Strafzölle: Trump gegen den freien Handel – VDA schlägt Alarm
Die deutsche Automobilindustrie reagiert mit scharfer Kritik auf die von der US-Regierung unter Präsident Donald Trump angekündigten Strafzölle von 25 Prozent auf importierte Pkw und leichte Nutzfahrzeuge. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) spricht von einer ernsthaften Bedrohung für den freien Handel und fordert umgehende Verhandlungen zwischen der EU und den USA.
Wirtschaftliche Belastung und globale Folgen
Die zusätzlichen Zölle seien ein „fatales Signal für den freien und regelbasierten Handel“, betont VDA-Präsidentin Hildegard Müller in einer ersten Stellungnahme.
Sie warnt vor negativen Konsequenzen für Unternehmen und Lieferketten, die nicht nur europäische, sondern auch nordamerikanische Verbraucher treffen würden.
„Die Konsequenzen werden Wachstum und Wohlstand auf allen Seiten kosten“, erklärt Müller.
Auch in den USA selbst sei die Handelspolitik der Regierung umstritten und stoße auf deutliche Kritik aus der Industrie.
Betroffene Unternehmen und Forderung nach Verhandlungen
Laut einer aktuellen Umfrage des VDA unter Automobilzulieferern sowie Herstellern von Anhängern, Aufbauten und Bussen gehen 86 Prozent der befragten Unternehmen davon aus, dass sie von den US-Zöllen betroffen sein werden. 54 Prozent sehen sich indirekt betroffen, während 32 Prozent direkte Auswirkungen befürchten.
Der Verband fordert daher umgehende Verhandlungen zwischen der EU und den USA, um tarifäre und nichttarifäre Handelshemmnisse zu reduzieren.
„Ein bilaterales Abkommen könnte zu einem ausgewogeneren Vorgehen führen“, so Müller.
Bedeutung des US-Marktes für die deutsche Automobilindustrie
Die deutsche Automobilindustrie ist seit Jahrzehnten in den USA aktiv und beschäftigt dort rund 138.000 Mitarbeiter, davon 48.000 in den Werken der Hersteller und 90.000 bei Zulieferern. Allein im Jahr 2024 produzierten deutsche Hersteller in den USA über 844.000 Fahrzeuge, von denen etwa die Hälfte exportiert wurde. Auch umgekehrt sind die USA ein wichtiger Handelspartner: 2024 importierte Deutschland Pkw im Wert von 6,7 Milliarden Euro aus den USA.
Ruf nach stärkerem Engagement der EU
Der VDA fordert die EU auf, geschlossen und mit Nachdruck aufzutreten. In der ersten Amtszeit von Donald Trump konnten intensive Verhandlungen zu einer Entspannung der damaligen Handelskonflikte führen.
Dies zeige, dass Lösungen möglich seien, wenn beide Seiten verhandlungsbereit sind. Laut Müller bestehe ein erhebliches Risiko eines globalen Handelskonflikts, der Wachstum, Arbeitsplätze und Verbraucherpreise belasten würde.
Der Lobbyverband der Automobilindustrie setzt sich damit klar für den Abbau von Handelshemmnissen ein. Ob es gelingt, bleibt abzuwarten. Klar ist jedoch: Die betroffenen Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks brauchen Planungssicherheit und möglichst stabile Rahmenbedingungen für ihre globalen Lieferketten – auch und gerade, wenn die Wirtschaft prosperieren soll.