PKW

Luxussteuer in China: Es wird noch enger für Importmarken

Zum 20.7.2025 beschloss China eine Änderung im Steuerrecht – das macht vor allem Deutschlands Premiumherstellern zu schaffen. Die Preisgrenze, ab der in China die Luxussteuer gilt, wurde auf umgerechnet rund knapp 110.000 Euro (oder 900.000 Yuan) gesenkt.

Glück gehabt: Der Porsche Taycan startet in China in der Basis brutto knapp oberhalb der 900.000-Yuan-Marke. Er ist noch nicht betroffen, wohl aber die höherwertigen Taycan-Modelle... | Foto: Porsche

China erhebt seit 20. Juli 2025 eine 10-%-Konsumsteuer auf „ultra-luxury“ Pkw bereits ab 900.000 RMB (netto, ohne Mehrwertsteuer) an – zuvor lag die Schwelle bei 1,3 Mio. RMB. Neu ist außerdem: Auch E-Autos und Brennstoffzellenfahrzeuge sind mit erfasst, nur Gebrauchtwagen bleiben ausgenommen.

Auch Sonderausstattungen und Extras werden mitgerechnet!

Außerdem wurde die Bemessungsgrundlage präzisiert: Aufschläge und Off-Invoice-Gebühren (z. B. Sonderausstattungen, Individualisierungen, Servicepakete) zählen mit in den steuerpflichtigen Verkaufspreis. Für NEVs erfolgt die Erhebung am Retail-Stadium, bei Verbrennern zusätzlich schon in Produktion/Import.

Neben der 10-%-Abgabe existiert unverändert die Konsumsteuer nach Hubraumklassen (Produktion/Import) – sie reicht von 1 % bis 40 % (z. B. > 4,0 l). Dazu kommen 13 % MwSt. und ggf. 15 % Importzoll auf komplett importierte Fahrzeuge. (Die 10 % sind eine Zusatzabgabe auf teure Fahrzeuge am Point-of-Sale.)

Das betrifft konkret zahlreiche Importmodelle, wie zum Beispiel die Basismodelle der Mercedes-Benz S-Klasse (W/V223) – ab 962.600 RMB. Bitter ist das auch für den BMW i7 xDrive60L und die höherpreisigen Porsche Taycan-Modelle, da auch Stromer erfasst werden.

Aber es betrifft auch chinesische Modelle wie den Lotus Eletre und Emeya in Top-Spec, sowie die Topmodelle der BYD-Tochter Yangwang mit U8 (NEV-Offroader) und U9 (BEV-Supersportler).

Die Schwelle gilt für den Nettopreis

Auch in China werden die Preise in der Regel brutto mit Mehrwertsteuer kommuniziert, das fiese: Die 900.000-RMB-Schwelle bezieht sich aber auf den Nettopreis (exkl. MwSt.). Einzelne Basis-Modelle nahe ~900k inkl. MwSt. können netto also noch unter der Schwelle liegen. Das Problem für viele Importeure: Mit der Schwelle bei 900.000 RMB rutschen jetzt auch gehobene Premiummodelle in die Steuer – nicht nur klassische Superluxus-Exoten. Für den Staat ist das fiskalisch attraktiv, trifft aber auch „die obere Mittelklasse“ einiger chinesischer Premiummarken.

Und die Tatsache, dass auch E-Autos einbezogen werden, soll eine Wettbewerbsverzerrung am obersten Ende der Preisspirale verhindern, wirkt aber gleichzeitig als Preisbremse für inländische High-End-NEVs (Yangwang, Lotus) und importierte BEVs (i7, Taycan). Was den E-Mobilitätsförderungen zuwiderläuft. Doch der Staat setzt hier klar auf technologieneutrale Steuerung im Luxussegment – frei nach dem Motto: Wer in China rund 110.000 Euro für ein Auto ausgeben kann, der kann auch nochmal zehn Prozent Aufschlag verkraften.

Interessant ist, dass der Gebrauchtmarkt ausgenommen ist: Die Befreiung von der 10-%-Abgabe bei gebrauchten Fahrzeugen dürfte Transaktionen ankurbeln und Käufer in Richtung Pre-Owned lenken – gerade im 900k–1,3 Mio-Fenster.

Und die Politik schließt weitere „Schlupflöcher“: Durch die Einbeziehung von Off-Invoice-Kosten in die Bemessungsgrundlage wird das „Aufpreispaket-Schönrechnen“ erschwert. Das verlangt aber strikte Durchsetzung im Handel. Bisher konnte man immer den Basiswert der grundausgestatteten Fahrzeuge heranziehen, Extra und Sonderausstattung blieben außen vor.

Und man erhöht so die Preise der Importe weiter: Ergänzend zu 13 % Mehrwertsteuer und gegebenenfalls 15 % Einfuhrzoll auf Komplettimporte erhöht die 10-%-Abgabe die Preise für Importfahrzeuge dann in um 38%! In einem Markt, in dem einige ausländische Premiumhersteller ohnehin unter Druck stehen.

Was bedeutet das?

China schiebt die hochpreisigen Importe noch vehementer aus dem Markt: Die zehnprozentige Luxussteuer trifft zwar verstärkt auch inländische Hochpreisprodukte, aber vor allem Importe, mit denen vor allem die deutschen Premiums noch gutes Geld verdienen. Für den Staat ist es zudem feine Symbolpolitik: Wer so reich ist, dass er 900.000 Yuan für ein Auto ausgeben kann, der kann auch 990.000 Yuan dafür zahlen…