Milence setzt beim Lkw-Laden auf elektrische Korridore und Reservierung
Auf der diesjährigen Transport Logistic in München hat Milence, ein Joint Venture von Daimler Truck, der TRATON GROUP und der Volvo Group sowie führender Anbieter von Ladeparks für elektrische Schwerlastfahrzeuge (E-LKWs), neue Ideen für nachhaltigeren und elektrifizierten Straßengüterverkehr vorgestellt. Die Spanne reicht von den ersten elektrifizierten Korridoren über das Megawatt Charging System (MCS) bis hin zu einer neuen Buchungssoftware zur Reservierung von Ladestationen.
„Der europäische Straßengüterverkehr durchläuft eine grundlegende Transformation, und die Entscheidungen, die wir heute treffen, werden seine Zukunft bestimmen “, sagt Anja van Niersen, CEO von Milence.
Das Megawatt Charging System (MCS) ist der neueste Standard für Hochleistungs-DC-Laden und wurde speziell zur schnellen Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs entwickelt. Mit einer Leistung von bis zu 3,75 Megawatt (3.750 kW) reduziert MCS die Ladezeiten um bis zu 90 Prozent und ermöglicht es E-LKWs, in etwa 30 Minuten aufzuladen. Die erste MCS-Lösung, die Milence auf seinem Stand zeigt und an Milence Standorten im Hafen von Antwerpen-Brügge sowie in Zwolle eingesetzt wird, hat umfangreiche Tests durchlaufen und arbeitet mit bis zu 1.440 kW (1.500 A, 1.000 V). Der Anbieter betreibt bereits 21 Ladeparks in den Niederlanden, Frankreich, Belgien, Schweden, Deutschland, Vereinigten Königreich, Italien und Spanien. Auf dem Gelände des Hafens von Antwerpen-Brügge ist bereits einer der größten öffentlichen E-LKW-Ladeparks Europas mit 20 CCS- und 2 MCS-Ladeplätzen in Betrieb.
Erste elektrische Korridore nehmen Gestalt an
Dank der europaweiten Ladepark-Eröffnungen versorgt der Anbieter inzwischen einige wichtige Güterverkehrskorridore mit elektrischer Energie. Den Anfang macht die 700 km lange Strecke Barcelona-Lyon. Dieser spanisch-französische Korridor wird durch Ladeparks in Perpignan, Béziers und Malataverne versorgt. Weitere Langstreckenrouten nehmen bereits Gestalt an, darunter die Strecke von Rennes, der Hauptstadt der Bretagne in Frankreich, nach Zwolle in den Niederlanden oder Duisburg in Deutschland sowie von Stockholm nach Göteborg und Malmö. Bis 2027 will der HPC-Spezialist 284 MCS-Ladepunkte an 71 Standorten in 10 EU-Mitgliedstaaten installieren, im Einklang mit der Alternative Fuels Infrastructure Facility (AFIF) der EU. Dieser korridorbasierte Ansatz soll sicherstellen, dass zuverlässiges Hochleistungsladen dort verfügbar ist, wo die Güterverkehrsströme am stärksten sind. Auf diese Weise werde der Ausbau der emissionsfreien Logistik auf dem gesamten Kontinent unterstützt, ist man sich bei Milence sicher.
Planbares Laden mit dem Buchungssystem
Ein wichtiges Element für die Branche ist auch das neue Buchungssystem vorstellen, ein digitaler Service, der sich derzeit in der Test- und Entwicklungsphase befindet. Das System soll es Flottenmanagern und Fahrer*innen ermöglichen, Ladeplätze an ausgewählten Ladeparks zu reservieren. Das System bietet:
- Garantierte Verfügbarkeit: Reservierungen nach Bedarf buchen, aktualisieren oder stornieren
- Echtzeit-Benachrichtigungen: Während der Fahrt immer informiert bleiben
- Automatisierter Zugang: Erleichterte Einfahrt an teilnehmenden Ladeparks
Das Buchungssystem wird über das eigene Portal verfügbar sein, eine webbasierte Anwendung, die sich derzeit in der Entwicklung befindet. Über eine direkte API-Integration können Kund*innen und Lösungsanbieter bereits auf das System zugreifen. Man arbeiter auch daran, die Buchung bei eMSPs (E-Mobilitätsdienstleister) und anderen weit verbreiteten Branchenplattformen zu integrieren, heißt es weiter.
Damit sieht man einen zentralen Bedarf im Markt adressiert und will die betriebliche Effizienz und Planbarkeit für jene Logistikunternehmen steigern. Die Lösung wird voraussichtlich Ende 2025 auf dem Markt verfügbar sein.
„Mit unseren ersten elektrifizierten Korridoren, der Einführung unserer Megawatt-Ladelösung und des neuen Buchungssystems ermöglichen wir ein intelligenteres, und zuverlässigeres Logistik-Ökosystem. Die Transformation ist voll im Gange, und wir sind stolz darauf, Europas Weg zum emissionsfreien Güterverkehr mitzugestalten“, ergänzt Anja van Niersen.