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Hafen Antwerpen: Autonomes E-Shuttle vorgestellt

Der Port of Antwerp-Bruges hat ein autonomes E-Shuttle am Medrepair-Terminal präsentiert. Es soll künftig in der Terminallogistik eingesetzt werden und helfen, die komplexen Containerbewegungen innerhalb des Hafens zuverlässiger umzusetzen.

Moderner Hafenbetrieb: Das autonomes E-Shuttle soll bald am belgischen Seehafen eingesetzt werden und den internen Containertransport schneller und effizienter machen. Foto: Port of Antwerp-Bruges
Moderner Hafenbetrieb: Das autonomes E-Shuttle soll bald am belgischen Seehafen eingesetzt werden und den internen Containertransport schneller und effizienter machen. Foto: Port of Antwerp-Bruges

Der Port of Antwerp-Bruges hat am gestrigen Donnerstag gemeinsam mit seinen Technologiepartnern Akkodis, VDL und Medrepair (Teil der MedlogSA, angehörig zu MSC) im Medrepair-Terminal ein autonomes und vollelektrisches Shuttle vorgeführt. Jacques Vandermeiren, CEO des Port of Antwerp-Bruges:

„Der Port of Antwerp-Bruges fungiert heute mehr denn je als einzigartiges Testfeld für bahnbrechende Innovationen. Dank des PIONEERS-Projekts können wir konkrete Lösungen in einem betrieblichen Umfeld testen, die zu unserem Ziel beitragen, ein klimaneutraler Hafen zu werden. Der autonome, elektrische Container-Shuttle, der heute zum ersten Mal auf einem aktiven Terminal fährt, zeigt perfekt, wie Technologie und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können. Wir sind daher besonders stolz darauf, einen aktiven Beitrag dazu zu leisten."

Kurze Strecken bis zum Lager

Der elektrische Container-Shuttle automatisiert Kurzstreckentransfers zwischen wichtigen Betriebsbereichen wie Lagern, Stapeln und Toren. Dadurch soll der Bedarf an herkömmlichen dieselbetriebenen Fahrzeugen und manueller Handhabung reduziert werden können. Ausgestattet mit einer intelligenten Navigationssoftware und hochauflösenden Sensoren folgt die Plattform autonom einer vordefinierten Route und soll gleichzeitig Betriebstransparenz durch ein zentrales Human-Machine-Interface (HMI) gewährleisten. Daniel Tocantins, Director Europe Medrepair:

„Die Produktivität eines Terminals hängt davon ab, wie reibungslos die Waren von einem Touchpoint zum anderen fließen können. Indem wir diesen Prozess mit emissionsfreien Fahrzeugen automatisieren, führen wir eine Lösung ein, die nicht nur die Nachhaltigkeitsziele unterstützt, sondern auch spürbare Vorteile in Bezug auf Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz bietet.“

Das Fahrzeug basiert nach eigenen Angaben auf der dreiachsigen MTT-Plattform von VDL und verfügt über ein elektrisches 6x4-Getriebe und ein dynamisches Achssystem, das für die Bedingungen am Terminal optimiert ist und eine gleichbleibende Leistung bei unterschiedlichen Lasten und im Gelände gewährleisten soll.

Es ist bereits der zweite erfolgreiche Test des Systems nach einer technischen Validierung Anfang des Jahres im niederländischen Breda. Der gestrige Praxistest konzentrierte sich auf die Integration des Systems in einem stark frequentierten Hafenterminal. Gewonnen wurden betriebliche Erkenntnisse, die für die künftige Skalierung und den kommerziellen Einsatz genutzt werden können, so die Partner.

Für Terminalbetreiber und Logistikunternehmen stelle das autonome Shuttle eine modulare, skalierbare und vielseitige Komponente von Logistics as a Service (LaaS)-Strategien dar, die neue Möglichkeiten zur Verringerung von Umschlagzeiten, Minimierung der Arbeitsbelastung und zur Steigerung des Hofdurchsatzes eröffneten.

Das Shuttlesystem soll die zunehmende Komplexität interner Containerbewegungen besser bewältigen und so den Containertransport innerhalb des Terminals verändern und die betriebliche Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit in Häfen verbessern.

Vorgestellt wurde die Technologie im Rahmen des PIONEERS-Projekts, das als Teil des Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 von der Europäischen Union finanziert wird. Karel Smits, Director New Business VDL Automated Vehicles:

„VDL ist führend im nachhaltigen Schwerlastverkehr auf dem Gebiet der automatisierten Fahrzeuge. Unser Wissen und unsere Erfahrung in den Bereichen Design, Elektrifizierung, Konnektivität, autonomes Fahren und Mobilität als Dienstleistung, kombiniert mit Sicherheit, fließen vollständig in diese MTT-Plattform ein. Seit 2011 hat VDL mehr als 300 fahrerlose Transportfahrzeuge in den Häfen von ECT (Rotterdam), PSA (Singapur) und DGT (Busan) sowie an den Industriestandorten von BASF (Ludwigshafen) und Aviko (Steenderen) in Betrieb genommen. Der VDL Mixed Traffic Transporter, der in Antwerpen eingesetzt wird, ist die perfekte Weiterentwicklung unserer Position.“

Die Details

  • Höchstgeschwindigkeit: 15 Stundenkilometer, abhängig von Gesamtgewicht, Strecke und Verkehrsbedingungen
  • Reichweite: 8 Stunden Fahrzeit mit einer Batterieladung
  • E-Motoren: Leistung 168 KW, Drehmoment 2.200 Nm
  • Bruttobatteriekapazität: 144 kWh
  • Leergewicht: 15.000 kg, abhängig vom Aufbau
  • Maximale Nutzlast: 48.000 kg
  • Maximales Gesamtgewicht: 63.000 kg
  • drei Achsen, 6x4 Antrieb
  • Abmessungen: 2,55 Meter Breite, Fahrgestellhöhe: 1,07 Meter, Fahrgestelllänge: 12,56 Meter; entspricht einem Standard-Lkw