Stellantis und Valeo optimieren Kreislaufwirtschaft: LED-Leuchte aufbereitet
Auf der Rematec-Messe in Amsterdam zeigen Stellantis N.V. und Valeo Flagge für Nachhaltigkeit – und zwar nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit einem LED-Scheinwerfer in der einen und einem aufbereiteten Infotainment-Bildschirm in der anderen Hand.
Europa bekommt seinen ersten wiederaufbereiteten LED-Scheinwerfer – eine Premiere, bei der man fast geblendet werden könnte. Aber keine Sorge, hier strahlt niemand nur heiße Luft aus. Stellantis und Valeo, seit Jahren ein eingespieltes Team, machen ernst mit dem Thema Kreislaufwirtschaft. Die gemeinsame Mission? Produkte länger im Rennen halten, ohne an Qualität zu verlieren, dabei Ressourcen und CO₂ sparen – und obendrein soll es sich auch noch lohnen.
CO₂-Neutralität steht klar im Fokus
Stellantis verfolgt das ambitionierte Ziel, die gesamte Branche bis 2038 in die CO₂-Neutralität zu führen – quasi ein Clean-Race zur Klimarettung. Valeo hingegen steuert mit seinem CAP 50-Programm auf das Jahr 2050 zu – Teamwork mit Langstreckenformat. Die Wiederaufbereitung ist dabei keine Nischenidee, sondern ein zentraler Motor dieser Strategie.
Was genau passiert da eigentlich? Wiederaufbereitung, oder neudeutsch Remanufacturing, ist ein standardisiertes industrielles Verfahren, bei dem ein Produkt gemäß OEM-Spezifikationen quasi in ein zweites Leben überführt wird – mit denselben Leistungsdaten und derselben Garantie wie ein Neuteil im Parts&Services-Angebot von Stellantis. Kein Second-Hand-Flair, sondern volle Qualität mit gutem Gewissen. Christophe Le Ligné, Valeo Group R&D VP and Light CTO, lässt keinen Zweifel daran, dass hier mehr als nur PR gemacht wird:
„Bei Valeo ist Nachhaltigkeit nicht nur ein Wort, sondern eine Verpflichtung zum Handeln. Bei Valeo bedeutet Nachhaltigkeit Handeln durch Teamarbeit. Wir sind stolz darauf, dank unserer Zusammenarbeit mit Stellantis unser Portfolio an aufbereiteten Produkten zu erweitern und gleichzeitig unsere industriellen Aktivitäten neu zu erfinden. Nach der erfolgreichen Einführung unserer Weltpremiere vor zwei Jahren starten wir nun mit dem aufbereiteten Scheinwerfer eine Europapremiere. Wir bieten den Endverbrauchern ein Angebot 'so gut wie neu' zu niedrigeren Kosten.“
Man spart bis zu 70% Emissionen gegenüber einem Neuteil
Zurück zum Scheinwerfer: Die Valeo-Ingenieurinnen und –Ingenieure haben sich richtig ins Licht gesetzt und zusammen mit Stellantis den ersten überarbeiteten LED-Scheinwerfer Europas entwickelt. Und der bringt nicht nur alte Autos zum Leuchten, sondern auch Umweltbilanzen: Bis zu 50 % der Rohstoffe – darunter das wertvolle LED-Modul selbst – werden wiederverwendet. Die CO₂-Emissionen sinken dabei um bis zu 70 % gegenüber einem Neuteil. Eine runde Sache, auch für die Valeo-Werke in Chrzanow (Polen) und Angers (Frankreich), wo jetzt noch ein bisschen mehr los ist.
Stellantis wiederum ist nicht nur mit im Boot, sondern auch der erste Autohersteller, der diesen Scheinwerfer in sein After-Sales-Programm in Europa integriert – zu finden ab Ende der ersten Jahreshälfte 2025 in der SUSTAINera REMAN-Reihe. Los geht’s mit den Peugeot-Modellen 3008 und 5008, gefolgt vom 508. Und damit nicht genug: Auch der Bildschirm bekommt eine zweite Chance.
Displays können neu programmiert werden
Zu oft werden hochwertige Displays einfach ausgemustert – dabei könnten sie genauso gut ein zweites digitales Leben führen. Genau das machen Stellantis und Valeo jetzt möglich: Aufbereitung in Valeos Labor für zirkuläre Elektronik in Nevers (FR), wo auch schon die ADAS-Frontkamera in neue Einsätze geschickt wird. Ab Juni wird der Bildschirm für Modelle wie Peugeot 308, Citroën C3 & Aircross, DS3 Crossback sowie Opel Grandland X, Corsa und Mokka erhältlich sein – allesamt Teil der SUSTAINera-Serie.
Valeo bringt dabei nicht nur Know-how mit, sondern auch Erfahrung: Über 40 Jahre Wiederaufbereitungs-Expertise und ein Portfolio, das sich sehen lassen kann – von Anlasser über Klimakompressor bis hin zum Zweimassenschwungrad. Eine Million Produkte pro Jahr werden bereits aufbereitet – Tendenz steigend, Ziel: Verdopplung bis 2030.
Stellantis wiederum glänzt mit einem Angebot von 12.000 Artikelnummern in über 40 Produktlinien unter dem Label SUSTAINera – darunter auch Hochvolt-Batterien für E-Autos. Da kann man glatt ins Schwärmen kommen – nachhaltig natürlich.
Laurence Hansen, SVP Global Circular Economy bei Stellantis, bringt es auf den Punkt:
„Nach dem Erfolg unserer Zusammenarbeit mit Valeo bei der Einführung der ersten aufbereiteten Frontkamera für ADAS-Systeme erweitern wir unser Angebot an aufbereiteten Produkten um den Bereich Elektronik und bringen den ersten aufbereiteten LED-Scheinwerfer auf den Markt. Dies zeigt unser Engagement für Innovationen im Bereich der Wiederaufbereitung von Automobilen und deckt die starke Nachfrage nach Scheinwerfern und Display-Ersatzteilen auf erschwingliche und nachhaltige Weise.“
Was bedeutet das?
Stellantis und Valeo zeigen, dass Kreislaufwirtschaft alles andere als ein Kreisverkehr ist – sondern eher eine gut ausgebaute Schnellstraße Richtung Zukunft.