Arvato: Mehr Raum für das Geschäft mit der Gesundheit
Der Logistikdienstleister Arvato erweitert seinen Campus im ostwestfälischen Harsewinkel. Wie das Unternehmen mitteilt, wurde Anfang Juni der symbolische Spatenstich für den Ausbau gesetzt. Die neuen Kapazitäten sollen bis Mitte 2026 zur Verfügung stehen. Arvato reagiert damit auf das stetige Wachstum im Bereich Healthcare und will den Standort gezielt für die Logistik von Pharma- und Medizintechnikprodukten stärken.
Bereits heute zählt der Standort zu den zentralen Knotenpunkten im europäischen Logistiknetz des Logistikdienstleisters. Drei Logistikhallen mit rund 60.000 Quadratmetern Fläche sowie über 1.000 Beschäftigte bilden das Rückgrat für eine europaweit vernetzte Lieferkette. Die nun geplante Erweiterung umfasst zusätzliche 20.000 Quadratmeter Fläche. Dafür investiert das Unternehmen eigenen Angaben zufolge einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.
Entstehen sollen drei neue Module mit moderner technischer Ausstattung. Ein zentrales Element ist eine gekühlte Lagerhalle mit einer Höhe von 18 Metern. Dort sollen temperaturgeführte Produkte zwischen 2 und 8 Grad Celsius gelagert werden können. Zusätzlich sind Flächen für sogenannte Ambient-Lagerung vorgesehen, also für Produkte, die bei 15 bis 25 Grad Celsius gelagert werden. Insgesamt entstehen 22.000 zusätzliche Palettenplätze.
Mit dem Ausbau reagiert das Unternehmen auf die Auslastung der bisherigen Kapazitäten.
„Seit 2019 wächst unser Umsatz hier jährlich um durchschnittlich 15 Prozent“, sagt Thorsten Winkelmann, President Healthcare bei Arvato.
Die Lagerbereiche seien inzwischen zu rund 80 Prozent ausgelastet. Die Erweiterung solle gezielt zusätzliche Kapazitäten schaffen.
Parallel dazu plant Arvato auch eine technologische Aufrüstung. Die neuen Flächen sollen mit einem vollautomatischen Paletten-Shuttle ausgestattet werden, das sich in die bestehende Infrastruktur integrieren lässt. Bereits heute kommen am Standort verschiedene Automatisierungstechniken zum Einsatz – darunter ein Autostore-System, ein Behältershuttle, ein Rack-to-Person-System sowie Pick-by-Light- und Ware-zum-Mann-Arbeitsplätze. Auch autonome Stapler und Behältertransportsysteme gehören zum Bestand. Diese Systeme sollen im Zuge des Ausbaus ebenfalls erweitert werden.
Standortleiter Paul Engel betont die logistischen Vorteile: „Innerhalb von Deutschland ermöglichen wir eine Zustellung am nächsten Werktag, europaweite Belieferung ist innerhalb von 24 bis 48 Stunden und global innerhalb von zwei bis vier Tagen möglich.“
Mit dem Ausbau wolle man sicherstellen, auch künftig komplexe Distributionsmodelle umsetzen zu können – insbesondere für sensible Produkte im Gesundheitsbereich.
Durch den Ausbau entstehen laut dem Unternehmen bis zu 70 neue Arbeitsplätze. Außerdem sollen Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von rund 700 kWp installiert werden. Arvato verfolgt das Ziel, bis 2030 klimaneutral zu wirtschaften.