PKW

Adient präsentiert neue Sitzkonzepte mit Fokus auf Ergonomie und Sicherheit

Mit „Pure Ergonomics“, „Autonomous Elegance“ und „Z-Guard“ präsentiert Adient flexible Sitzlösungen, die auf künftige Mobilitäts- und Nachhaltigkeitsanforderungen zielen.

Innovative Sitzkonzepte berücksichtigen künftige Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit im Fahrzeuginnenraum. | Foto: Adient
Innovative Sitzkonzepte berücksichtigen künftige Anforderungen an Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit im Fahrzeuginnenraum. | Foto: Adient

Adient, Anbieter von automobilen Sitzsystemen, hat drei neue beziehungsweise weiterentwickelte Sitzkonzepte vorgestellt. „Pure Ergonomics“ richtet sich an mittlere und untere Preissegmente und kombiniert schlanke, ressourcenschonende Bauweise mit verbesserter Ergonomie. Das Ergebnis: bis zu 60 Millimeter mehr Beinfreiheit in der zweiten Sitzreihe.

Das Sitz-Verstellsystem wurde komplett überarbeitet und orientiert sich an der realen Biomechanik der Insassen. Ziel ist eine intuitive Anpassung an die individuelle Anatomie. Gleichzeitig wurde der Materialeinsatz bei Metall, Schaum und Verkleidungskomponenten reduziert – ohne Einbußen bei Komfort oder Funktionalität.

„Pure Ergonomics“ ist eine Weiterentwicklung des 2023 im Premiumsegment eingeführten Konzepts „Autonomous Elegance“ und steht ab sofort für kundenspezifische Anpassungen bereit.

Update für „Autonomous Elegance“

Das ebenfalls überarbeitete Konzept „Autonomous Elegance“ adressiert den Trend, den Fahrzeuginnenraum als persönlichen Lebensraum zu nutzen. Kern ist ein anatomisch gestalteter Neigungsmechanismus, der natürliche Hüftbewegungen nachbildet.

Die Konstruktion erlaubt flexible Nutzungsszenarien – vom Fahren über Arbeiten bis zum Entspannen. Elektronik, Sensoren, Steuergeräte sowie Sicherheitselemente wie Belt-in-Seat-Systeme und Airbags sind direkt in die Sitzstruktur integriert. Das erleichtert die Montage und hält sämtliche Funktionen in jeder Sitzposition verfügbar. Mehrere OEMs haben bereits Interesse signalisiert.

„Z-Guard“: Sicherheit in Zero-Gravity-Position

Gemeinsam mit Autoliv hat Adient das Sitzkonzept „Z-Guard“ entwickelt, das auf Fahrszenarien mit „Zero-Gravity“-Position ausgelegt ist. Es kombiniert Gurtstraffer, zusätzliche Airbags und innovative Rückhaltesysteme, um die Belastung von Nacken, Oberkörper, Kopf und Wirbelsäule bei Unfällen zu reduzieren.

Seitliche Airbags verbessern den Schutz bei Kollisionen von der Seite. Sensoren erkennen potenzielle Unfälle frühzeitig und bringen den Sitz automatisch in eine aufrechte Position. Das System erfüllt branchenübliche Standards und übertrifft diese in einzelnen Leistungsstufen.

Nachhaltigkeit im Fokus

Mit Blick auf die kommende End-of-Life Vehicles Regulation (ELVR) steigert Adient den Einsatz recycelter Materialien. Der Rezyklatanteil in Sitzsystemen wurde seit den 2020er-Jahren von null auf bis zu 50 Prozent erhöht.

Ein Pilotprojekt mit Jaguar Land Rover (JLR) und Dow Chemicals integriert erstmals 20 Prozent End-of-Life-Polyurethan-Schaum in die Produktion von Autositzen. Für dieses Vorhaben erhielten die Partner eine Auszeichnung bei den Sustainability Leadership Awards 2025 des American Chemistry Council.

Was bedeutet das?

Adients Sitzkonzepte zeigen, wie sich Komfort, Sicherheit und Nachhaltigkeit zugleich adressieren lassen – allerdings bleibt offen, wie schnell diese Technologien in Serienfahrzeuge einziehen werden. Die technische Machbarkeit ist gegeben, doch OEMs müssen entscheiden, ob Marktakzeptanz, Kostenstruktur und regulatorische Anforderungen den Einsatz rechtfertigen. Für den Endkunden heißt das: Wer künftig bequem, sicher und ressourcenschonend sitzen will, muss womöglich noch etwas Geduld mitbringen. (Alina Venediktova)