Biogasrat+ fordert gesetzliche Sicherung des Gasnetzanschlusses für Biomethan
Am 13. August 2025 zog der Biogasrat+ e. V. eine kritische Bilanz der ersten 100 Tage der aktuellen schwarz-roten Bundesregierung. Zwar seien erste Schritte in der Klima- und Energiepolitik erkennbar, doch fehlten aus Branchensicht stabile Rahmenbedingungen, die mittelständischen Bioenergieunternehmen in Deutschland Planungssicherheit und Investitionsanreize geben.
Gefahr für Biomethan-Anlagen ab 2026
Besonders im Fokus steht die Zukunft der Regelungen zum Gasnetzanschluss von Biomethananlagen. Derzeit gilt eine Anschlusspflicht, ein Einspeisevorrang sowie eine faire Kostenteilung zwischen Anlagenbetreibern und Gasnetzbetreibern. Diese Vorgaben sind in der Gasnetzzugangsverordnung festgeschrieben, die jedoch am 1. Januar 2026 ausläuft. Ohne Anschlussregelung droht Projekten ein erhebliches Risiko.
Forderung nach politischem Kurswechsel
Im Koalitionsvertrag hatte sich die Bundesregierung klar zur Rolle der Bioenergie in Strom-, Wärme- und Verkehrssektor bekannt. Der Verband fordert nun, diese Vereinbarungen schnellstmöglich gesetzlich umzusetzen, um die Erzeugung und Nutzung von Bioenergie langfristig zu sichern. Dazu gehört auch, die Rahmenbedingungen so anzupassen, dass Biomethanprojekte wirtschaftlich umsetzbar bleiben und einen Beitrag zu einer klimafreundlichen, resilienten Energieversorgung leisten können.
Rolle des Biogasrat+
Der Verband vertritt führende Marktteilnehmer der Bioenergiebranche und setzt auf die Markt- und Systemintegration erneuerbarer Energien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Biogas und insbesondere Biomethan gelten als flexible, speicherbare Energieträger, die helfen können, klimapolitische Ziele kosteneffizient und sozialverträglich zu erreichen.
Was bedeutet das?
Die 100-Tage-Bilanz macht deutlich: Ohne rechtliche Klarheit droht der Bioenergiebranche ein Ausbremsen zentraler Projekte – und das zu einem Zeitpunkt, an dem die Energiewende zusätzliche Speicher- und Flexibilitätsoptionen dringend braucht. Die kommenden Monate werden zeigen, ob aus den Ankündigungen im Koalitionsvertrag konkrete Gesetze werden – oder ob wichtige Potenziale ungenutzt bleiben.(av)