Heidelberg Amperfied steigt ins DC-Laden ein
Mit dem wachsenden Bedarf an leistungsstarker Ladeinfrastruktur – ob in Ladeparks, bei Logistikunternehmen oder großen Fahrzeugflotten – bringt Amperfied, die Tochter der Heidelberger Druckmaschinen, ein neues DC-Schnellladesystem auf den Markt. Das System kombiniert eine dynamische Leistungsverteilung mit einem Servicekonzept, das sich stark an der tatsächlichen Nutzung orientiert.
Im Kern steht ein modular aufgebautes System, das nicht nur Platz spart, sondern sich auch an unterschiedliche Anforderungen anpassen lässt – von vielen Ladepunkten mit mittlerer Leistung bis hin zu wenigen mit besonders hoher Ladeleistung. So können Betreiber das System je nach Standort und Bedarf individuell konfigurieren.
Funktionierende Ladeinfrastruktur als Schlüssel zum Erfolg
Jürgen Otto, Vorstandsvorsitzender von Heidelberg, erklärt:
„Für Betreiber ist es entscheidend, dass die Ladeinfrastruktur verlässlich läuft und möglichst viele Fahrzeuge in kurzer Zeit versorgen kann.“
Genau dafür sei das neue System konzipiert: modulare Hardware, die sich dynamisch anpassen lässt, gepaart mit einem umfassenden Servicekonzept. Der Fokus liegt auf einer hohen Verfügbarkeit – das System soll laufen, wenn es gebraucht wird.
Bezahlen nur, wenn tatsächlich geladen wird
Das neue System ist Teil eines nutzungsbasierten Betriebsmodells. Statt die komplette Hardware zu kaufen, zahlen Betreiber nur dann, wenn Energie auch wirklich verkauft wird. Robin Karpp, Geschäftsführer von Amperfied, erklärt dazu:
„Das senkt die Einstiegshürde für Betreiber und schafft gleichzeitig gemeinsame Interessen: Wir sind für den Betrieb verantwortlich, die Kunden für die Auslastung“.
Technik, die sich dem Bedarf anpasst: Bis zu 480 kW Ladeleistung sind möglich
Das Herzstück des Systems ist eine zentrale Leistungseinheit, die die verfügbare Energie intelligent auf bis zu sechs sogenannte Dispenser verteilt. Jeder dieser Dispenser kann zwei Ladepunkte versorgen. Die Energieverteilung erfolgt dynamisch – ungenutzte Kapazitäten sollen so vermieden werden.
Durch den modularen Aufbau sind verschiedene Konfigurationen möglich: Entweder bis zu 12 Ladepunkte mit maximal 240 kW oder bis zu 8 Ladepunkte mit bis zu 480 kW. Auch Kombinationen sind möglich. Die schlanke Bauform der Dispenser macht die Installation auch auf engen Flächen ohne Stellplatzverlust möglich. Bedient wird das Ganze über ein 15,6-Zoll-Touchdisplay, geladen wird über den weit verbreiteten CCS2-Stecker – vom Pkw bis zum Lkw.
Intelligente Software sorgt für den reibungslosen Betrieb
Die Steuerung übernimmt eine Softwarelösung auf Basis von EVerest (Open Source), die eine breite Kompatibilität sicherstellt und sich kontinuierlich weiterentwickelt. Sie ist nicht nur für die Bedienung zuständig, sondern erkennt auch frühzeitig Probleme im System – so kann proaktiv gewartet werden, bevor es zu Ausfällen kommt. In Kombination mit dem umfassenden Servicepaket trägt das entscheidend zur Verfügbarkeit bei.
DC-Laden: Ein wachsender Markt mit hohen Anforderungen
Heidelberg hat den Markt umfassend analysiert: Laut den Badensern steigt der Bedarf an Schnellladelösungen zügig an: 2024 wurden weltweit rund 17 Millionen E- und Plug-in-Hybridfahrzeuge neu zugelassen – 25 Prozent mehr als im Vorjahr. In Deutschland wird 2025 ein Anstieg von über 50 Prozent bei elektrifizierten Pkw erwartet. Gleichzeitig steigt der Druck, genügend leistungsfähige Ladeinfrastruktur bereitzustellen. Ende Februar 2025 gab es in Deutschland knapp 34.300 Schnellladepunkte mit zusammen knapp 6 GW Leistung. Bis 2030 werden laut Studien über 90.000 Hochleistungs-Ladepunkte (150 kW+) gebraucht. Besonders gefragt sind modulare Systeme, die zentrale Leistungseinheiten mit Dispensern kombinieren – sie sparen Platz, senken Kosten und lassen sich flexibel ausbauen. Auch der Nutzfahrzeugsektor elektrifiziert sich zunehmend: Laut PwC könnten bis 2030 weltweit über 20 Prozent aller Lkw und Busse batterieelektrisch sein.
Vorgestellt wird das neue Schnellladesystem mit dem Namen Amperfied Dynamic DC auf der Power2Drive Messe vom 7. bis 9. Mai 2025 in München (Stand C6.630). Die Markteinführung ist für 2026 in der DACH-Region geplant.
Was bedeutet das?
Heidelberg „beschenkt“ sich zum 175. Geburtstag selbst – mit einer durchdachten HPC-Ladestation für den gewerblichen und öffentlichen Einsatz. Happy birthday, Heidelberg!