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Transport Logistic 2025: Zuversicht trotz Kostendruck

Die Transport- und Logistikbranche blickt trotz hohem Kostendruck und Fachkräftemangel positiv in die Zukunft. Das zeigt sich im Stimmungsbarometer der Transport Logistic 2025.

1.851 Aussteller und Besucher äußerten sich in einer Online-Befragung vom 18. Februar bis 4. März 2025 zuversichtlich zur Marktsituation. (Foto: Messe München GmbH)

Die Transport- und Logistikbranche blickt trotz großer Herausforderungen optimistisch in die Zukunft. Das zeigt das aktuelle Stimmungsbarometer zur Transport Logistic 2025. Die aktuell veröffentlichte Erhebung zeigt ein Bild von Zuversicht, die sich trotz Kostendruck, Fachkräftemangel und geopolitischer Unsicherheiten durchsetzt. Besonders erfreulich: Industrie, Handel und Logistikdienstleister arbeiten enger zusammen, um Lösungen für drängende Probleme wie Cybersicherheit, Nachhaltigkeit und den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) zu finden.

Marktsituation: Mittel bis gut, mit vorsichtigem Optimismus

Die weltweite Marktsituation bleibt unsicher, doch die Branche zeigt Widerstandsfähigkeit. Laut der Befragung, die von der Transport Logistic in Zusammenarbeit mit dem Meinungsforschungsinstitut Ifad durchgeführt wurde, stuft keiner der Teilnehmer die aktuelle Lage als „sehr gut“ ein. Immerhin 43 Prozent bezeichneten sie zumindest als „gut“. Als „mittelmäßig“ charakterisierten 48 Prozent die Lage als und knapp zehn Prozent als „schlecht“.

Neun von zehn Befragten blicken jedoch zuversichtlich in die Zukunft. Besonders optimistisch sind die Asiaten, von denen 80 Prozent eine Verbesserung der Marktsituation innerhalb der nächsten zwei Jahre erwarten. In Deutschland liegt dieser Wert bei 46 Prozent, im globalen Ausland bei 60 Prozent.

Die Einschätzung der aktuellen Lage variiert regional. Europäer, insbesondere Deutsche, sehen die Situation kritischer als ihre internationalen Kollegen.

„Unsicherheit prägt die Märkte weltweit“, fasst die Transport Logistic die Ergebnisse zusammen und verweist auf den hohen Kostendruck als zentrale Herausforderung.

Kostendruck als größte Hürde

Für mehr als drei Viertel der befragten Unternehmen verschärft der Kostendruck die Marktsituation und steht weltweit an erster Stelle der Herausforderungen. Dahinter zeigen sich Unterschiede: In Deutschland nennen 58 Prozent der Befragten den bürokratischen Aufwand als zweitwichtigsten Hemmschuh, während im Ausland 49 Prozent geopolitische Unsicherheiten im Vordergrund stehen. An dritter Stelle rangiert der Fachkräftemangel, den 48 Prozent der Teilnehmer als erhebliches Problem wahrnehmen.

Trotz dieser Belastungen erwartet rund jeder zweite Befragte (52 Prozent) eine Besserung der Lage innerhalb der nächsten zwei Jahre.

„Obwohl die Branche unter Druck steht, verbessert sich die Stimmung, weil Industrie, Handel und Dienstleister enger zusammenrücken.“, betont Dr. Robert Schönberger, Global Industry Lead der Transport Logistic Exhibitions.

Cybersicherheit und Nachhaltigkeit im Fokus

Die Branche rüstet sich aktiv gegen Bedrohungen aus dem Netz. 76 Prozent der Befragten beschäftigen sich mit Cybersicherheit, allen voran die Industrie mit 85 Prozent. In der Speditions- und Transportbranche liege der Anteil mit 70 Prozent etwas niedriger, damit aber auf einem dennoch hohen Niveau, so die Transport Logistic. Alarmierend: 37 Prozent der Befragten wissen nicht, ob sie bereits Ziel von Cyberangriffen waren. Von den übrigen 63 Prozent meldet jeder Zweite mindestens einen Angriff in der Vergangenheit.

Auch Nachhaltigkeit gewinnt an Bedeutung. 68 Prozent der Befragten erstellen Nachhaltigkeitsberichte oder setzen sich aktiv mit dem Thema auseinander. Besonders engagiert zeigen sich Industrie (83 Prozent) und Handel (75 Prozent), während Logistikdienstleister (68 Prozent) und Speditionsunternehmen (64 Prozent) etwas zurückliegen. Weltweit ist mindestens jeder Zweite in diesem Bereich aktiv – ein Trend, der über Europa hinausgeht.

Künstliche Intelligenz: Der Mensch bleibt entscheidend

Künstliche Intelligenz prägt zunehmend die Branche. Durchschnittlich 54 Prozent der Befragten nutzen KI, mit Spitzenwerten bei Industrieunternehmen und Logistikdienstleistern (jeweils 58 Prozent). In Deutschland setzen zwei von drei Unternehmen die Technologie zumindest teilweise ein.

Die Schwerpunkte liegen in Administration, Kundenservice und Controlling. In der Produktion führt die Industrie mit 26 Prozent, während Speditions- und Transportunternehmen mit neun Prozent zurückbleiben.

Trotz des technologischen Fortschritts bleibt der Mensch im Mittelpunkt. 60 Prozent der Befragten sehen ihn als wichtigsten Erfolgsfaktor.

„Trotz KI bleibt der Mensch maßgeblich für den Erfolg“, betont die Transport Logistic in ihrer Pressemeldung.

Zusammenarbeit als Schlüssel

In ihrem Konferenzprogramm greift die Messe die drängenden Themen auf: Neben Cybersicherheit, KI und Nachhaltigkeit stehen multimodale Lieferketten, Antriebstechnologien, Data Mining und Analytics im Fokus. Schönberger unterstreicht die Bedeutung der Zusammenarbeit:

„Die Branche beschäftigt sich mit vielen Themen und ist bereits sehr aktiv. Vieles geht aber nur gemeinsam.“

Hohe Beteiligung aus der Branche

An der Befragung nahmen 1.851 Aussteller und Besucher aus aller Welt teil, von denen 78 Prozent in leitenden Positionen tätig sind. Am stärksten vertreten sind Spedition und Transport (29 Prozent), gefolgt von Industrie und Logistikdienstleistern (je 15 Prozent). Die Erhebung erfolgte im Auftrag der Messe München durch das Institut Ifad.