Kombiverkehr: Lkw-Sendungen im Geschäftsjahr 2024
Die Kombiverkehr GmbH & Co. KG zieht nach eigenen Angaben eine differenzierte Bilanz für das Geschäftsjahr 2024. So habe man trotz eines Mengenrückgangs das Netzwerk stabilisieren und einen positiven Jahresabschluss erwirtschaften können, hieß es.
Mengenrückgang trotz Netzstabilisierung
Im abgelaufenen Geschäftsjahr transportierte der Operateur in seinem Netzwerk 769.733 Lkw-Sendungen (1,54 Millionen TEU) von der Straße und dem Wasserweg auf die klimafreundliche Schiene, wobei eine Sendung der Kapazität eines Last- beziehungsweise Sattelzuges entspricht. Im Vergleich zum Vorjahr verringerte sich das Transportaufkommen damit um 5,6 Prozent.
Innerhalb Deutschlands wurden 181.157 (-3,0 Prozent) Trailer, Container und Wechselbehälter befördert, im internationalen Geschäft waren es über alle Länder hinweg 588.576 (-6,4 Prozent). Deutliche Sendungszugewinne konnten in den Verkehren mit Spanien (+12,6 Prozent), Frankreich (+13,7 Prozent) und Polen (+46,4 Prozent) erzielt werden.
Raum Südeuropa
Im wichtigsten Geschäftsfeld des Operateurs wurden auf den Ganzzügen zwischen Deutschland und Italien via Schweiz und via Österreich sowie im bilateralen Verkehr Deutschland – Schweiz insgesamt 294.879 Sendungen befördert. Das entspricht einem Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 6,9 Prozent. Auf den Korridor via Brenner entfielen hierbei 215.654 Sendungen, mit einer Einbuße um 1,5 Prozent.
Damit bleibt der Bereich Südeuropa mit einem Anteil von knapp vierzig Prozent am Gesamtvolumen das aufkommensstärkste Verkehrssegment des Unternehmens. Die Transportmenge im Beneluxverkehr lag 2024 entgegen dem allgemeinen Trend mit einem Plus von 0,9 Prozent über dem Volumen des Vergleichsjahres 2023. Insgesamt wurden auf den Zügen zwischen Belgien beziehungsweise den Niederlanden und Italien sowie Deutschland 97.841 Sendungen befördert.
Mit 106.417 beförderten Sendungen waren auch im Geschäftsjahr 2024 die Verkehre mit Skandinavien via Ostseehäfen und über die feste Querung der zweitstärkste internationale Vertriebsbereich von Kombiverkehr. Die Mengenrückgänge auf dieser Achse belaufen sich im Vergleich zum Vorjahr auf 12,8 Prozent und sind unter anderem der Tatsache geschuldet, dass aufgrund der schwachen Marktnachfrage die Verbindungen Hamburg – Taulov v. v. und Coevorden – Malmö v. v. eingestellt wurden.
Die Herausforderungen wie konjunkturelle Schwächephase und der Ausfall einer Vielzahl an Zugabfahrten waren nach eigenen Angaben 2024 besonders hoch. Geschäftsführer Armin Riedl:
„Dennoch behaupteten wir uns insgesamt betrachtet gut, sowohl in Bezug auf das Aufkommen als auch in Bezug auf das wirtschaftliche Ergebnis. Unser Zugangebot haben wir trotz der Umstände stabilisiert. Über das ganze Jahr hinweg konnten wir die nationalen, wie internationalen Relationen fast uneingeschränkt unseren Kunden zur Verfügung stellen und teilweise auch erweitern.“
Neujustierung der Verkehre
Trotz der angespannten Situation gelang es Kombiverkehr nach eigenen Angaben, 2024 neue Angebote einzuführen. Im März startete ein neuer Zug von Rotterdam nach Köln-Eifeltor mit drei Rundläufen pro Woche. Im September folgte eine neue Verbindung von Antwerpen via Irun nach Madrid. Und zum Jahreswechsel kam ein Zug zwischen Duisburg und Hallsberg in Schweden dazu.
Im Januar 2025 reaktivierte Kombiverkehr zudem den Direktzug zwischen Lübeck und Verona mit zwei Rundläufen pro Woche, während auf nationaler Ebene punktuell konsolidiert wurde. Im Verkehr zwischen Belgien und Italien wurde im Dezember 2024 die Relation Gent – Mortara v. v. auf einen neuen Leitungsweg über Frankreich umgestellt, insbesondere vor dem Hintergrund der mehrfachen Rheintalsperrungen im Jahr 2025.
Aktueller Forderungskatalog
Die Kombiverkehr KG fordert dennoch gegenüber der neuen Bundesregierung für einen fairen Wettbewerb zwischen Schiene und Straße:
- Bauen unter dem rollenden Rad
- Planungssicherheit hinsichtlich der Verfügbarkeit von Investitionsmitteln (Terminals)
- Gleiche Wettbewerbsbedingungen zum Straßengüterfernverkehr hinsichtlich Stornoregeln, Infrastrukturzugangskosten und finanzieller Sicherheiten
- Implementierung einer KV-Trasse, die sich an den Bedingungen des Straßengüterfernverkehrs orientiert
- Befreiung von der Straßenmaut im Vor- und Nachlauf
Kurzfristig werden vom Operateur folgende Maßnahmen vorgeschlagen:
- Verzicht auf Trassenpreiserhöhungen für KV-Züge im Jahr 2026
- Aussetzen der Stornoentgeltregelung für Trassen für KV-Züge im Jahr 2026
- Entschädigungszahlungen für Umleiter infolge der Hochleistungskorridorsanierungen