PKW

IAA Mobility 2025: Schaeffler zeigt erstmals erweitertes Portfolio nach Vitesco-Fusion

Auf der IAA Mobility in München stellt Schaeffler rund 140 Produkte vor – von E-Antrieben über Fahrwerkslösungen bis hin zu Software für die Fahrzeuge von morgen.

Neue Technologien prägen die Diskussion auf der IAA MOBILITY und zeigen, wie sich die Automobilindustrie im Spannungsfeld von Elektrifizierung und Digitalisierung verändert. | Foto: Schaeffler

Schaeffler tritt auf der IAA Mobility in München vom 8. bis 12. September 2025 erstmals mit dem kombinierten Produktportfolio nach dem Zusammenschluss mit Vitesco Technologies auf. Der Messeauftritt findet auf dem IAA Summit in Halle B3, Stand B40, unter dem Motto „The Motion Technology Company“ statt.

Zahlen und Dimensionen des neuen Konzerns

Das gemeinsame Unternehmen beschäftigt rund 120.000 Mitarbeitende, gliedert sich in vier Sparten und betreibt mehr als 100 Werke weltweit. Für 2025 wird ein Jahresumsatz zwischen 23 und 25 Milliarden Euro erwartet. Auf dem 225 Quadratmeter großen Messestand zeigt Schaeffler knapp 140 Produkte.

Von E-Antrieben bis Fahrwerkstechnik

Im Mittelpunkt stehen modulare Komponenten und integrierte Systeme für elektrifizierte Fahrzeuge. Hinzu kommen Fahrwerks- und Karosserielösungen, die Fahrdynamik, Sicherheit und Komfort adressieren. Beispiele aus dem neuen Portfolio sind die Hinterachslenkung und ein Hands Free Access Sensor.

Beispiel für Synergien: EMR4

Ein Kernexponat ist der elektrische Achsantrieb Electric Motor Reducer (EMR4). Hier stammen E-Motor, Inverter und Software aus dem früheren Vitesco-Portfolio, während Schaeffler Gehäuse, Getriebe und Parksperre liefert. Damit zeigt der Konzern, wie sich die Stärken beider Unternehmen kombinieren lassen.

Fokus auf Software-definierte Fahrzeuge

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Entwicklung von Software-definierten Fahrzeugen. Schaeffler präsentiert erstmals eine eigene E/E-Plattform samt Software-Ökosystem, die skalierbar und serviceorientiert konzipiert ist. Ziel ist es, den Wandel hin zu softwarezentrierten Fahrzeugarchitekturen aktiv mitzugestalten.

Politische Ebene im Blick

Schaeffler ist Gründungsmitglied des europäischen Zuliefererverbands CLEPA und beteiligt sich an der von der EU-Kommission gestarteten European Connected and Autonomous Vehicle Alliance. Diese Initiative verfolgt das Ziel, eine offene europäische Plattform für Software-definierte Fahrzeuge zu entwickeln.

Was bedeutet das?

Mit dem Zusammenschluss von Schaeffler und Vitesco entsteht ein Anbieter, der Hardware und Software enger verzahnen kann. Auf der IAA Mobility zeigt das Unternehmen, wie die Integration in der Praxis aussieht – vom elektrischen Achsantrieb bis zur E/E-Plattform. Für die Branche bleibt die Frage, ob solche All-in-one-Angebote den europäischen Zulieferern helfen, im globalen Wettbewerb Schritt zu halten. Sicher ist: Die Zahl der Produkte steigt, die Zahl der offenen Baustellen im Strukturwandel aber ebenso.(av)