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GreenTech-Atlas 2025: Branchenboom trotz Wirtschaftsflaute

Nicht zuletzt der Bereich nachhaltige Mobilität, aber auch die anderen Sektoren der Green-Tech-Branche erleben einen anhaltenden Boom, trotz Wirtschaftskrise. Viele Patente aus Deutschland. Entwicklung abhängig von Rahmen.

Querschnittsbranche: Von Energie bis Mobilität ist im Green-Tech-Segment alles vertreten. | Foto: E.On

Die deutsche GreenTech-Branche wächst deutlich schneller als klassische Industriezweige, ist stark in den globalen Handel integriert und an vielen Stellen Innovationstreiber. In Deutschland werden nach den USA und Japan die meisten GreenTech-Patente angemeldet. Damit ist die GreenTech-Branche nicht nur wichtig für Klima und Umwelt, sondern auch ein essentieller Teil der deutschen Wirtschaft, der zur Resilienz und Wettbewerbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes Deutschland beiträgt. Das zeigt der GreenTech Atlas 2025, den Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt (UBA) in Berlin vorgestellt haben.

Dynamik in der nachhaltigen Mobilität

Die GreenTech-Branche hat sich in den vergangenen Jahrzehnten zu einer relevanten Größe der deutschen Wirtschaft entwickelt. Die Querschnittsbranche vereint Unternehmen, die umwelt- und klimafreundliche Technologien und Dienstleistungen anbieten, wie Anlagen zur Produktion von erneuerbaren Energien oder Technologien zur Energieeffizienzsteigerung. Dazu zählen beispielsweise Filter für Luftreinhalteanlagen, aber auch Technologien zum Recycling von Solaranlagen.

Rund 7,5 Prozent der in Deutschland Erwerbstätigen, neun Prozent der deutschen Bruttowertschöpfung und 8,4 Prozent der Exporte sind mittlerweile auf die Branche zurückzuführen. Die Bruttowertschöpfung lag im Jahr 2023 bei 314 Milliarden Euro. Sie wuchs seit 2010 um durchschnittlich knapp fünf Prozent pro Jahr und damit deutlich dynamischer als in der Gesamtwirtschaft. Besonders dynamisch ist das Wachstum in den Bereichen erneuerbare Energiesysteme, umweltfreundliche Mobilität und Energieeffizienz.

„Klima- und Umweltschutz stärken den Wohlstand in unserem Land und beflügeln die Innovationskraft von Unternehmen. Das belegt der GreenTech Atlas 2025 eindrucksvoll: Die GreenTech-Branche hat sich stark entwickelt, sie ist heute ein Zugpferd für die deutsche Volkswirtschaft. Auf umweltschonende Produkte zu setzen, ist ein wirtschaftliches Erfolgsrezept", befindet Bundesumweltminister Carsten Schneider. 

Darum sei eine ambitionierte Klima- und Umweltpolitik zugleich eine ökonomische Modernisierungs- und Wachstumsstrategie, die Deutschland so dringend braucht. Die Investitionen aus dem neuen Sondervermögen werden diesen Effekt weiter verstärken.

„Der GreenTech Atlas 2025 zeigt, dass die Branche für die gesamte deutsche Industrie ein starkes Standbein in Zeiten von Krisen und Veränderungen ist. Längst ist in vielen Sektoren klar, dass die Zukunft grünen Technologien gehört. Ambitionierte umwelt- und klimapolitische Ziele geben der Branche Sicherheit und können zu zusätzlicher wirtschaftlicher Stabilität beitragen", meint UBA-Präsident Dirk Messner. 

Ziel der Klimaneutralität konsequent verfolgen

Die Entwicklung der Branche hängt stark davon ab, wie konsequent und nachhaltig politische Ziele wie Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft verfolgt werden, so das UBA weiter. Potenzialabschätzungen zeigen, dass die Bruttowertschöpfung der deutschen GreenTech-Branche bis 2045 auf über 620 Milliarden Euro anwachsen kann. Der globale GreenTech-Markt könnte um zusätzliche 30 Prozent wachsen, sollten sich Klimaneutralität und zirkuläres Wirtschaften durchsetzen. Wird dieses Potenzial gezielt gefördert, entsteht dabei eine Win-Win-Situation mit Vorteilen für die Wirtschaft, Schaffung zukunftsfähiger Arbeitsplätze und dem Schutz von Klima und Umwelt.

Stärker als die Gesamtwirtschaft

Die Zahl der Erwerbstätigen in der deutschen GreenTech-Branche wächst seit 2010 stärker als in der Gesamtwirtschaft. Im Jahr 2023 waren 3,4 Millionen Erwerbstätige in der Branche beschäftigt – etwa dreimal so viel wie in der Automobilindustrie. Besonders positiv entwickelten sich die Beschäftigungszahlen im Bereich der umweltfreundlichen Mobilität (plus fünf Prozent pro Jahr) und der Energieeffizienz (plus drei Prozent pro Jahr). Auch in den Krisenjahren der Corona-Pandemie und des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine konnte die GreenTech-Branche ihren Wachstumskurs fortsetzen, während klassische Industriezweige einen Rückgang bei den Erwerbstätigenzahlen verzeichneten.

Exporte von 132 Milliarden Euro

Im Jahr 2023 exportierte die deutsche GreenTech-Branche Waren im Wert von 132 Milliarden Euro, das sind mehr als acht Prozent der deutschen Exporte. Seit 2019 wachsen die deutschen GreenTech-Exporte im Vergleich zu den deutschen Gesamtexporten überproportional stark. Mehr als die Hälfte (55 Prozent) der GreenTech-Exporte liefert die Branche in andere EU-Staaten, aber auch die USA (9,9 Prozent) und China (fünf Prozent) sind zentrale Handelspartner. Die weltweite Nachfrage nach GreenTech aus Deutschland ist seit 2010 in allen Bereichen gestiegen und könnte sich bis 2045 vervierfachen. Daher ist es wichtig, neue Absatzmärkte für deutsche GreenTech-Exporte zu erschließen. 

Europa führend bei Green Tech   

Weltweit kommen über die Hälfte aller GreenTech-Patentanmeldungen aus den USA, Japan und Deutschland. Die deutschen Patentanmeldungen konzentrieren sich insbesondere auf die Bereiche erneuerbare Energien und umweltfreundliche Mobilität. Noch ist Europa führend im Bereich GreenTech: Die zehn wichtigsten europäischen Länder stellen insgesamt etwa 40 Prozent der weltweiten GreenTech-Patente bereit. Allerdings holt China rasant auf: Seit 2010 hat sich die Zahl der chinesischen Patentanmeldungen versechsfacht.  

Weitere Informationen:

Die vorliegenden Ergebnisse des GreenTech Atlas 2025 wurden auf Basis amtlicher Statistiken und einer umfassenden Abgrenzung relevanter GreenTech-Güter und -Dienstleistungen berechnet. Der GreenTech Atlas wird zum siebten Mal veröffentlicht. Er stellt die Entwicklung der Branche seit 2010 dar und zeigt die Potenziale bis 2045 auf.