PKW

ENGIE Vianeo baut Lkw-Ladeinfrastruktur in Deutschland auf

Mit dem Markteintritt der Franzosen bekommt der Zubau leistungsfähiger Ladepunkte für den elektrischen Schwerlastverkehr in Deutschland weiter Schwung. Die Erfahrungen aus Frankreich, darunter Schnelllade-Korridore und Mehrenergiestationen, sollen helfen – ohne Investitionskosten für Standortpartner.

Die Engie SA bringt mit „ENGIE Vianeo“ eine neue Marke für E-Ladeinfrastruktur speziell für den Schwerlastverkehr nach Deutschland. | Bild: Engie Vianeo
Die Engie SA bringt mit „ENGIE Vianeo“ eine neue Marke für E-Ladeinfrastruktur speziell für den Schwerlastverkehr nach Deutschland. | Bild: Engie Vianeo

Deutschland erhält Zuwachs auf dem Markt für Ladeinfrastruktur: „ENGIE Vianeo“, eine Marke der internationalen Engie-Gruppe, startet mit Fokus auf den elektrischen Schwerlastverkehr. Der offizielle Markteintritt erfolgte am 16. Juli 2025. Man wolle Speditionen, Logistikunternehmen und Standortpartnern eine leistungsstarke und verlässliche Ladeinfrastruktur bereitzustellen, wie es heißt – mit 100 Prozent erneuerbarer Energie, moderner Schnelllade-Technologie und einem nutzerfreundlichen Digitalsystem.

Engie Vianeo reagiert damit auf den steigenden Bedarf an elektrischer Ladeleistung im Fernverkehr. Der Schwerlastverkehr gilt als ein besonders herausforderndes Segment der Verkehrswende. Große Fahrzeugbatterien, enge Lieferketten und hohe Auslastungen erfordern leistungsfähige, jederzeit verfügbare und strategisch günstig gelegene Ladepunkte. Engie Vianeo übernimmt dabei nicht nur Planung und Bau, sondern auch Betrieb und Finanzierung. Für Standortpartner – etwa Autohöfe, Logistikstandorte oder Kommunen – sollen keine Investitionskosten anfallen. Bis 2030 plant die Marke den Aufbau von 25.000 Ladepunkten europaweit, darunter 1.500 speziell für elektrische Lkw.

Schnelllade-Infrastruktur für E-Lkw in Frankreich entwickelt

Als Referenz bringt das Unternehmen Erfahrungen aus erfolgreichen Projekten in Frankreich mit. In La Galande bei Paris wurde der erste europäische Schnelllade-Korridor für E-Lkw entlang der Strecke Lyon–Paris realisiert. Fünf Stationen mit bis zu 480 kW Ladeleistung ermöglichen dort eine Reichweite von 300 Kilometern innerhalb von 45 Minuten. In Dardilly bei Lyon betreibt Engie Vianeo eine kombinierte Bio-Gas- und E-Ladestation mit 400-kW-Ladern und Photovoltaikanlage, ausgelegt für Fahrzeuge bis 44 Tonnen. Und im Rahmen der ECTN-Allianz entsteht derzeit ein 900 Kilometer langer E-Lkw-Korridor von Avignon bis Lille. Dort setzt Engie auf ein Relais-Prinzip: Fahrer wechseln, während die Fahrzeuge laden – das spart Zeit und reduziert Emissionen deutlich.

Engie-Markteintritt in Deutschland über eigene GmbH

Der Markteintritt in Deutschland ergänzt das bestehende Engagement der Engie Deutschland GmbH. Unter der Marke „e-buddie“ werden seit Jahren Ladeinfrastrukturlösungen für Industrie, Gewerbe und Immobilienwirtschaft angeboten. Gemeinsam mit Engie Vianeo bildet „e-buddie“ künftig das integrierte E-Mobility-Angebot des Unternehmens.

Die Engie SA ist ein französischer Energie- und Infrastrukturdienstleister mit Hauptsitz in Paris und zählt zu den größten Energieunternehmen Europas. Das börsennotierte Unternehmen entstand 2008 durch die Fusion von Gaz de France und Suez. Engie ist in den Bereichen Strom-, Gas- und Energiedienstleistungen aktiv und verfolgt eine Ausrichtung auf erneuerbare Energien sowie nachhaltige Infrastrukturprojekte. Der Konzern beschäftigt weltweit rund 100.000 Mitarbeiter und ist in über 30 Ländern tätig.