BMW Group: Elektro-Pionier Reithofer geht in Ruhestand
Die BMW Group hat einen Pionier der Elektromobilität im Konzern in den Ruhestand verabschiedet: Der 69-jährige Norbert Reithofer war seit 2015 Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG und seit insgesamt fast vier Jahrzehnten mit dem Unternehmen verbunden.
„Nach 38 Jahren verabschiede ich mich heute von der BMW Group. Es war mir eine Ehre, Teil dieses außergewöhnlichen Unternehmens zu sein. Ich danke allen Mitarbeitern, Aktionären und Stakeholdern für ihr Vertrauen und ihre Unterstützung“, erklärte Reithofer.
Reithofer diente dem Unternehmen seit dem 1. Oktober 1987 in verschiedenen Führungsfunktionen, zunächst als Leiter der Instandhaltungsplanung. Ab März 2000 leitete er als Vorstand das Ressort Produktion. Im September 2006 wurde er als Nachfolger von Helmut Panke zum Vorstandsvorsitzenden berufen. Im Mai 2015 folgte er Joachim Milberg als Vorsitzenden des Aufsichtsrats nach.
Während er Verabschiedung durch BMW-Chef Oliver Zipse rollte der Hersteller zudem die zwei Hoffnungsträger des Konzerns, die ersten Modelle der sogenannten "Neuen Klasse" auf die Bühne der Olympiahalle: Die Limousine im 3er-Format sowie einen Kompakt-SUV im X3-Format. Zipse, der im Sommer 2026 nach sieben Jahren an der Vorstandsspitze abtritt, warb mit den Worten "Sie kennen uns" für Vertrauen der Aktionäre in die Elektro-Strategie, die den Vorsprung halten oder sogar ausbauen soll, gerade auch in China dringend nötig. Die Priorität liegt klar auf batterieelektrischen Modellen der "Neuen Klasse", selbst wenn Zipse eher pflichtschuldig die "Technologieoffenheit" betonte und auf die kommenden Brennstoffzellenfahrzeuge verwies.
Auch Reithofers Pionierprojekt, der BMW i3 fuhr ein weiteres Mal auf die Bühne, natürlich in Gold lackiert. Das Modell polarisierte zwar stark im Design, war auch eher hochpreisig angesiedelt, setzte aber technologisch mit Carbon-Leichtbau und nachhaltigen Materialien im Interieur Maßstäbe, auch in Sachen Energieeffizienz, denn der i3 gilt als äußerst sparsames Fahrzeug.
Der Erfolg der BMW Group der vergangenen Jahrzehnte sei untrennbar mit dem Wirken von Reithofer verknüpft, loben die Münchner. Entsprechend groß und umfangreich fiel die Würdigung für Reithofers Leistung im Rahmen der 105. ordentlichen Hauptversammlung der BMW AG aus. Auch Stefan Quandt, stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der BMW AG, würdigte Reithofers große Verdienste um das Unternehmen.
„Im Namen meiner Familie und aller Aktionärinnen und Aktionäre danke ich Ihnen für Ihre großartige unternehmerische Leistung, die das Unternehmen an die Position gebracht hat, an der es heute steht. Ich sage mit voller Überzeugung: Dies war eine Ära", meinte Quandt.
Visionärer Weitblick, internationales Wachstum und Elektromobilität
In seiner Zeit als Vorstandsvorsitzender stellte Reithofer mit der Strategie „Number ONE“ die Weichen für eine nachhaltig erfolgreiche Zukunft des Unternehmens und schuf die Grundlage für das internationale Wachstum der BMW Group. Unter seiner Führung sei es gelungen, die Auswirkungen der Weltfinanzkrise 2008/09 erfolgreich zu bewältigen und die Position als weltweit führender Premiumhersteller einzunehmen und auszubauen, findet das Unternehmen. Mit visionärem Weitblick habe Reithofer zudem die Elektromobilitätsmarke BMW i gegründet, die Digitalisierung forciert und die internationale Expansion vorangetrieben, insbesondere im Wachstumsmarkt China. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz verankerte er frühzeitig als feste Bestandteile der Unternehmensstrategie, lobt das Unternehmen des Ex-Chef.
Für die Nachfolge hat der Aufsichtsrat der Hauptversammlung Nicolas Peter zur Wahl in den Aufsichtsrat der BMW AG vorschlagen. Ferner unterstützt das Gremium den Vorschlag, Peter – vorbehaltlich seiner Wahl – nach der Hauptversammlung 2025 zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats zu wählen.