und das auch aus Überzeugung, denn Nachhaltigkeit ist fest in der Unternehmenskultur des RKW Bremen verankert.
„Wir denken ganzheitlich. Betriebswirtschaftliche Kriterien und Nachhaltigkeit gehen bei uns Hand in Hand“, betont Martin Schulze.
In den Büroräumlichkeiten wurden energiesparende Lampen installiert, alle Büromaterialien stammen aus nachhaltiger Produktion – da fiel die Entscheidung auch schnell für Carsharing.
Betriebswirtschaftlich im Vorteil
Insgesamt ist das Unternehmen überzeugt, dass es mit Carsharing auch betriebswirtschaftlich gut bedient ist. „Ich glaube, erst wenn ich ein Auto permanent auf der Straße habe, macht ein eigener Firmenwagen betriebswirtschaftlich Sinn. Aber dann müsste ich mich auch um Leasingverträge, Wartung, Schadensmanagement und die Rückgabe kümmern. Das fällt bei Carsharing alles weg. Ich selbst habe auch schon mit einem Sharing-Auto einen Unfall gebaut. Das war absolut kein Problem. Die Versicherung hat es übernommen und die Abwicklung war sehr komfortabel", betont Schulze.
Neues Mobilitätsverständnis und veränderte Bedarfe
Die Verwaltung eines betrieblichen Fuhrparks ist eine anspruchsvolle Aufgabe, die mit erheblichen Kosten und organisatorischem Aufwand verbunden ist. Durch Home-Office und Online-Meetings werden viele Fahrten überdacht. Hier bieten Sharing-Dienste wie Car-, E-Scooter- oder Bikesharing intelligente Lösungen, um Bedarfe abzudecken. Auch das Mobilitätsverständnis der Mitarbeitenden verändert sich mehr und mehr. Kriterien wie Umweltfreundlichkeit und Flexibilität werden immer wichtiger. Das bestätigt auch Martin Schulze:
"Viele Kolleg*innen haben gar keinen eigenen Pkw mehr. Und die Frage nach einem Parkplatz am Arbeitsplatz kommt in Bewerbungsgesprächen eigentlich gar nicht mehr vor."
Die Zukunft der Unternehmensmobilität
2024 machten Firmen- und Dienstwagen rund 67 Prozent der Neuzulassungen in Deutschland aus. Doch der klassische Firmenwagen verliert angesichts neuer Mobilitätsbedürfnisse und steigender Nachhaltigkeitsanforderungen an Bedeutung. Carsharing könnte sich in diesem Wandel als eine der Schlüssellösungen etablieren.
Hintergrund: Carsharing-Modelle in Deutschland
Carsharing gibt es in zwei Hauptvarianten:
- Stationsbasiertes Carsharing: Fahrzeuge werden an festen Standorten abgeholt und zurückgebracht. Dies bietet Planungssicherheit und garantierte Stellplätze.
- Free-Floating-Carsharing: Fahrzeuge können innerhalb eines definierten Stadtgebiets flexibel abgestellt werden. Ideal für spontane Fahrten, allerdings mit Unsicherheiten bei der Verfügbarkeit.
Die Zahl der Carsharing-Nutzer*innen in Deutschland steigt kontinuierlich. Laut Bundesverband CarSharing waren Anfang 2024 bereits über 5 Millionen Menschen registriert – ein Plus von rund 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies zeigt: Der Trend zur geteilten Mobilität gewinnt an Dynamik und könnte die betriebliche Mobilität nachhaltig verändern.