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Braunschweig: Autonome Fahrzeuge für ÖPNV und „Letzte Meile“

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing übergab Förderbescheid über 35 Millionen Euro für zukunftsweisendes Projekt zum autonomen Fahren in Braunschweig.

Das Fahrzeugkonzept U-Shift, hier mit der auswechselbaren Personenkapsel. (Foto: Sven Hoppe/dpa)
Das Fahrzeugkonzept U-Shift, hier mit der auswechselbaren Personenkapsel. (Foto: Sven Hoppe/dpa)

Das Projekt „Innovative modulare Mobilität Made in Germany“ (IMoGer) unter Leitung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) erhält eine Förderung von 35 Millionen Euro des Bundesverkehrsministeriums. Es zielt darauf ab, mittels modularer Elektrofahrzeuge sowohl den öffentlichen Personennahverkehr als auch Pakettransporte in einem ganzheitlichen Mobilitätsansatz auf der „Letzten Meile“ zu verbinden. Mit einer kleinen Testflotte aus mehreren Einheiten des im DLR entwickelten, automatisierten modularen Fahrzeugs U-Shift soll das Konzept im realen Einsatz in Braunschweig erprobt werden.

Bundesverkehrsminister Dr. Volker Wissing: „Wir fördern hier ein Leuchtturmprojekt, das die Zukunft der Mobilität in Deutschland maßgeblich prägen wird. Autonomes Fahren bietet enorme Chancen für mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit im Verkehr. Besonders im ÖPNV und in der Logistik stehen wir vor großen Herausforderungen durch den Fachkräftemangel. Umso wichtiger ist, dass wir jetzt in innovative, effiziente Mobilitätslösungen investieren.“

U-Shift: Fahrplattform mit auswechselbaren Personen- und Güterkapseln

Prof. Meike Jipp, DLR-Bereichsvorständin Energie und Verkehr: „In der Logistik und im öffentlichen Personennahverkehr ist das letzte Stück Weg, die „Letzte Meile“, eine große Herausforderung, um ein funktionierendes attraktives Mobilitätsangebot für die Menschen und Unternehmen zu schaffen. Mit dem U-Shift haben wir im DLR eine automatisierte Plattform entwickelt, die flexibel für unterschiedliche Einsatzzwecke genutzt werden kann. Das Projekt IMoGer geht nun den nächsten Innovationsschritt und erprobt exemplarisch den Betrieb von der Simulation bis zum Einsatz im realen Verkehr in Braunschweig. Damit bereiten wir den Weg für den zukünftigen Hochlauf und Regelbetrieb der modularen Mobilität, schaffen eine solide Grundlage für Zulassung und Skalierbarkeit und entwickeln damit verbundene Geschäftsmodelle.“

Das U-Shift ist eine Fahrplattform mit auswechselbaren Personen- und Güterkapseln. Es kombiniert zwei Bestandteile: Die U-förmige Antriebseinheit, das sogenannte Driveboard, beinhaltet die technischen Komponenten und Systeme. Als Zukunftsvision soll es automatisiert, elektrisch und leise unterwegs und für maximale Wirtschaftlichkeit rund um die Uhr in Betrieb sein. Kombiniert wird es mit unterschiedlichsten kapselförmigen Aufbauten für den Transport von Personen und Gütern. So ergeben sich flexible Einsatzmöglichkeiten, ob als On-Demand-Shuttle oder als flexible Paketstation.

Fahrerlos und barrierefrei

Im Projekt IMoGer wird eine Kleinflotte flexibler U-Shift-Module aufgebaut und erstmalig als fahrerloses, barrierefreies Angebot für einen Erprobungsbetrieb im Braunschweiger Stadtteil „Schwarzer Berg“ eingesetzt werden. Die Sicherheit des Gesamtsystems wird durch eine technische Aufsicht und unterstützende, intelligente Verkehrsinfrastruktur gewährleistet. Das Testfeld Niedersachsen des DLR ermöglicht in Braunschweig eine schnelle Erprobung unter Nutzung der Potenziale intelligenter Verkehrsinfrastruktur und unterstützt bei der raschen Integration in den Realverkehr.

Bürger und weitere Stakeholder sollen von Beginn an beteiligt werden. IMoGer könnte sowohl die Grundlagen für den Regelbetrieb eines automatisierten Angebots wie auch den gesamten Prozess von der Zulassung bis zur praktischen Anwendung ermöglichen – inklusive einer Übertragbarkeit auf andere Regionen.

Die Partner

Eingebunden in IMoGer sind neben dem DLR die Braunschweiger Verkehrs-GmbH, UPS Deutschland, die DiMos Operations GmbH, die Motor Ai GmbH und die Vitronic Machine Vision GmbH. Das Projekt wird unterstützt durch die Stadt Braunschweig und den Regionalverband Großraum Braunschweig.