LKW

EU-Dekarbonisierung: Transportunternehmen fordern Klarheit

Bei einem Treffen in Brüssel fordert die IRU verlässliche politische Rahmenbedingungen für die CO2-Reduktion im Straßengüterverkehr bis 2030.

: Flottenbetreiber investieren in saubere Fahrzeuge. Doch laut IRU fehlt es an Förderinstrumenten und rechtlicher Planungssicherheit. (Foto: Pixabay)
: Flottenbetreiber investieren in saubere Fahrzeuge. Doch laut IRU fehlt es an Förderinstrumenten und rechtlicher Planungssicherheit. (Foto: Pixabay)

Die Zeit drängt: Bis 2030 müssen Hersteller schwerer Nutzfahrzeuge in der EU ihre CO2-Emissionen um 45 Prozent im Vergleich zu 2021 senken. Doch vielen Transportunternehmen fehlen noch die Voraussetzungen, um ihre Flotten in diesem Tempo zu erneuern. Die Internationale Straßentransportunion (IRU) hat deshalb für den 3. Juni 2025 führende Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden zu einem Spitzentreffen in Brüssel eingeladen.

Laut IRU investieren Unternehmen bereits in emissionsärmere Fahrzeuge und passen ihre Betriebsabläufe an. Die notwendigen politischen und finanziellen Rahmenbedingungen seien jedoch nicht in ausreichendem Maß vorhanden.

„Die Betreiber erneuern bereits ihre Flotten. Sie investieren in saubere Fahrzeuge und stellen ihre Abläufe um. Aber der Übergang kann ohne klare, koordinierte Unterstützung durch die Politik nicht gelingen, zumal unsere Branche überwiegend aus kleinen und mittleren Unternehmen besteht“, erklärte Raluca Marian, EU-Direktorin der IRU, im Vorfeld der Veranstaltung.

Die Konferenz mit dem Titel „Decarbonising EU road transport: Solutions for 2030 and beyond“ findet in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der Europäischen Union statt. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Klimaziele in konkrete Maßnahmen überführt werden können, ohne Mobilität und Wettbewerbsfähigkeit zu gefährden. Auf dem Programm stehen Beiträge der Europäischen Kommission, des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten sowie von Akteuren aus den Bereichen Transport, Logistik, Fahrzeugbau, Energieversorgung und Finanzwesen.

Diskutiert werden unter anderem finanzielle und regulatorische Instrumente zur Beschleunigung der Flottenmodernisierung. Zudem sollen Erfahrungen von Unternehmen mit bereits umgesetzten Dekarbonisierungsstrategien sowie Einschätzungen zur Skalierbarkeit von emissionsfreien Fahrzeugen, Energieversorgung und Infrastruktur in Europa in die Diskussion einfließen.

Marian betonte: „Wir erwarten von den Gesprächen konkrete Maßnahmen, Fördermittel, Anreize und regulatorische Klarheit, die Unternehmen befähigen, schneller und weiter voranzugehen. Wenn Europa seine Klimaziele ernst meint, ist jetzt der Zeitpunkt zum Handeln.“

Zum Abschluss der Veranstaltung wird der belgische Bundesminister für Mobilität, Klima und ökologischen Wandel, Jean-Luc Crucke, aus nationaler Perspektive auf die Ergebnisse des Treffens eingehen.

Die IRU sieht in der Zusammenkunft einen entscheidenden Schritt, um politische Zielsetzungen mit der betrieblichen Realität im Straßengüterverkehr in Einklang zu bringen. Im Zentrum steht der offene Austausch über praktikable und umsetzbare Lösungen für eine nachhaltige Transformation, getragen von den Unternehmen, die Europas Wirtschaft tagtäglich in Bewegung halten.