Alta Badia: 25. Leonardiritt
Am 9. November 2025 bereitet sich das Dorf Badia auf die 25. Ausgabe des Leonardiritts vor – ein Ereignis, das zum Symbol der ladinischen Identität sowie der langen landwirtschaftlichen und pferdezüchterischen Tradition der Dolomitentäler geworden ist. Das Jubiläum fällt mit dem 700. Jahrestag der ersten schriftlichen Erwähnung des Dorfes Badia zusammen. Die Hauptakteure der Veranstaltung, die von den Noriker- und Haflingerzuchtvereinen des Gadertals organisiert wird, sind über 150 Pferde und Züchter aus ganz Südtirol und den anderen ladinischen Tälern.
Mehr als 700 Teilnehmer
Die Veranstaltung beginnt traditionsgemäß mit dem feierlichen Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Pfarrkirche von St. Leonhard, die den Heiligen Leonhard und Jakob geweiht ist. Um 10.45 Uhr folgt der Umzug, der im Handwerksgebiet des Dorfes startet und sich durch das Ortszentrum schlängelt. Zu sehen sind Haflinger – für die derzeit ein Anerkennungsverfahren als immaterielles UNESCO-Kulturerbe läuft – sowie Noriker, deren Zuchtverein Gadertal letztes Jahr sein 120-jähriges Bestehen feierte.
Angeführt wird der Umzug vom Wagen des Schutzpatrons, gefolgt von zahlreichen Pferden, traditionellen Trachten aus den ladinischen Tälern und ganz Südtirol, mit über 700 Teilnehmern und vielen festlich geschmückten Wagen. Darunter ist auch ein Wagen zum 25. Jubiläum der Veranstaltung, gebaut von örtlichen Handwerkern, sowie ein Erntewagen, dessen Produkte nach dem Umzug verkauft werden – der Erlös wird für wohltätige Zwecke gespendet. Dank der großen Beteiligung von Pferden und Züchtern aus verschiedenen Tälern und vier Musikkapellen erwartet das Publikum ein farbenfrohes und traditionsreiches Erlebnis, das es in Südtirol nur selten zu sehen gibt.
Der emotionalste Moment des Tages wird sicherlich die Pferdesegnung durch den Dekan vor der beeindruckenden Kulisse des Hl. Kreuzkofels sein, die direkt nach dem Umzug stattfindet. Der Leonardiritt findet auch bei schlechtem Wetter statt.
Leonardi-Trophäe
Auch in diesem Jahr wird die Leonardi-Trophäe wieder ausgetragen, inspiriert vom berühmten „Oswald von Wolkenstein Ritt“. Drei Teams treten in zwei Disziplinen gegeneinander an: dem Slalom und dem Ringstechen – in einer Atmosphäre der Freundschaft und des fairen Wettkampfs.
Mit großer Spannung wird das Sonderkonzert von Norbert und Alexander Rier erwartet, die den Abend musikalisch gestalten. Norbert, langjähriger Frontmann der legendären Kastelruther Spatzen, bringt gemeinsam mit seinem Sohn um 15.30 Uhr alpenländische Volksmusik auf die Bühne. Das Fest geht im überdachten Festzelt weiter, wo kulinarische Spezialitäten von der Feuerwehr und der Bäuerinnenorganisation serviert werden – begleitet von den Klängen der Musikkapellen.
Das Festwochenende beginnt bereits am Abend des Samstags, 8. November, mit ladinischer Musik und köstlichen Gerichten.
Hintergrund
Der Leonardiritt, der zu Ehren des heiligen Leonhard, des Schutzpatrons der Tiere und Bauern, ins Leben gerufen wurde, ist heute weit mehr als nur ein Umzug: Der Leonardiritt ist eine Veranstaltung, die Kultur, Landwirtschaft, Musik, Kulinarik und Gemeinschaftsgeist vereint und zum Sinnbild des Gleichgewichts zwischen Tradition und nachhaltigem Tourismus in den ladinischen Tälern geworden ist.