LKW

Hellmann: Vorreiterrolle bei E-Mobilität im Güterverkehr

Hellmann setzt am Standort Bremen bereits E-Lkw im Alltag ein. In der Region bleiben die Fahrzeuge jedoch weiterhin die Ausnahme – es fehlt unter anderem an Ladeinfrastruktur.

Dr. Hendrik Haßheider und Stefan Borggreve an der E-Ladesäule. (Foto: Hellmann)

Im Güterverkehrszentrum Bremen hat Hellmann Worldwide Logistics Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Verwaltung über den Einsatz seiner E-Lkw-Flotte informiert. Im Mittelpunkt des Besuchs stand ein Praxisbeispiel für klimafreundliche Logistik, das eine Kombination aus Solarstromproduktion, Pufferspeicherung, Ladeinfrastruktur und elektrischen 40-Tonnern umfasst.

Wie Hellmann mitteilt, werden seit 2024 bundesweit schwere E-Lkw im Regelbetrieb eingesetzt. Am Standort Bremen fahren zwei elektrisch betriebene Fahrzeuge täglich im Pendelverkehr zwischen Bremen und Osnabrück. Im Zweischichtbetrieb legen sie laut Unternehmensangaben zwischen 550 und 700 Kilometer zurück. Der benötigte Strom stammt aus einer eigenen Photovoltaikanlage. Die Ladeinfrastruktur ist mit einer Leistung von 300 kW auf den Betrieb von schweren Lkw ausgelegt und durch einen Speicher ergänzt.

Der Aufbau der Flotte und der Ladepunkte wird vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr mit rund 1,9 Millionen Euro gefördert. Grundlage ist die Richtlinie zur Förderung von Nutzfahrzeugen mit klimaschonenden Antrieben (KsNI). Die Koordination übernimmt die Now GmbH, die Bewilligung erfolgt durch das Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM). Weitere Mittel stammen aus dem EU-Programm NextgenerationEU, wie Hellmann mitteilt.

Patrick Schnieder, Bundesminister für Digitales und Verkehr, lobte in einem übermittelten Grußwort das Engagement des Logistikdienstleisters: „Die Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs ist ein wichtiger Baustein, um die CO2-Emissionen im Straßenverkehr zu reduzieren.“

Nur mit einem starken Zusammenspiel aus Infrastruktur, Förderung und Innovationsbereitschaft der Unternehmen könne der Umstieg auf klimafreundliche Antriebe schnell erfolgreich sein.

Bremens Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt sagte laut Mitteilung:

„Die Erweiterung der E-Lkw-Flotte von Hellmann und die dafür notwendige Ladeinfrastruktur zeigen konkret, wie elektrische Lösungen erfolgreich umgesetzt werden können.“

Stefan Borggreve, Chief Operating Officer von Hellmann, kündigte an, die Erfahrungen aus dem Betrieb weiter ausbauen zu wollen, um perspektivisch die gesamte Flotte CO2-neutral zu betreiben.

Doch trotz des Fortschritts im Pilotbetrieb bleibt die Verbreitung von E-Lkw in der Region gering. Wie bereits berichtet, waren zum Stichtag 1. Januar 2025 in Bremen lediglich drei schwere batterieelektrische Lkw zugelassen. In Niedersachsen waren es 27. Damit liegt der Anteil elektrischer Fahrzeuge in dieser Klasse in beiden Bundesländern deutlich unter dem Bundesschnitt.

Zentrale Hemmnisse sind die mangelnde öffentliche Ladeinfrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge sowie die hohen Anschaffungskosten. In Bremen steht bislang lediglich eine öffentliche Lademöglichkeit für E-Lkw zur Verfügung. Niedersachsen zählt fünf solcher Ladepunkte. Der Aufbau zusätzlicher Standorte ist zwar geplant, wird jedoch Jahre in Anspruch nehmen.

Vor diesem Hintergrund hebt sich das Bremer Beispiel bei Hellmann als Einzelfall ab – auch wenn es aus Sicht vieler Unternehmen auf absehbare Zeit keine flächendeckende Lösung ersetzt.