Kombiverkehr: Weichen neu gestellt, Traktionen erfolgreich umgestellt
Die Kombiverkehr KG hat die umfassende Neuorganisation ihrer Traktionsleistungen innerhalb von rund sechs Monaten abgeschlossen. Hintergrund war ein EU-Verfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland als Eigentümerin der DB Cargo. Um mögliche Einschränkungen in der Zusammenarbeit mit DB Cargo zu vermeiden, übertrug das Unternehmen einen erheblichen Teil seiner Verkehre auf alternative Eisenbahnverkehrsunternehmen. Laut einer Pressemeldung erfolgte diese Umstellung planmäßig und reibungslos.
Vier Hauptpartner übernehmen zentrale Transportleistungen
Für die Abwicklung der Verkehre setzt Kombiverkehr nun verstärkt auf vier Eisenbahnverkehrsunternehmen, darunter das hundertprozentige Tochterunternehmen Kombirail Europe, die Lokomotion aus München, SBB Cargo International sowie weiterhin die DB Cargo. Zusätzlich sind weitere Partner hinzugekommen. In Summe arbeitet Kombiverkehr nun mit 18 Eisenbahnverkehrsunternehmen zusammen, von denen elf als direkte Vertragspartner fungieren.
Kombirail Europe hat unter anderem den nationalen Verkehr übernommen sowie die Verbindungen zwischen Deutschland, den Niederlanden und Polen.
„Eine derartige Hochlaufkurve innerhalb so kurzer Zeit hat wahrscheinlich noch kaum ein Eisenbahnverkehrsunternehmen bewältigt“, wird Geschäftsführer Heiko Krebs in der Pressemeldung zitiert.
Das Unternehmen musste kurzfristig zusätzliche Lokomotiven anmieten, neue Lokführer einstellen und seine IT-Systeme anpassen.
Lokomotion, bislang als Subunternehmer von DB Cargo tätig, agiert nun direkt als Vertragspartner von Kombiverkehr. Die enge Zusammenarbeit mit DB Cargo bleibt dennoch bestehen.
„Wir sind sehr dankbar, dass wir mit ihr in bewährter enger und partnerschaftlicher Abstimmung frühzeitige Übergabetermine vereinbaren konnten“, erklärte Kombiverkehr-Geschäftsführer Armin Riedl.
Nur so sei ein gestaffelter Hochlauf der Traktionsumstellung möglich gewesen.
SBB Cargo International ist ebenfalls Teil des neuen Netzwerks und übernimmt unter anderem Verkehre auf der Route Mortara-Gent.
„Damit haben wir immer eine leistungsfähige und verlässige Alternative zur Rheintalstrecke“, betonte Krebs.
Angesichts der zu erwartenden Bauarbeiten auf der deutschen Rheinseite sorge dies für mehr Stabilität im Schienengüterverkehr.
Herausforderungen für die Kombiverkehr-Tochterunternehmen
Nicht nur Kombiverkehr selbst, sondern auch die Tochterunternehmen standen vor großen Herausforderungen. So musste Kombirail Europe in kurzer Zeit seine personellen Kapazitäten massiv aufstocken.
„Den notwendigen Unterbau in der Organisation herzustellen, war eine Herausforderung“, betont Geschäftsführer Gerd Wehland.
Demnach verdreifache das Unternehmen innerhalb von zwei Quartalen die Zahl der Disponenten und stockte die Zahl der Lokführer auf über 40 auf.
Die Dienstleistungsgesellschaft für Intermodale Verkehre (DIV), die für das Waggonmanagement verantwortlich ist, verwaltet seit Januar 2025 eigenverantwortlich einen Pool von mehr als 1.600 Wagen.
„Wir mussten das Spezialequipment innerhalb kürzester Zeit am Markt beschaffen und just in time in die entsprechenden Relationen einsteuern“, beschreibt DIV-Geschäftsführer Daniel Jähn.
EU-Verfahren als Auslöser der Neuorganisation
Der Umstrukturierung lag ein EU-Verfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland zugrunde, das Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren Zusammenarbeit mit DB Cargo im intermodalen Ganzzuggeschäft mit sich brachte.
„Intermodalkunden brauchen Sicherheit und möchten keine bösen Überraschungen erleben. Bei der Traktion haben wir uns somit neu erfinden müssen“, schließt Krebs.