Bringt Škoda den Favorit zurück?
Der Favorit markierte für Škoda einst die Wende: 1987 noch in Vorwendezeiten entwickelt und auf den Markt gebracht, beendete er endlich die Heckmotor-Ära und machte VW aufmerksam, wo man dann schrittweise die Skoda-Aktien vom tschechoslowakischen Staat übernahm. Der Favorit kam auch als Kombi „Forman“ mit gleicher Heckklappe, wurde zum Felicia geliftet und blieb bis 1994 im Programm – insgesamt wurden 787.167 Fünftürer, 219.254 Kombis und 70.900 Pick-up gebaut – insgesamt also 1.077.321 Einheiten. Als Nachfolger kam dann der Fabia, der bis heute die Basis im Programm ist.
Bei den Leuchten siegte das Urmodell über das „Tec-Deck“
Was uns gefällt: Man behielt die charakterstarke Front bei und opferte sie nicht dem neuen „Tec-Deck“. Die Flanken glättete man (fast eine Idee zu stark), ebenso das Heck. Bei den Leuchten verwendeten die Designer einen neuen Kniff: Die nutzen nur schmale LED-Streifen, das Volumen der flächigen Lichter des Originals wird aber mit einer Vertiefung zitiert. Über den Scheinwerfern befinden sich wie beim Original durchsichtige Abdeckungen, die laut Designer David Stingl weggeklappt werden könnten, wenn die Scheinwerfer eingeschaltet werden – wäre real aber zu teuer und müsste wohl anders umgesetzt werden. Und Designer Ljudmil Slavov erklärt, dass er sich die Neuinterpretation elektrisch vorstellt, womit auch die geschlossene Front, die die Assymmetrie des Urmodells dort zitiert, absolut sinnstiftend wäre.
Rahmenkopfstützen – für bessere „Durchsicht“
Ebenfalls retro: Die Kopfstützen mit mittiger Aussparung – auch hier wie beim Urmodell, das übrigens auch im Ostblock schon immer mit vier(!) Kopfstützen kam – damals in dem Segment ein Novum. Und man hat auch schon mal eine Breitbau-Sportversion durchgedacht – Rallye ist bei Škoda auch immer Thema.
Ganz neu ist die Integration der Türgriffe in eine einzige Öffnung zwischen den vorderen und hinteren Türen.
Man darf gespannt sein, ob der Favorit nur eine „Fingerübung“ des Designs bleibt oder ob Škoda sich dafür vielleicht sogar Zusatzkapazitäten in Spanien sichern wird. Denkbar wäre auch, das der Favorit als „Einstiegsmodell“ neben den VW ID.1 gestellt wird – ab 2027 wissen wir mehr.
Was bedeutet das?
Spontaner Reflex: Bitte bauen! Als „nackte Basis“ ab 19.995 Euro, ohne Infotainment-Gedöns, aber mit vier Rahmenkopfstützen und 250 km echter Reichweite. Dann hätte Škoda für viele einen elektrischen Favoriten im Programm.
Quellen: Motor1.de, Skoda Auto Presseseite, Wikipedia