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Citroën: 100 Jahre Werbung am Eiffelturm

Am 4. Juli 1925 wurde Paris kurz zur gigantischen Litfaßsäule - plötzlich leuchtete in tausenden bunten Glühbirnen das Wort „Citroën“ auf. Gern hätte man das 2025 wiederholt, aber die Stadt Paris mag keine Autos mehr!

Am 4.7.1925 nutzte Citroën den Eiffelturm als gigantische Litfaßsäule. | Foto: Citroën

An einem lauen Sommerabend 1925 hatten die Pariser nicht etwa eine Revolution oder ein Feuerwerk zu bestaunen, sondern: Reklame. Und zwar riesengroß. Auf dem Eiffelturm, der damals schon ein Wahrzeichen und keine Werbefläche war, leuchtete plötzlich in tausenden bunten Glühbirnen das Wort „Citroën“ auf. André Citroën, immer auf der Suche nach Möglichkeiten, ein bisschen seinen Namen und seine Autos in Szene zu setzen, hatte sich auf das ziemlich größenwahnsinnige Projekt von Fernand Jacopozzi eingelassen: 250.000 Glühbirnen, 6.000 Meter Kabel und neun Lichtspiele später – darunter Arabesken, Sternenregen und Kometen – starrte Paris ehrfürchtig auf sieben leuchtende Buchstaben und das Markenzeichen.

In den folgenden Jahren durfte Citroën seinen Lichtzirkus jährlich erneuern, inklusive beleuchteter Riesen-Uhren (1928) und einem XXL-Thermometer in 160 Meter Höhe (1934). Aber wie gesagt: Das Revival zum 100. Geburtstag dieser Aktion blieb dann aus.

Erst der Eiffelturm, dann die Welt

André Citroën war nicht nur ein glühender Fan von technischer Innovation – sondern auch davon, sie möglichst laut und auffällig zu präsentieren. Sein erklärtes Ziel: Das Autofahren für alle einfacher machen und dabei ganz nebenbei Produktion, Technologie, Design, Verkauf, Service und Personalmanagement revolutionieren. Immerhin, ein paar große Fußabdrücke hinterließ er tatsächlich: 1934 etwa den Traction Avant, eine echte technische Ansage damals, oder später 1948 den 2CV, die motorisierte Blechdose auf Rädern, die für viele Menschen den ersten echten Zugang zum eigenen Auto bedeutete. Und natürlich die DS, die 1955 aussah wie von einem anderen Stern! Und auch der SM von 1970 und der CX von 1974 fielen noch auf. Als perfekte Autos für Nonkonformisten.

Citroën heute: Von großen Träumen und kleinen Stromern

Heute gibt sich Citroën erneut volksnah – mit dem Unterschied, dass sich jetzt nur noch wenige ein neues Auto leisten können. Die Antriebswende, explodierende Preise und allerlei Regularien sorgen dafür, dass Elektroautos entweder sündhaft teuer oder kaum alltagstauglich sind. Immerhin, Citroën versucht, an der Erreichbarkeits-Schraube zu drehen: 2020: kam der ë-C4 – ein Elektroauto im C-Segment, das nicht gleich eine Hypothek erforderte. Im gleichen Jahr: Der Ami – ein elektrisch angetriebenes Türchen auf Rädern, das eigentlich mehr Kabinenroller als Auto ist.

2024: Der neue ë-C3, ein Elektro-Kleinwagen, der erschwinglich sein soll, ohne Platzangst auszulösen. Gleichzeitig stellte Citroën ë-ROUTES vor – eine Smartphone-App, die Elektrofahrern helfen soll, nicht mitten in der Pampa ohne Strom zu stranden. 2025 will man den Strom dann wieder so richtig hochdrehen: Es kommt ein überarbeiteter Ami samt neuem Ami Buggy (immer noch winzig, aber jetzt mit Abenteuer-Image, der ë-C3 für unter 20.000 Euro mit fast 200 km Reichweite und natürlich der ë-C5 Aircross, der das Programm nach oben abrundet.

Was bedeutet das?

Citroën bleibt seinem Stil treu: Große Ideen, bunte Leuchtreklame – und in der Umsetzung mal genial, mal ein bisschen improvisiert. Aber wenigstens versuchen sie noch, Autos für Leute zu bauen, die keine Yacht besitzen. In Zeiten, in denen E-Autos schnell zur Luxusware mutieren, ist das immerhin ein Lichtblick. Vielleicht nicht ganz so hell wie 250.000 Glühbirnen am Eiffelturm – aber ein Anfang.