PKW

VW ID.3: Großes Facelift im Herbst 2025

Manchmal erfährt man auf Terminen anderer Hersteller auch etwas über diejenigen, die aktuell nichts veranstalten: In Paris trafenb wir Edison-Chefredakteur Franz Rother, der uns vom ID.3-Facelift vorschwärmte. Fakt ist: Der soll deutlich edler werden.

Das einmillionste E-Auto aus Zwickau war ein ID.3. Er wird im Herbst 2025 massiv aufgewertet werden. | Foto: VW

Der ID.3 ist teuer zu produzieren – da musste man irgendwo sparen. Am offensichtlichsten im Innenraum, der aussah, als hätte ihn eine Billo-Möbelkette ausgeschlagen. Weshalb VW mit einem ersten kleinen Facelift schon ein bisschen nachlegte, doch im Herbst 2025 soll der ID.3 viel edler werden, wie uns Rother verriet. Angeblich habe sich CEO Schäfer persönlich dafür eingesetzt, dass man hier wieder hochwertigen „VW-Standard“ bieten könne.

Er soll das hochwertige stoffbespannte Cockpit des ID.2 erhalten mit „klassischen“ Knöpfen und Schaltern. Auch am neuen Multifunktionslenkrad verbannt VW wohl die Slider zur Steuerung von Infotainment- und Assistenzsystemen wieder, was die Bedienung merklich verbessern dürfte. Und auch die Türtafeln mit eleganteren Türöffnern und Zuziehgriffen werden mit Stoff bespannt, was auch hier Wertigkeit und Wohlbefinden massiv heben dürfte.

Auch das Exterior wird angepasst

Auch außen wird man die Front an den ID.2 anpassen: Dach und Heckklappe sollen statt in schwarz verstärkt, was den ID.3 solider, flacher und wertiger wirken lassen soll. Optisch wird es mehr als nur die „Nasen-OP“ 2023, als neue Farben kamen und der schwarze „Nasenbalken“ vor der Windschutzscheibe entfiel. Das Hauptziel ist auch hier eine wertigere Optik.

Bleibt zu hoffen, das VW in dem Zug auch gleich bei der Akkukapazität, Ladeleistung und Software ein bisschen nachlegt und damit auch die Reichweite nach oben zieht.

Den Hintergrund für das größere Facelift liefert Rother gleich mit: Er heißt ID.2 respektive Cupra Raval, deren Produktion im Herbst läuft bei Seat in Martorell anläuft. Diese beiden dürften dem Duo ID.3 und Cupra Born ordentlich einheizen, weshalb auch der Born aufgewertet werden dürfte. Damit müssen die beiden bis 2028 durchhalten, wenn der ID.3 vorausichtlich durch einen neuen e-Golf ersetzt wird, während der Born dann auf dem künftigen Leon basieren könnte.  

Zwickau kommt langsam aber sicher (wieder) ins Laufen

Und ganz so schlecht läuft der ID.3 dann ohnehin nicht: Denn nach gut fünfeinhalb Jahren vollelektrischer Fahrzeugproduktion hat das Fahrzeugwerk Zwickau am Mehrmarken-Standort das einmillionste E-Auto produziert: Das Jubiläumsfahrzeug ist ein ID.3 GTX Performance in Kings Red Metallic. Das Auto wird in wenigen Wochen in der Gläsernen Manufaktur Dresden an einen Kunden aus Bayern ausgeliefert.

2024 wurden in Zwickau 204.000 Fahrzeuge produziert. Seit der Übernahme des Standorts durch Volkswagen 1990 verließen mehr als sieben Millionen Fahrzeuge die Werkhallen. Mit dem Start der Produktion von E-Fahrzeugen übernahm Zwickau eine Schlüsselrolle im Volkswagen Konzern: Erstmals wurde eine große Autofabrik für 1,2 Milliarden Euro komplett auf die Elektromobilität umgerüstet. In Zwickau werden übrigens auch die Karosserien für den Bentley Bentayga sowie den Lamborghini Urus hergestellt.

Was bedeutet das?

Volkswagen war immer etwas teurer als der Rest der Großserienhersteller und bot dafür auch immer etwas mehr Haptik – und wenn es nur solider schließende Türen waren. Das verlor sich mit dem ID.3 etwas, der in dieser Hinsicht seine französischen oder hessischen Gegner ziehen lassen musste. Jetzt legt VW genau hier nach – danke dafür!