LKW

Baden-Württemberg: 80 neue Lkw-Ladepunkte für E-Flotten geplant

Das Land fördert 80 neue Ladepunkte für E-Lkw an 21 Standorten im regionalen Straßennetz. Ziel ist eine klimafreundliche Logistik bis 2030.

Die öffentliche Ladeinfrastruktur für elektrische Lkw gewinnt entlang regionaler Verkehrsachsen zunehmend an Bedeutung. (Foto: Daimler Truck)

Das Verkehrsministerium Baden-Württemberg hat eine Ausschreibung für den Aufbau eines Basisladenetzes für batterieelektrische Lastkraftwagen gestartet. Im Rahmen des Förderprogramms „Basisladenetz für öffentliches Laden von E-Lkw im regionalen Straßennetz“ sollen in den kommenden Jahren an 21 Standorten im Land mindestens 80 neue Ladepunkte entstehen. Die geplanten Ladestationen sind für den öffentlichen Zugang vorgesehen und sollen täglich mehr als 1.000 elektrische Lkw mit Strom versorgen.

Verkehrsminister Winfried Hermann hebt die Bedeutung emissionsfreier Lkw sowie der Landeinfrastruktur hervor: „Das Land setzt den Impuls, den die Anbieter nutzen können. Nur mit breiter Unterstützung der Wirtschaft kann das Klimaschutzziel erreicht werden. Die Elektrifizierung der Lkw-Flotte im Land hat hohe Priorität – ihr Anteil am Kohlendioxid-Ausstoß ist enorm. Obwohl Lkw weniger als 2 Prozent der Fahrzeuge auf europäischen Straßen ausmachen, sind sie für gut ein Drittel des Kohlendioxidausstoßes verantwortlich. Mit BASE fördern wir ein flächendeckendes Basis-Ladenetz für E-Lkw.“

Ziel: Klimaneutraler Gütertransport bis 2030

Die Maßnahme ist Teil der Klimastrategie des Landesverkehrsministeriums, das anstrebt, bis zum Jahr 2030 die Hälfte des Gütertransports klimaneutral zu gestalten. Dabei liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Umstellung des Straßengüterverkehrs auf Fahrzeuge mit alternativen Antrieben. Das jetzt gestartete Ausschreibungsverfahren soll die Elektrifizierung von schweren Nutzfahrzeugen unterstützen und damit zur Reduktion des Kohlendioxidausstoßes beitragen.

Struktur des Förderverfahrens

Die Förderung erfolgt über ein wettbewerbliches Verfahren, das in drei Lose aufgeteilt ist. Jedes Los umfasst sieben geografisch definierte Suchräume. Innerhalb dieser Gebiete soll jeweils ein Standort für Ladeinfrastruktur eingerichtet werden. Pro Standort sind mindestens vier Ladepunkte mit Schnellladetechnologie nach dem Combined-Charging-System-Standard vorgesehen. Die Ladeeinrichtungen müssen mit Strom aus erneuerbaren Quellen betrieben werden, entweder aus dem öffentlichen Netz oder durch vor Ort erzeugte regenerative Energie.

Finanzielle Förderung und Antragstellung

Pro Los kann ein Unternehmen oder ein Zusammenschluss von Bietern den Zuschlag erhalten. Die maximale Fördersumme pro Los beträgt bis zu vier Millionen Euro. Insgesamt können somit drei Unternehmen oder Konsortien eine finanzielle Unterstützung erhalten. Die Antragstellung erfolgt über die Internetseite der L-Bank. Detaillierte Informationen zu den Förderkriterien stellt das Ministerium für Verkehr Baden-Württemberg online zur Verfügung.

Unterstützung für Speditionen und Logistikunternehmen

Das Land Baden-Württemberg fördert bereits seit Ende 2024 die Umstellung auf emissionsfreie Nutzfahrzeuge und den Ausbau betrieblicher Ladeinfrastruktur. Mit zwei bestehenden Förderprogrammen unterstützt das Ministerium Unternehmen im Güterverkehr bei der Anschaffung von elektrisch betriebenen Lastkraftwagen und beim Aufbau entsprechender Ladeeinrichtungen. Das Programm TruckCharge@BW steht weiterhin zur Antragstellung offen und soll insbesondere zur Einhaltung der europäischen Klimaschutzvorgaben beitragen. (av)