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Berchtesgadener Land: Bergtouren, Panoramawege und Rückkehr der Bartgeier

Von der anspruchsvollen Tour zur Gotzenalm bis zur Beobachtung seltener Greifvögel – das Berchtesgadener Land bietet spektakuläre Ausblicke, alpine Herausforderungen und Artenschutz hautnah.

Watzmannblick vom Hochthron Klettersteig am Untersberg. | Foto: Bergerlebnis Berchtesgaden

Die Region Berchtesgaden im Süden Bayerns bietet eine Vielzahl an Aktivitäten für Berg- und Naturfreunde. Im Fokus stehen Wandern, Bergsteigen, Klettern und Mountainbiken sowie geführte oder individuelle Touren durch den Nationalpark Berchtesgaden. Zusätzlich laden Soleleitungswege, Klammen und Seen zu Erkundungen ein.

Ein kombiniertes Angebot aus Schifffahrt und Seilbahnfahrt ist mit dem „See-Gipfel-Ticket“ verfügbar, das vom 10. April bis 30. Juni sowie vom 16. September bis 9. November gültig ist. Es umfasst die Fahrt über den Königssee bis St. Bartholomä sowie die Berg- und Talfahrt mit der Jennerbahn zum Preis von 54 Euro.

Zu den regionalen Sehenswürdigkeiten zählen das Kehlsteinhaus, die Dokumentation Obersalzberg und das Königliche Schloss Berchtesgaden. Entspannungsmöglichkeiten bieten die Watzmann Therme und der Salzheilstollen.

Tour zur Gotzenalm mit Blick auf Königssee und Watzmann

Ein anspruchsvoller Anstieg zur Gotzenalm führt über Enzianwiesen mit Ausblicken auf den Königssee und die Wallfahrtskirche St. Bartholomä. Die Route ist als Mountainbike- oder Wandertour möglich (34,2 Kilometer, ca. 5,5 Stunden, 1713 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad: schwer).

Oben bieten sich Ausblicke auf die Watzmann-Ostwand, das Steinerne Meer mit Übergossener Alm sowie die Teufelshörner. Optional ist der Aufstieg zum Feuerpalfen (1741 Meter) möglich, der etwa 30 Minuten in Anspruch nimmt.

Hochthron-Klettersteig am Untersberg für Geübte

Der Hochthron-Klettersteig gilt als herausfordernde Route und führt durch die 400 Meter hohe Ostwand des Untersbergs auf den Berchtesgadener Hochthron. Die Tour erfordert Erfahrung im alpinen Gelände, absolute Trittsicherheit und eine gute Kondition (Schwierigkeit: C/D, Dauer: 7–8 Stunden, 1200 Höhenmeter).

Die Route weist zahlreiche ausgesetzte Passagen auf und bietet keinen Notausstieg. Als Belohnung bietet sie weite Ausblicke auf das Watzmann-Massiv und die umliegenden Berchtesgadener Berge.

Panoramawege rund um Berchtesgaden

Für weniger geübte Wanderer eignet sich ein Spaziergang über den Emmausweg und den Soleleitungsweg. Der Rundweg dauert rund eine Stunde und führt vorbei an Kirchen und Kapellen im Markt Berchtesgaden. Von hier aus eröffnen sich Ausblicke auf das historische Ortszentrum und den Watzmann.

Bartgeier-Auswilderung im Nationalpark

Im Klausbachtal des Nationalparks Berchtesgaden wurden Ende Mai zwei junge Bartgeier ausgewildert. Die Vögel mit den Namen „Generl“ und „Luisa“ ergänzen ein Wiederansiedlungsprogramm, das seit 2021 insgesamt zehn Tiere in die freie Natur entlassen hat.

Das Projekt wird gemeinsam vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) und dem Nationalpark Berchtesgaden getragen. Ziel ist die Stärkung der Bartgeier-Population in den Ostalpen und die Wiederherstellung eines stabilen Bestands in Mitteleuropa.

Beobachtungspunkte für Bartgeier und Steinadler

Interessierte können die Bartgeier im Flug vom Infopunkt Halsgrube aus beobachten. Dieser ist bei gutem Wetter bis Mitte Oktober täglich von 10 bis 16 Uhr besetzt. Der Weg dorthin führt in etwa einer Stunde über den Wanderweg 472 von der Nationalpark-Infostelle Hintersee („Klausbachhaus“) zur Halsalm. Die Strecke gehört zur blauen Kategorie, weist teils steile Abschnitte auf, ist jedoch absturzsicher.

Ein weiterer Beobachtungspunkt ist die Steinadler-Station nahe dem Klausbachhaus. Sie liegt etwa 20 Gehminuten entfernt und bietet Sicht auf das Revier eines der vier im Nationalpark lebenden Steinadlerpaare. Informationstafeln vor Ort vermitteln Kenntnisse über Lebensweise und Schutzmaßnahmen.