LKW

Ford: Neue Pläne für die EV-Zukunft

Ford hat den Produktionsstart für zwei neue Stromer in den USA um zwei Jahre verschoben und plant zudem neue elektrische Pkw – diese kleiner und kompakter.

In Europa ist Ford mittlerweile praktisch Full-Liner bei den elektrischen Modellen. Künftig plant man weitere Nutzfahrzeuge und Kompaktstromer. | Foto: Ford
In Europa ist Ford mittlerweile praktisch Full-Liner bei den elektrischen Modellen. Künftig plant man weitere Nutzfahrzeuge und Kompaktstromer. | Foto: Ford

Ford ändert seine EV-Strategie: Statt 2026 und 2027 rollen der neue E-Transit-Elektrotransporter und der vollelektrische Full-Size-Pick-up – der Nachfolger des F-150 Lightning – nun erst 2028 vom Band. Der Pick-up soll im Werk BlueOval City in Tennessee entstehen, der E-Transit im Werk Ohio.

Als Grund für die Verzögerung gibt der Hersteller einen Strategiewechsel an. Das neue Motto laute „Klein, günstiger, einfacher“ – eine Reaktion auf den wachsenden Preisdruck durch chinesische Hersteller. Das betrifft auch die Pkw-Palette und würde sich mit den Aussagen für Ford Europa decken, nach denen man sich nicht aus dem EU-Markt zurückziehen möchte – aber in der EU wohl weiter mit Partnern (wie VW bei Explorer und Capri) kooperieren wird. Trotz Trump denkt Ford-CEO Jim Farley Gott sei Dank noch international. Er analysiert:

„Der Markt für reine Elektroautos in den USA ist für uns eindeutig: kleine Fahrzeuge für Pendler und den Stadtverkehr.“

Tatsächlich haben vor allem reichere und größere Haushalte mehrere Fahrzeuge, darunter gern auch EVs, die als „Daily Driver“ im „Stadtgebiet“, das in den USA auch mal 500 Quadratkilometer umfassen kann, genutzt werden: Man „pendelt“ dort halt mal 50 oder 100 Kilometer hin und wieder zurück, wozu sich wegen teils extrem günstiger Strompreise ein EV anbietet. Der meistverkaufte Elektro-Pick-up der USA, der aktuelle F-150 Lightning, bleibt aber ebenso im Programm wie der E-Transit.

In der EV-Sparte macht Ford weiter Verluste

Die „Pause“ kommt nicht aus dem Nichts: Schon 2023 stoppte Ford die Entwicklung eines dreireihigen Elektro-SUVs. Hinzu kommen Kostensorgen – allein im E-Auto- und Softwarebereich drohen 2025 Verluste von bis zu 5,5 Milliarden US-Dollar – und ein unrühmlicher Rückrufrekord der letzten Jahre. Ford gibt am 11.8.2025 in Kentucky einen genaueren Blick auf seine künftigen Elektro-Modelle und Technologien.

Neues EV-Developement Center – in Kalifornien, nicht in Detroit

Während große Modelle warten müssen, läuft in Long Beach, Kalifornien, der Zukunftsmodus: Im neuen Electric Vehicle Development Center (EVDC) arbeitet ein interdisziplinäres Team an der nächsten Generation von E-Fahrzeugen. Senior Technical Program Managerin Anne Diep und ihre Kolleg:innen setzen auf „Einfachheit, Effizienz und Begeisterung“.

Der gut 23.220 Quadratmeter große Campus bietet Designstudios, Hightech-Labore, Werkstätten und sogar einen Außenbereich für spontane Ideenrunden – mit Rosie’s Dog Beach um die Ecke für den nötigen kreativen Auslauf. Ziel: E-Autos, die so zugänglich sind wie ein Smartphone – nur eben mit Rädern.

Was bedeutet das?

Auch Ford plant seine EV-Strategie um und verschiebt in den USA große komplexe Modelle. Die Zukunft gehört auch dort günstigeren, kleineren Modellen. Was Ford-Fans und Händler in Europa auch begrüßen dürften.