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Auto Shanghai 2025: In der Realität angekommen!

Noch 2023 fuhren vor allem die chinesischen Hersteller bei der Auto China in Shanghai mächtig auf und klotzten mit einer Vielzahl und Reife hochtechnisierter Fahrzeuge. Ähnliches in Peking 2024, doch: Auch im Reich der Mitte scheint man sich der harten Realitäten im weltweiten Automotive-Markt bewusst zu werden. 

VW fuhr gleich drei Studien groß auf - der Stand war gut gefüllt. | Foto: W. Gomoll
VW fuhr gleich drei Studien groß auf - der Stand war gut gefüllt. | Foto: W. Gomoll

Als 2023 die Auto China in Shanghai nach der Covid-19-Zäsur erstmals wieder ihre Tore öffnete, hatten die westlichen Automobilhersteller schwer zu schlucken: Die Wucht und die Vielfalt der chinesischen Autobauer beziehungsweise ihrer Produkte war immens. Ähnliches wiederholte sich in Peking 2024. Die Manager der deutschen Automobilelite schlichen mit herabhängenden Mundwinkeln durch die großen Messehallen der Millionenmetropolen.

2025 hat sich das etwas gelegt: Dieser ganz große Neuheiten-Hammer blieb diesmal aus. Auch bei BYD, Nio, Zeekr & Co ist mehr Business as usual angesagt. Analyst Fabian Piontek von AlixPartners erklärt uns:

„Auch in China ist das Geld nicht mehr in unbegrenzter Menge vorhanden, um Innovationen voranzubringen.“

Klar gibt es immer noch die ganz großen Auftritte, gern gepflegt auch in Zusatzveranstaltungen wie dem Innovation-Day von Xpeng in Hong Kong oder der ganz großen Akkupräsentation von CATL. Und auch in den Messehallen selbst fuhr so manche Marke noch groß auf: China will Weltmacht werden und klotzt – da wird nicht gekleckert.

Und so tritt der Dongfeng Warrior martialisch auf und BYDs Premium-Tochter Denza kündigt mit dem Konzept-Coupé Z einen Porsche-911-Konkurrenten an. Und natürlich gibt es noch ein paar klassische Blickfänger wie etwa die Plüsch-Autos von MiniEV oder den Klein-Helikopter von Changan, aber sonst ist bei auch bei den Autobauern aus dem Reich der Mitte Business as usual eingekehrt. Auch das Gedränge in den Hallen war bei weitem nicht mehr so groß, wie noch vor 24 Monaten.

Familien werden auch in China wichtiger – und mit ihnen auch bezahlbare Vans

Volvo präsentiert stolz den EM90, während die Schwestermarke Zeekr das SUV 9X nach vorne fährt. Aber auch andere chinesische Hersteller wie Aito mit dem M9 oder Xpeng mit dem X9 wollen bei den Familien punkten und auch LiAuto springt mit dem aerodynamisch geformten Mega auf den Van-Zug auf. Bleibt bloß noch die Frage, warum diese Zahl bei den Crossovern oder Vans so beliebt ist.

Die rustikal-brachialen Offroad-Spezialisten von Haval setzen mit dem SUV Max massentaugliche Optik. Die Staatsmarke Honqi will mit dem Plug-in-Hybriden HS9 für Aufsehen sorgen. Wuchtig und kantig kommt der Jetour G600 daher. Mit dieser Premium-Divison will Chery an die großen Geldtöpfe. Klone westlicher Erfolgsmodelle wie der Geely Galaxy Cruiser, dessen Front dem Ford Bronco wie aus dem Gesicht geschnitten ist, sind auf chinesischen Automessen nach wie vor zu sehen.

Wer glaubt, dass es in China nur noch um die Elektromobilität geht, täuscht sich gewaltig. Die rustikalen Schlammwühler von Tank präsentieren stolz einen V8-Verbrenner und mit dem Hi4T gleich das passende Auto dazu. Eigentlich. Allerdings werkelt unter der Haube des Facelift-Modells ein Hybrid-Antriebsstrang. Bleibt nur zu hoffen, dass sich die Verantwortlichen der Great Wall Motor-Tochter eines Besseren besinnen.

Audi verdoppelt sich: einmal mit und einmal ohne Ringe

Audi kämpft im Reich der Mitte verzweifelt um Marktanteile und begegnet dieser Gemengelage mit einem Neuheiten-Feuerwerk. An der Spitze des Messeaufgebots steht natürlich der Audi E5. Ein Elektro-Sportback, der gemeinsam mit dem chinesischen Staats-Autobauer SAIC entwickelt wurde und auf den Heimatmarkt zugeschnitten ist. Der Stromer hat eine 800-Volt-Architektur, lädt in zehn Minuten für 382 Kilometer und kommt bis zu 750 Kilometer weit. Aber auch die Muttermarke schaltet im Reich der Mitte mit vier lokalisierten Modell-Premieren wie dem A6L e-tron, dem Q5L und dem A5L aus der FAW-Kooperation sowie dem A5L Sportback in den Angriffsmodus und tritt so die Flucht nach vorne an.

Volkswagen plant eine riesige Produktoffensive: Ab 2027

Weniger handfest geht es bei VW zu. Die Wolfsburger haben mit dem ID. Aura, ID. Era und ID. Evo drei Konzeptfahrzeuge in den gigantischen Messekomplex gerollt. Das Trio steht stellvertretend für eine Produktoffensive, die die Niedersachsen lostreten wollen. Bis Ende 2027 bringt VW über 30 neue Modelle (davon 20 New Energy Vehicle) nach China.

Auch Mercedes-Benz bringt neue Vans – BMW diesmal nichts Neues

Mercedes bekräftigt mit der Studie Vision V die Absicht, im Luxus-Van-Segment Fuß zu fassen und der CLA war auch in Shanghai dabei. BMW feiert sich selbst. Echte Neuheiten? Fehlanzeige. Das zaubern die Japaner anders auf. Während Honda mit dem GT die dynamische Seite herauskehrt, liefert Toyota mit dem Doppel bz7 und Lexus ES9.

Bei Xiaomi backt man etwas kleinere Brötchen. Ursprünglich wollte der Smartphone-Automobil-Newcomer das YU7-SUV auf die Messe bringen, aber jetzt steht der SU7 Ultra auf dem Stand. Die Power-Limousine (1.103 kW / 1.500 PS) kostet rund 35 Prozent weniger und unterbietet mit einem Preis von 529,900 Yuan (rund 63.000 Euro) sowohl das Tesla Model S Plaid als auch den Porsche Taycan Turbo GT mit Weissach-Paket deutlich.

Was bedeutet das?

Die ganze große Show ist auch in Shanghai vorbei. Neben vielen Kompakt-SUV sah man vor allem bei Geländewagen, GT-Limousinen und Vans doch einige Neuheiten.

Einen ersten Messerundgang machte für uns Wolfgang Gomoll; press-inform