PKW

Conference Days 2025: So optimiert Contis digitales Reifenmanagement den Fuhrpark

Auf den Conference Days 2025 zeigte Continental, wie Lkw- und Bus-Flotten durch intelligentes Reifenmanagement Kosten senken, Ausfälle vermeiden und CO₂-Emissionen reduzieren können. Im Fokus der Session von Continental: das System ContiConnect, das Reifendaten in Echtzeit erfasst und so die Grundlage für vorausschauende Wartung und höhere Effizienz schafft.

Stefanie Schütt, Produktmanagerin, und Jan Engelbart, Digital Solutions Manager, von der Continental Reifen Deutschland GmbH sprachen auf den CONFERENCE DAYS 2025 über digitales Reifenmanagement in Nutzfahrzeugflotten. GmbH. | Bild: HUSS VERLAG
Stefanie Schütt, Produktmanagerin, und Jan Engelbart, Digital Solutions Manager, von der Continental Reifen Deutschland GmbH sprachen auf den CONFERENCE DAYS 2025 über digitales Reifenmanagement in Nutzfahrzeugflotten. GmbH. | Bild: HUSS VERLAG

Im Rahmen der Conference Days 2025, dem rein digitalen B2B-Wissens- und Networking-Event der HUSS-VERLAG GmbH, stellte Continental Reifen Deutschland GmbH am 13. Mai von 9:00 bis 10:00 Uhr auf der „Truck & Bus“-Bühne ihre neuesten Entwicklungen im digitalen Reifenmanagement vor. Unter dem Titel „Digitales Reifenmanagement für eine verbesserte Flottenmobilität“ präsentierten Jan Engelbart (Digital Solutions Manager) und Stefanie Schütt (Produktmanagerin) praxisnahe Lösungen zur Optimierung von Betriebskosten, CO₂-Bilanz und Fahrzeugverfügbarkeit im Nutzfahrzeugbereich.

Im Fokus der Session stand das System „ContiConnect“, das durch Reifensensorik eine Echtzeitüberwachung des Reifenzustands ermöglicht. Flottenbetreiber erhalten präzise Informationen zu Druck, Temperatur und Laufleistung. Das System unterstützt vorausschauende Wartung und reduziert manuelle Kontrollaufwände. Laut Continental lassen sich dadurch:

  • Reifenpannen um bis zu 85 % reduzieren
  • die Laufleistung um bis zu 15 % steigern
  • die Karkassenlebensdauer um bis zu 20 % verlängern
  • die Kraftstoffeffizienz um bis zu 4 % verbessern

Dabei stehen drei Anwendungslösungen zur Verfügung:

  • ContiConnect Life: der kostenfreie Einstieg ins digitale Reifenmanagement. Die Bluetooth-Signale der Reifensensoren werden per App ausgelesen, Benachrichtigungen informieren über den Reifenzustand.
  • ContiConnect Pro – Yard: für Fahrzeuge mit regelmäßigem Depotkontakt. Ein stationärer Yard Reader liest die Sensordaten automatisch im Umkreis von 20 Metern aus und übermittelt sie an ein Webportal. Ideal für die zentrale Analyse und Visualisierung von Reifendaten.
  • ContiConnect Pro – Live: für die permanente Überwachung während der Fahrt. Eine fahrzeugseitige Hardware überträgt alle Daten in Echtzeit an das Webportal. Push-Benachrichtigungen informieren bei drohenden Schäden. Das System ist herstellerübergreifend einsetzbar, bietet Reports, Dashboards sowie API-Schnittstellen zur Integration in bestehende Systeme und ermöglicht ein virtuelles Reifenlager. Auch Servicepartner und Werkstätten können an das System angeschlossen werden.

Die verbauten Sensoren messen nicht nur Reifendruck und -temperatur, sondern kalkulieren auch die Kilometerlaufleistung. Sie haben eine Batterielaufzeit von rund vier Jahren, sind per RF und Bluetooth verbunden, auf der Innenseite des Laufstreifens montiert und für jede Reifenmarke geeignet. Continental bietet sie serienmäßig ab Werk an.

Effizienz durch Runderneuerung und optimierte Produkte

Neben der Digitalisierung betonte Continental die Bedeutung der Runderneuerung als Baustein zur CO₂-Reduktion. Heiß- und Kaltrunderneuerung verlängern die Lebensdauer von Reifen deutlich und senken Kosten – mit dem Hinweis, dass runderneuerte Reifen aus Komfortgründen nicht auf der Lenkachse eingesetzt werden sollten.

Ein Beispiel für nachhaltige Performance ist der Conti Urban HA 5 für Stadtbusse: hoher Fahrkomfort, niedriger Rollwiderstand, verbesserte Laufleistung und uneingeschränkte Runderneuerbarkeit – bei gleichzeitig hoher Traktion über die gesamte Lebensdauer.

Continental deckt mit seinem Nutzfahrzeugreifen-Portfolio die Bereiche Güterverkehr, Personenverkehr, Baustelle und Wintereinsätze ab – jeweils mit differenzierten Produktlinien für Fern-, Regional- und Stadtverkehr sowie On-/Off-Road-Anwendungen.

Regulatorik im Blick: Vecto, EU-Taxonomie und UNECE-Regelungen

Die Reifenentwicklung erfolgt vor dem Hintergrund wachsender regulatorischer Anforderungen. Insbesondere die EU-Taxonomie verlangt Produkte mit besten Rollwiderstands- und Geräuschklassen. Zusätzlich fließt das Vecto-Tool (Vehicle Energy Consumption Calculation Tool) in die Berechnung der Flottenzielwerte der Fahrzeughersteller ein. Beispielsweise müssen Stadtbusse bis 2030 90 % weniger CO₂-Emissionen im Vergleich zu 2019 aufweisen, Überland- und Reisebusse 43 % weniger. Auch der Reifenabrieb gewinnt an Bedeutung: Mit der UNECE-Regelung Nr. 117 ist ein standardisiertes Prüfverfahren etabliert, das nun auch den Weg zur Aufnahme dieser Kennzahl ins Reifenlabel freimacht.

Digitales Forum für Logistikentscheider

Die Session fand im Rahmen der Conference Days 2025 statt – einem rein digitalen B2B-Event des HUSS-VERLAGs, das vom 12. bis 15. Mai 2025 zum fünften Mal auf CONFERENCE-DAYS.de durchgeführt wird. Bereits 2024 nutzten über 1.100 Teilnehmer das Online-Format, um sich in 30 Live-Sessions über aktuelle Entwicklungen in Logistik, Transport und Nutzfahrzeugtechnik zu informieren. Die Plattform bietet neben Wissensvermittlung auch zahlreiche digitale Möglichkeiten für Networking und Austausch zwischen Teilnehmern und Partnern.

Weitere Informationen und das aktuelle Programm der Conference Days unter https://conference-days.de/. Abgelaufene Sessions stehen per Stream zur Verfügung.