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BVG startet Milliardenprogramm für Betriebshöfe, Werkstätten und Tunnel

Neue E-Bus-Höfe, moderne Werkstätten und ein strategisch wichtiger Tunnel: Die BVG investiert massiv in ihre Infrastruktur. Ziel ist ein stabilerer Nahverkehr für Berlin – mit konkreten Projekten, Zeitplänen und Milliardenförderung vom Bund.

Ein Elektrobus der BVG auf der Linie 300: Bis 2027 entstehen neue Betriebshöfe und Ladepunkte, um den wachsenden E-Bus-Fuhrpark effizient betreiben zu können. | Foto: BVG, Andreas Süß

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) richten ihre Infrastrukturpolitik im Rahmen der Strategie „Stabilität vor Wachstum“ auf den Ausbau und die Erneuerung zentraler Anlagen aus. Ziel ist es, infrastrukturelle Versäumnisse der vergangenen Jahre auszugleichen und das Rückgrat des Berliner Nahverkehrs langfristig zu stabilisieren. Innerhalb der kommenden fünf Jahre sollen umfangreiche Maßnahmen in den Bereichen Betriebshöfe, Werkstätten, Betriebsanlagen und Digitalisierung umgesetzt werden.

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender BVG:

„Ein solides Fundament ist keine Option, sondern die Grundvoraussetzung für ein verlässliches System. Mit unserem Infrastrukturprogramm setzen wir klare Prioritäten und holen in Rekordzeit nach, was zu lange aufgeschoben wurde. Damit sichern wir einen stabilen Nahverkehr in Berlin für Generationen.”

Neue Betriebshöfe für Tram und E-Bus

Ein zentraler Baustein ist der Ausbau der Betriebshofkapazitäten. In Adlershof entsteht ein neuer Straßenbahnbetriebshof für 60 Züge. Die Baugenehmigung liegt vor, der Baustart ist für 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für 2030.

Parallel errichtet die BVG drei neue E-Bus-Betriebshöfe in der Köpenicker Landstraße, der Rummelsburger Landstraße und der Säntisstraße. Der Tiefbau an allen drei Standorten hat im Februar 2025 begonnen. Die Betriebsaufnahme ist für April 2027 geplant. Die neuen Anlagen bieten Kapazitäten für insgesamt rund 550 Busse. Die Projekte sind Teil der Berliner Initiative zur Großbeschaffung von Elektrobussen (BIG2025) und werden mit rund 195 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Digitales und Verkehr (BMDV) gefördert. Das Land Berlin beteiligt sich an der Kofinanzierung.

Werkstätten werden auf neue Fahrzeugtechnik vorbereitet

Auch bei den Werkstätten investiert die BVG in großem Umfang. Hintergrund ist der Einsatz neuer U-Bahnfahrzeuge der Baureihen J und JK, die veränderte Wartungskapazitäten und größere Flächen erfordern.

In Grunewald (Machandelweg) ist der Tiefbau bereits angelaufen. Der eigentliche Neubau startet im Herbst 2026, die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant. Ebenfalls modernisiert werden die Werkstätten in Friedrichsfelde und Britz-Süd. Beide Projekte befinden sich in der Vorplanung, Baubeginn ist für 2027 vorgesehen, die Inbetriebnahme ebenfalls für 2029.

Neue Betriebsanlagen zur Netzstabilisierung

Zur Verbesserung der betrieblichen Abläufe plant die BVG zusätzliche Betriebsanlagen. Dazu gehört eine neue Abstellanlage mit Wagenhalle am U-Bahnhof Krumme Lanke (U3). Die Bauarbeiten begannen im April 2025, die Inbetriebnahme ist für 2026 angesetzt. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Ersatzneubau des sogenannten Waisentunnels, der als einzige Verbindung zwischen der Linie U5 und dem übrigen U-Bahnnetz eine strategisch wichtige Rolle spielt. Der Planfeststellungsbeschluss steht kurz bevor, die Ausschreibung der Bauleistung ist bereits veröffentlicht. Der Baubeginn ist für Dezember 2025 vorgesehen, die Bauzeit soll rund vier Jahre betragen.

Digitalisierung des U-Bahn- und Busbetriebs

Mit der Einführung des CBTC-Signalsystems (Communication-Based Train Control) auf der Linie U5 startet die BVG eine umfassende Digitalisierung der Leit- und Steuerungstechnik. Die vorbereitenden Maßnahmen sind weitgehend abgeschlossen, der Baustart ist für Mitte 2025 vorgesehen. Die Inbetriebnahme ist für 2029 geplant.

Zudem wird die Ladeinfrastruktur für E-Busse ausgebaut. Im ersten Schritt werden bis Anfang 2026 drei Endhaltestellen in Pankow und Marzahn-Hellersdorf ausgerüstet. Bis Mitte 2027 sollen weitere 36 Standorte folgen. Ziel ist es, den Ladebetrieb direkt im Liniennetz zu ermöglichen und damit den flexiblen Einsatz von Elektrobussen zu gewährleisten.

Fazit

Mit dem Infrastrukturprogramm verfolgt die BVG das Ziel, ihre technischen und betrieblichen Grundlagen umfassend zu modernisieren. Im Fokus stehen dabei Instandhaltung, Ausbau und Digitalisierung, um die Betriebsstabilität langfristig zu sichern. Die Umsetzung erfolgt schrittweise bis Ende der 2020er-Jahre.