BUS

BVG startet Digitalisierungsoffensive und modernisiert Fahrzeugflotte

Ab Herbst rollen neue U-Bahn-Züge, live Ansagen werden Standard und die App „MAX“ soll Mobilität in Berlin vernetzen. Die BVG forciert technologische Erneuerung – begleitet von gezielter Personalpolitik und mehr Instandhaltung.

Ein E-Bus der BVG auf Linie 300 vor dem Berliner Dom: Die Verkehrsbetriebe setzen verstärkt auf moderne Fahrzeuge und verbesserte Abläufe, um die Zuverlässigkeit im Busbetrieb weiter zu erhöhen. | Foto BVG, Andreas Süß
Ein E-Bus der BVG auf Linie 300 vor dem Berliner Dom: Die Verkehrsbetriebe setzen verstärkt auf moderne Fahrzeuge und verbesserte Abläufe, um die Zuverlässigkeit im Busbetrieb weiter zu erhöhen. | Foto BVG, Andreas Süß

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) verzeichnen in den ersten fünf Monaten des Jahres 2025 eine positive Entwicklung bei der Zuverlässigkeit ihrer Verkehrsangebote. Im Rahmen eines Stabilitätsprogramms wurden in den Bereichen Bus, Straßenbahn und U-Bahn spürbare Fortschritte erzielt.

Der Busverkehr erreichte im Zeitraum Januar bis Mai 2025 eine Zuverlässigkeitsquote von 99,0 %. Im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2024 (98,4 %) und insbesondere zur angespannten Lage Ende 2023 (95,5 %) bedeutet dies eine deutliche Verbesserung. Zu den Maßnahmen zählen unter anderem optimierte Abläufe, gezieltes Ersatzteilmanagement sowie Verbesserungen bei der Reichweite der E-Bus-Flotte.

Auch die Straßenbahn zeigt Fortschritte: Die Zuverlässigkeit stieg von 95,8 % (zweites Halbjahr 2024) auf 97,3 %. Ursache ist vor allem eine bedarfsorientierte Instandhaltung, die die Fahrzeugverfügbarkeit erhöht.

Bei der U-Bahn bleibt die Lage herausfordernd. Dennoch konnte die BVG die Zuverlässigkeit von 92 % auf 93,6 % steigern. Der schrittweise Austausch alter Fahrzeuge durch neue Züge der Baureihe JK soll ab Herbst 2025 für weitere Verbesserungen sorgen.

Personalgewinnung und -bindung im Fokus

Im ersten Halbjahr 2025 hat die BVG rund 800 neue Mitarbeitende eingestellt – das entspricht 53 % der geplanten Neueinstellungen für das Gesamtjahr. Rund drei Viertel der neuen Kräfte entfallen auf den operativen Bereich, darunter 463 externe Neueinstellungen im Fahrdienst.

Nach Abschluss eines neuen Tarifvertrags zum 1. Juni 2025 verzeichnet die BVG einen Anstieg der Bewerbungen im Fahrdienst um 27 %. Gleichzeitig sank der Krankenstand in diesem Bereich um 1,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Die BVG führt diese Entwicklung auf eine gesteigerte Attraktivität als Arbeitgeberin und eine höhere Zufriedenheit im Unternehmen zurück.

Investitionen in Infrastruktur und Fahrzeugflotte

Die BVG setzt weiterhin auf den Ausbau und die Modernisierung ihrer Infrastruktur. Schwerpunkte sind Betriebshöfe, Werkstätten, Betriebsanlagen und technologische Innovationen. Ziel ist es, Versäumnisse der Vergangenheit aufzuarbeiten und langfristig die Betriebssicherheit zu erhöhen.

Die Einflottung neuer Fahrzeuge verläuft nach Unternehmensangaben planmäßig. Seit März 2025 befinden sich 12 JK-Schulungsfahrzeuge im Testbetrieb. Ab September 2025 sollen diese Züge auf der Linie U2 im regulären Fahrgastbetrieb eingesetzt werden. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 140 JK-Wagen ausgeliefert sein.

Für die Linien U5 bis U9 sind neue Fahrzeuge der Baureihe J in Vorbereitung. Der Fahrgastbetrieb ist für Sommer 2026 geplant. Bis Anfang 2027 sollen insgesamt 236 J-Wagen in Betrieb gehen. Die neuen Fahrzeuge sollen ältere Baureihen schrittweise ersetzen und durch höhere Verfügbarkeit und Wartungsfreundlichkeit die Betriebssicherheit erhöhen.

Digitale Angebote und Fahrgastinformation

Zur Verbesserung der Fahrgastinformation wird ab Sommer 2025 auf allen U-Bahnlinien der BVG ein System live gesprochener Durchsagen eingeführt. Parallel dazu wird die U-Bahnlinie U2 zur digitalen Teststrecke ausgebaut. Dort sollen Fahrgastinformationen künftig in Echtzeit synchronisiert mit den Zügen angezeigt werden.

Zudem wurde auf dem UITP-Summit in Hamburg die neue App-Plattform „MAX“ vorgestellt. Sie soll künftig verschiedene Mobilitätsangebote in einer Anwendung bündeln und so die Nutzerfreundlichkeit im öffentlichen Nahverkehr verbessern.

Zukunftsstrategie: Digitalisierung und autonome Flotten

Mit Blick auf die kommenden Jahre plant die BVG, den digitalen Ausbau der Betriebstechnik weiter voranzutreiben. Insbesondere im U-Bahnbereich sollen moderne Signalsysteme eingeführt werden, um die Kapazität des bestehenden Netzes effizienter zu nutzen.

Langfristig sind auch autonome Fahrzeugflotten Teil der strategischen Planung, um das Mobilitätsangebot in Berlin zu erweitern und zukunftsfähig zu gestalten.

„Wir wissen, was wir versprochen haben: Verlässlichkeit. Die Stabilisierung braucht Zeit, aber erste Fortschritte sind sichtbar. Die Richtung stimmt“,

sagt Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender der BVG.