LKW

Hamburg Airport: Digitalisierung schreitet voran

Die Abfertigungs- und Zollprozesse im Frachtzentrum des Hamburg Airport sollen ganzheitlich digitalisiert werden. Man entschied sich gemeinsam mit den Handlingsagenten und ortsansässigen Luftfrachtspeditionen für eine verbindliche Einführung des Cargo Community Systems Fair@Link.

Verbindliche Einführung von Fair@Link - im Bild: Nuno Esteves (Swissport), Alexander Müller (Hamburg Airport), Manfred Bayer (LUG), Thomas Schröder (VHSp), Ingo Veihl (Wisag), Dirk Gladiator (Allivate), Marco Rodrigues (Swissport), Thorsten Bassen (Sable), Jens Sorgenfrei (VHSp), Dennis von Bastian (Delta Stallion). (Foto: Oliver Sorg, Hamburg Airport)
Verbindliche Einführung von Fair@Link - im Bild: Nuno Esteves (Swissport), Alexander Müller (Hamburg Airport), Manfred Bayer (LUG), Thomas Schröder (VHSp), Ingo Veihl (Wisag), Dirk Gladiator (Allivate), Marco Rodrigues (Swissport), Thorsten Bassen (Sable), Jens Sorgenfrei (VHSp), Dennis von Bastian (Delta Stallion). (Foto: Oliver Sorg, Hamburg Airport)

Nach dem Motto „ein Standort, ein digitaler Standard“ soll zum 04. August 2025 der Regelbetrieb der IT-Plattform Fair@Link am Hamburg Airport starten. Mit dem Cargo Community System des IT-Luftfrachtunternehmens Allivate aus Frankfurt wolle man die Voraussetzungen dafür schaffen, die Abfertigungs- und Zollprozesse im Frachtzentrum ganzheitlich zu digitalisieren, heißt es.

Nach einer Übergangsphase sei geplant, dass abzufertigende Luftfrachtsendungen im Laufe des Jahres 2026 verpflichtend über das Cargo Community System vorab anzumelden sind.

Alle Luftfrachtabfertiger mit an Bord

Neu an das System angebunden ist der Handlingsagent Wisag Cargo – als Gründe werden der sich zuspitzende Fachkräftemangel sowie das zunehmende Umschlagvolumen genannt.

„Wir sehen den Prozessschritt, welche Sendungen ankommen, künftig nicht mehr erst im Wareneingang, sondern deutlich früher, vermeiden Doppeleingaben und Papier“, erklärt Ingo Veihl, Geschäftsführer von Wisag Cargo.

Damit sei nun eine hundertprozentige Abdeckung bei den Luftfrachtabfertigern, zu denen auch LUG und Swissport Cargo zählen, erreicht.

„Der Anschluss aller Handlingsagenten ist die Basis für eine verbindliche Einführung der standortweiten digitalen und standardisierten Luftfrachtabfertigung“, so Allivate-Geschäftsführer Dirk Gladiator.

Digitale Zukunft

Im Jahr 2024 ist nach Angaben von Allivate das Luftfrachtaufkommen sprunghaft um 39 Prozent auf 65.400 Tonnen gewachsen - auch deshalb sei die verbindliche Einführung von Fair@Link ein wichtiger Schritt hinsichtlich der Digitalisierung.

„Mit dem Cargo Community System ermöglichen wir durch vorausschauende Planung und digitale Zusammenarbeit eine effizientere Nutzung der bestehenden Kapazitäten. So stärken wir Hamburg Airport als leistungsfähigen und zukunftssicheren Luftfrachtstandort“, sagt Alexander Müller, Head of Office & Logistics am Hamburg Airport.

Beschleunigte Prozesse

Künftig soll der digitalisierte Abfertigungsprozess mit der Anmeldung der geplanten Luftfrachtsendungen durch die Speditionen über die Plattform Fair@Link beginnen. Die Handingsagenten erhielten dann die Informationen in Echtzeit, um ihre Kapazitäten auf das erwartete Aufkommen abzustimmen.

Der reduzierte administrative Aufwand soll allen Beteiligten verkürzte Warte- und Abfertigungszeiten sowie einer optimierte Verkehrssteuerung ermöglichen. Zudem bestehe die Möglichkeit, Export-Zollanmeldungen über Fair@Link vorzubereiten und beim Eintreffen der Ware automatisch elektronisch an das Zollamt zu übermitteln.

„Mit Fair@Link schaffen wir eine belastbare Grundlage für eine moderne, vernetzte Luftfrachtabwicklung, bei der alle Beteiligten – von Spediteuren und Handling-Agenten bis hin zu Behörden – über eine gemeinsame Plattform interagieren können“, unterstreicht Jens Sorgenfrei, Vorstandsmitglied des Verein Hamburger Spediteure (VHSp) .

Die Grundlagen für die Nutzung der IT-Plattform am Flughafen Hamburg seien bereits im Jahr 2019 im Rahmen eines Pilotprojekts unter der Beteiligung von Dakosy gelegt worden. Seit 2024 werde das System von Allivate betrieben und weiterentwickelt – dabei handelt es sich um ein 50:50 Joint Venture von Dakosy und Fraport.