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Deutsche Seehäfen: Erholung nach zwei Jahren Rückgang

Die deutschen Seehäfen haben 2024 mehr Güter bewegt als im Vorjahr. Während jedoch Bremerhaven und Wilhelmshaven deutlichlegten, musste Hamburg Rückgänge. Wichtigster Handelspartner bleiben die USA.

Seehäfen schlagen mehr Güter um als im Vorjahr. (Foto: Christian Charisius/dpa)

Der Güterumschlag in deutschen Seehäfen hat sich im Jahr 2024 erholt und ist im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent gestiegen. Das geht aus den vom Statistischen Bundesamt (Destatis) aktuell veröffentlichten Zahlen hervor.

Insgesamt wurden 274 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen. Trotz dieses Wachstums bleibt das Niveau weiterhin 6,7 Prozent unter dem Stand des Jahres 2019, also vor der Corona-Pandemie, als noch 293,5 Millionen Tonnen verzeichnet wurden.

Hamburg bleibt führend – Bremerhaven und Wilhelmshaven legen zu

Unter den deutschen Seehäfen war Hamburg erneut der umschlagstärkste Hafen. Hier wurden 97 Millionen Tonnen Güter abgefertigt, was allerdings einem Rückgang von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht.

Bremerhaven konnte dagegen um 8,6 Prozent auf 42,5 Millionen Tonnen zulegen. Noch deutlicher fiel das Plus in Wilhelmshaven aus: Mit einem Wachstum von 15,7 Prozent wurden dort 34,5 Millionen Tonnen Güter bewegt. Der Hafen Rostock verzeichnete hingegen einen Rückgang um 2,8 Prozent auf 23,2 Millionen Tonnen.

USA erneut wichtigster Handelspartner der deutschen Seehäfen

Die Vereinigten Staaten waren im Jahr 2024 erneut der bedeutendste Handelspartner im deutschen Seeverkehr. Mit einem Güterumschlag von 29,8 Millionen Tonnen verzeichnete der Handel mit den USA ein Plus von 6,7 Prozent gegenüber 2023.

Weitere zentrale Handelspartner waren Norwegen (25,8 Millionen Tonnen, plus 2,6 Prozent), Schweden (23,8 Millionen Tonnen, plus 3,3 Prozent) und China (19,1 Millionen Tonnen, minus 4,9 Prozent). Besonders der Import fossiler Energieträger aus den USA war dabei ausschlaggebend: 13,7 Millionen Tonnen der gehandelten Güter entfielen auf diesen Bereich.

Fossile Energieträger weiterhin ein wichtiges Handelsgut

Auch 2024 blieb der Handel mit fossilen Energieträgern ein zentraler Bestandteil des Seeverkehrs. Insgesamt wurden 40,1 Millionen Tonnen Kohle, Erdöl und Erdgas importiert – ein Anstieg um 5,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings verlief die Entwicklung innerhalb der Energieträger unterschiedlich.

Während der Kohleimport um 8,0 Prozent auf 6,7 Millionen Tonnen sank, stieg der Erdölimport um 9,7 Prozent auf 28,5 Millionen Tonnen. Der Import von Erdgas, das hauptsächlich in Form von Flüssiggas geliefert wird, wuchs um 4,0 Prozent auf 5 Millionen Tonnen.

Hauptlieferant von Erdgas blieb mit großem Abstand die USA, die 4,3 Millionen Tonnen lieferten. Dahinter folgten Norwegen (294.000 Tonnen) und Angola (137.000 Tonnen). Beim Erdöl war Norwegen mit 7,7 Millionen Tonnen der wichtigste Lieferant, gefolgt von den USA (7,4 Millionen Tonnen) und Großbritannien (4,6 Millionen Tonnen).

Containerumschlag erholt sich – Handel mit der EU wächst deutlich

Der Containerumschlag in deutschen Seehäfen betrug 2024 insgesamt 13,3 Millionen TEU (20-Fuß Standardcontainer), was einem Anstieg von 4,9 Prozent gegenüber 2023 entspricht. Dennoch liegt das Volumen weiterhin unter dem Vorkrisenniveau von 15 Millionen TEU im Jahr 2019.

China blieb mit einem Anteil von 2,6 Millionen TEU der wichtigste Handelspartner im Containerverkehr. Der Containerhandel mit China legte um 0,8 Prozent zu, während der Handel mit den USA um 3,0 Prozent zurückging. Besonders stark war das Wachstum des Containerumschlags mit den EU-Ländern, der um 17,7 Prozent auf 3,6 Millionen TEU anstieg und damit mehr als ein Viertel des gesamten Containerhandels der deutschen Seehäfen ausmachte.

Fazit: Seeverkehr mit Licht und Schatten

Nach zwei Jahren rückläufiger Umschlagszahlen zeigt der Seeverkehr 2024 eine Erholung. Insbesondere der gestiegene Handel mit den USA und der deutliche Zuwachs im Containerhandel mit der EU tragen zur positiven Entwicklung bei.

Dennoch bleibt das Vorkrisenniveau in vielen Bereichen unerreicht, und insbesondere Hamburg musste Einbußen hinnehmen. Die Importe fossiler Energieträger spielen weiterhin eine zentrale Rolle, wobei der Fokus zunehmend auf Erdöl und Erdgas liegt. Die kommenden Jahre werden zeigen, ob sich die positive Entwicklung verstetigen kann oder ob weitere Herausforderungen auf die deutsche Seewirtschaft zukommen.